Angetippt

Hype um neue App Peach hört auf Zauberworte seiner Nutzer

Von

Peach-Screenshot: Aufmerksamkeits-Hoch für eine neue App

Peach-Screenshot: Aufmerksamkeits-Hoch für eine neue App


Sie ist rosa und ein wilder Mix aus Twitter, Slack und Tumblr: Die neue App Peach wird gerade schwer gehypt. Wir haben das Netzwerk und seine Zauberworte-Funktion ausprobiert.

Nach den Hype-Apps Yo, Ello, Meerkat und Beme ist nun offenbar Peach der neue Liebling im Netz. Das Aufmerksamkeits-Hoch könnte auch dadurch bedingt sein, dass hinter Peach ein großer Name steht: Die App stammt von Dom Hofmann, der auch schon Vine, ein Netzwerk für sechssekündige Videoschnipsel, mitgegründet hat.

Bisher ist Peach nur für Nutzer von iOS-Geräten verfügbar, eine Android-Version fehlt. Das tut der Aufregung der early adopter, der Technik-Trendsetter, aber keinen Abbruch.

Screenshot von "Peach"-Beitragsfeed.

Screenshot von "Peach"-Beitragsfeed.

Peach vereint gekonnt Funktionen, die man schon aus anderen sozialen Netzwerken und Apps kennt - es fühlt sich an wie eine Mischung aus Twitter und Slack. Ein bisschen Tumblr- und Telegram-Feeling ist auch noch dabei, schreibt "Venture Beat".

Magic words machen Peach besonders

Wer sich bei Peach anmeldet, muss zuerst einen Benutzernamen wählen und auf die Suche nach Freunden gehen. Die muss man sich gerade noch händisch zusammenklauben. Nummern mit der deutschen Vorwahl werden vom System im Test nicht erkannt, das Telefonbuch lässt sich nicht automatisch nach anderen Peach-Nutzern durchsuchen.

Jeder hat wie bei Facebook oder Twitter eine persönliche Seite, auf der alle seine Beiträge erscheinen. Andere Nutzer können sie besuchen und Einträge kommentieren oder mit einem Herzchen liken. Eine gute Übersicht über die jüngsten Beiträge der Freunde gibt es nicht. Zwar werden die zuletzt aktiven Profile in einer Liste im Home-Bereich angeordnet - was sie gepostet haben, wird so aber noch nicht klar. Dafür muss man jeden User einzeln anklicken.

Screenshot von "Peach"-Beitragsfeed.

Screenshot von "Peach"-Beitragsfeed.

Das Besondere an Peach sind die magic words, die magischen Worte. Rund zwanzig dieser englischen Zauberworte kennt die App. Wer zum Beispiel "GIF" in der App eintippt, bekommt direkt die Möglichkeit angezeigt, aus einer Auswahl von GIFs zu wählen. Man kann die Angebote nach Schlagworten durchsuchen, die Ergebnisse durchblättern und das GIF seiner Wahl dann posten, mit oder ohne Kommentar. Wer "here" eingibt, kann seinen Standort veröffentlichen. Mit "draw" öffnet sich die Zeichnen-Funktion von Peach, "battery" teilt den Peach-Freunden den aktuellen Akkustand mit.

Bei "song" soll Peach den Namen des Songs erkennen, der gerade gespielt wird. "Heroes" von David Bowie ist kein Problem, genauso wenig wie "Coffee" von der Indieband Sylvan Esso. Bei Kendrick Lamar braucht es im Test ein paar Versuche. Die anderen Schlagworte machen im Test generell aber schon zuverlässig beim ersten Mal, was sie sollen. Möglichkeiten, sich mitzuteilen, gibt es also viele. Ein Nutzer beschrieb deshalb die App im App-Store sogar als "Schweizer Taschenmesser des Internets".

Wenige direkte Interaktionsmöglichkeiten

Eher begrenzt muten dafür die Optionen an, direkt mit seinen Freunden zu interagieren. Ein klassischer Messenger ist Peach daher nicht. Auf Peach gibt es lediglich verschiedene Varianten des Anstupsens, wie man es noch von Facebook kennt. Man kann Freunden zum Beispiel freundlich zuwinken, ein Küsschen zuwerfen oder sie anfauchen. Schreiben geht nicht. Außer man postet öffentlich unter einen Beitrag. Auf einem Aktivitäten-Tab werden alle Interaktionen zusammengefasst.

Die magic words von Peach zu entdecken, macht Spaß und ist ziemlich einfach. Wie lange die Faszination anhält, muss sich aber erst noch zeigen. Eventuell lässt sich der Reiz der App zeitlich noch etwas ausdehnen, wenn die Liste der Zauberworte, aktuell mit 21 Einträgen versehen, noch ergänzt wird.

Spätestens dann aber könnte der Pfirsich-App das gleiche Schicksal drohen wie den Lieblingsanwendungen vor ihr: Die Karawane zieht weiter zum nächsten Hype.

Mehr zum Thema


Diskutieren Sie mit!
10 Leserkommentare
meckerziege24 11.01.2016
globalundnichtanders 11.01.2016
cor 11.01.2016
flitzpiepe0815 11.01.2016
xineohp 11.01.2016
zick-zack 11.01.2016
h.weidmann 11.01.2016
frenchie3 12.01.2016
r.kon 12.01.2016
dominik-kassel 13.01.2016

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.