Milliardenangebot Chinesischer Hedgefonds will Opera-Browser kaufen

Einer der dienstältesten Browser dürfte bald den Besitzer wechseln: Ein Investmentfonds aus China bietet mehr als eine Milliarde Euro für Opera Software.

Screenshot des Opera-Browsers: nicht den Anschluss an die Konkurrenz verlieren

Screenshot des Opera-Browsers: nicht den Anschluss an die Konkurrenz verlieren


Der Betreiber des Internetbrowsers Opera, das norwegische Unternehmen Opera Software, hat ein Kaufangebot des chinesischen Investmentfonds Golden Brick Silk Road erhalten. Der Fonds habe 10,5 Milliarden Kronen, also etwa 1,2 Milliarden Euro geboten, teilte Opera Software am Mittwoch mit (PDF). Der Aufsichtsrat habe das Angebot einstimmig angenommen.

Das Angebot von 71 Kronen pro Aktie liege 56 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage, hieß es weiter. Großaktionäre, die rund 33 Prozent der Unternehmensanteile hielten, hätten das Angebot bereits akzeptiert.

Firmenchef Sverre Munck sagte, es sei entscheidend für das Internet- und Werbeunternehmen, Partner zu finden. Nur so könne Opera an den Erfolg von Internetriesen wie Facebook oder Google anschließen. Die Aktien von Opera hatten im Lauf des vergangenen Jahres fast die Hälfte an Wert verloren.

Das Unternehmen, das sowohl Desktop-, als auch Mobilbrowser anbietet, hatte aus seiner Suche nach einem Käufer kein Geheimnis gemacht. Am Freitag war der Handel mit Opera-Aktien an der Börse in Oslo mit Blick auf eine bevorstehende Mitteilung ausgesetzt worden.

Die Nummer fünf bei den Desktop-Browsern

Opera, gestartet vor 20 Jahren, ist der weltweit am fünfthäufigsten genutzte Desktop-Browser nach dem Internet Explorer von Microsoft, Googles Chrome, Mozillas Firefox, und dem Apple-Browser Safari. Opera selbst spricht von 350 Millionen Nutzern seiner Browser, vermutlich plattformübergreifend.

Nach den Zahlen von "NetMarketShare" kam die Opera-Software bei den Desktop-Browsern im Januar 2016 auf einen weltweiten Marktanteil von 1,5 Prozent, was sich von der Größenordnung her mit den Zahlen des Konkurrenten StatCounter deckt. Bei Tablets und Smartphones erreicht Opera mit dem Mobilableger Mini weltweit immerhin 7,3 Prozent (NetMarketShare) beziehungsweise 9,6 Prozent (StatCounter) Marktanteil.

Opera wäre der erste im Westen nennenswert verbreitete Browser, der chinesischen Investoren gehört. In China selbst sind derzeit der Internet Explorer und Chrome die beliebtesten Desktop-Browser, dem Dienst StatCounter zufolge werden aber auch im Westen nahezu unbekannte Programme wie der QQ Browser und der Sogou Explorer zum Surfen genutzt.

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mbö/Reuters/AFP

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Espejo en vivo 10.02.2016
1. Ist aus dem Kauf durch Hedgefonds
und anderen Heuschrecken je was Nachhaltiges entstanden? Meist bleibt doch nur eine ausgepresste Schale übrig. Das ist das Ende von Opera.
axel_roland 10.02.2016
2. sinnvoll?
Ich mag jetzt nicht darüber spekulieren, ob die Investoren da wissen, was sie tun. Ich formuliere es einfach mal positiv: Ich an Operas Stelle würde das Geld nehmen und ordentlich feiern gehen.
Butenkieler 10.02.2016
3. Auswirkungen
Es kennt noch niemand die Auswirkungen, die das hat. Können jetzt die Chinesen unsere Rechner und Daten aus den Verbindungen infiltrieren, und wenn ja, in welchem Umfang. Der Artikel sagt darüber nichts aus.
christoph_seufert 10.02.2016
4.
Zitat von Espejo en vivound anderen Heuschrecken je was Nachhaltiges entstanden? Meist bleibt doch nur eine ausgepresste Schale übrig. Das ist das Ende von Opera.
Wieder mal ein toller Allgemeinplatz. Was ist Opera denn noch ausser einer Schale? Den Browser-Kern aka Rendering-Engine hat man ja schon lange aufgegeben und nutzt Googles Blink.
christoph_seufert 10.02.2016
5.
Zitat von ButenkielerEs kennt noch niemand die Auswirkungen, die das hat. Können jetzt die Chinesen unsere Rechner und Daten aus den Verbindungen infiltrieren, und wenn ja, in welchem Umfang. Der Artikel sagt darüber nichts aus.
Und das können "die Chinesen" heute nicht? Und warum "unsere"? Wird Opera dann Zwangsinstalliert?
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