Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Videostreaming im Vergleich: Wo man mehr Netflix bekommt

Von

Fernbedienung mit Netflix-Logo: Je nach Land gibt es unterschiedlich viel zu sehen Zur Großansicht
DPA

Fernbedienung mit Netflix-Logo: Je nach Land gibt es unterschiedlich viel zu sehen

Eine Website zeigt, wie unterschiedlich das Netflix-Programm in verschiedenen Ländern aussieht. Sogar in der Karibik gibt es mehr Videos als in Deutschland.

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Wie viele Titel Netflix in seinem Katalog hat, will der Videostreaming-Dienst am liebsten verheimlichen. Nutzer können sich noch so ausdauernd durch die Film- und Serien-Slider klicken, auf eine Gesamtzahl der verfügbaren Videos stoßen sie nicht. Und selbst bei ihrer selbsterstellen Liste spannender Inhalte können sie schnell nur noch erahnen, wie viele Filme und Serien sie nun genau für sehenswert hielten. Netflix geht es vor allem um die gefühlte Masse.

Für allerlei Internetdienste hat sich durch die mangelnde Transparenz ein kleines Geschäftsfeld ergeben: Sie geben auf eigens eingerichteten Websites Auskunft, was genau man bei Netflix streamen kann und in welchen Ländern.

Die aktuell wohl spannendste, inoffizielle Netflix-Suchmaschine ist "Unofficial Netflix Online Global Search" (Unogs) - sie bietet den bis jetzt wohl vollständigsten Einblick in den Katalog des Unternehmens. Netflix hat erst kürzlich bekannt gegeben, dass sein Dienst nun in 190 Ländern verfügbar sei. Unogs hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst aufzuschlüsseln, welche Inhalte wo genau verfügbar sind.

Derzeit ist die Website ein wenig langsam, dem Facebook-Account von Unogs zufolge liegt das an einem Besucheransturm, den Berichte zahlreicher Tech-Medien ausgelöst haben.

USA vor Martinique und Guadeloupe

Unogs gibt sowohl einen allgemeinen Überblick, als auch sehr konkrete Auskünfte. So kann man sich zum Beispiel anzeigen lassen, in welchen Ländern Netflix gerade "The Wolf of Wall Street" streamt, einen Film, auf den deutsche Kunden verzichten müssen. Auch im US-Angebot ist "The Wolf of Wall Street" derzeit nicht zu finden, abrufbar ist er laut Unogs aber zum Beispiel in den Regionen Kanada, Japan, Irland, Großbritannien und Guernsey.

Für jede von 244 gelisteten Regionen nennt Unogs eine Gesamtzahl der Inhalte: In Deutschland gehören demnach Stand Dienstagnachmittag 1451 Filme und 365 Serien zum Online-Katalog. In den USA, die vor Martinique und Guadeloupe den Spitzenplatz belegen, lassen sich 4567 Filme und 1114 Serien abrufen.

Im Gesamtranking aller Regionen landet Deutschland im Mittelfeld, auf Platz 80 von 244. Vor Deutschland liegen zum Beispiel Großbritannien (Platz 49, 2414 Filme und 559 Serien) und die Schweiz (Platz 54, 1736 Filme und 444 Serien).

Für Deutschland braucht es meistens Extrarechte

Obwohl man die Zahlen mit einer gewissen Vorsicht betrachten sollte - Netflix selbst äußert sich nicht dazu, zudem ändern sich die Angebote ständig -, lässt sich zumindest eine Tendenz erkennen: Wer glaubt, das US- und UK-Angebot von Netflix sei viel besser als das deutsche, hat mit Blick auf die Quantität recht. Dafür, dass die Zahlen zu Netflix' deutschem Angebot stimmen, spricht, dass der deutsche Dienst WerStreamt.es mit 1425 Filmen und 357 Serien auf ähnliche Ergebnisse kommt.

Der entscheidende Grund dafür, dass das deutsche Angebot kleiner ist als in anderen Ländern, dürfte die Rechtesituation sein: So muss und wird sich Netflix bei jedem Fremdinhalt genau überlegen, ob es sich lohnt, diesen für die deutsche Flatrate einzukaufen.

Denn in der Regel - die sogenannten Originals wie "Orange is new black" sind die Ausnahme - braucht Netflix für das Anbieten eines Inhalts eine entsprechende Lizenz, die bei Videos für viele Regionen einzeln erworben werden muss. Darf Netflix eine Serie in den USA zeigen, heißt das nicht, dass sie auch in Deutschland im Katalog landen darf. Hinzu kommt, dass ohnehin nicht jede US-Dokumentation für das deutsche Publikum interessant ist. Denn was bringt Masse, wenn manches Video nie aufgerufen wird?

Netflix liefert eingedeutschte Inhalte

Ein weiterer Faktor, der eine Rolle spielt, ist vermutlich Netflix' Anspruch, den deutschen Zuschauern leicht konsumierbare, also synchronisierte oder zumindest untertitelte Inhalte zu bieten. Sprich: Mancher englischsprachige Inhalt dürfte außer Acht gelassen werden, weil eine Eindeutschung Mehrausgaben bedeuten würde.

Mit Blick auf die reine Menge der Inhalte schneidet das hiesige Netflix übrigens nicht nur international, sondern auch im innerdeutschen Vergleich nicht so gut ab: Im Monatspaket von Konkurrent Maxdome finden sich dessen Angaben zufolge aktuell 4964 Filme, dazu kommen 1016 Inhalte, die in den Bereich "Serien und TV-Inhalte" fallen. Grundsätzlich ist das Maxdome-Angebot also gut drei Mal so umfangreich.

Auf Netflix-Produktionen wie "Orange is the new black" müssen Maxdome-Kunden aber natürlich verzichten. Am Ende hilft daher wohl doch nur Stöbern im Katalog, um auf Basis des eigenen Geschmacks einschätzen zu können, wo sich Klasse und wo nur Masse findet.


Zusammengefasst: Die Website "Unofficial Netflix Online Global Search" schlüsselt auf, in welchen Regionen welche Netflix-Inhalte verfügbar sind. Betrachtet man die reine Menge verfügbarer Videos, landet Deutschland auf Platz 80 von 244. Aktuell sind demnach 1451 Filme und 365 Serien abrufbar. In den USA zählt das Angebot 4567 Filme und 1114 Serien.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Genau das ist leider das Problem
a.weishaupt 26.01.2016
Die unselige Unterteilung in Regionen und Länder macht das Angebot in solchen Fällen bei uns leider schnell uninteressant, vor allem dann, wenn man nichts mit "synchronisierten" Fassungen anfangen kann. Deren Qualität war nur bis vor etwa 20 Jahren mit Einschränkungen auszuhalten. Hier wäre eigentlich der Gesetzgeber gefordert, die Unterhaltungswirtschaft in die Schranken zu weisen und untertitelten O-Ton zu fordern. Immerhin gab es in den 80ern sogar Fördergelder fürs TV-Kabel - weil es Zweikanalton möglich machte (der dann sowieso nur für Stereo genutzt wurde). Dann verringerte sich vielleicht auch die Vermüllung meiner Muttersprache durch schlechtes "Synchrondeutsch", das so von sich aus niemand sprechen würde.
2.
derpif 26.01.2016
Bedeutet das ich kann mit einem deutschen Acount nicht das US Angebot nutzen (dafür hätte ich ganz klar Verständnis), oder kann ich das US Angebot gar nicht erst buchen? Wen sollte es denn bitte warum stören wenn ich das US Angebot nutze solange ich dafür reglär zahle? Als erwachsener Mensch benötige ich keinen Jugendschutz, an unterschiedlichen Vorgaben für die Altersfreigaben sollte es doch hoffentlich nicht scheitern. Das hiesige eingeschränkte Angebot zu nutzen, als lang man keinen gesteigerten Wert auf eine meist versaubeutelte Synchro legt, wäre schlichtweg dumm.
3. als netflix kunde
naeggha 26.01.2016
vermisse ich in letzter Zeit bei immer mehr Filmen den englischen Untertitel. Ich gucke doch auf englisch um mein eigenes Sprachniveau zu erhöhen. Was soll ich da mit dem deutschen Untertitel bei englischer Sprachausgabe??? Ansonsten bin ich großer Fan, auch wenn das Angebot woanders offenbar größer ist. VoD passt mir einfach gut!
4. Geosperren
##1984## 26.01.2016
Leider sieht es auch im innereuropäischen Vergleich schlecht aus. Denn Digital-Kommisar Oettinger redet zwar gern vom single european market, ist aber nicht willens oder zu schwach ihn durchzusetzen. Doch das was sein sollte und irgendwann kommen wird kann man dank smartDNS oder VPN schon heute haben. Sogar global. Ein Netflix Abo ohne lohnt sich wahrlich nicht.
5.
fred.feuerstein 26.01.2016
jaja ganz toll, und vor zwei Wochen hiess's noch, VPN ist poehse.... erst ueber das eine meckern, und dann ueber's andere. Wie toll ist denn das ? zum Thema: das Problem ist nicht-existent - es gibt genug VPN Anbieter. Dankeschoen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: