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700 Hefte zum Festpreis Das taugt die Magazin-Flatrate Readly

Zeitschriftenangebot von Readly: Viele Frauentitel aus dem Hause Bauer Zur Großansicht

Zeitschriftenangebot von Readly: Viele Frauentitel aus dem Hause Bauer

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Für 9,99 Euro pro Monat so viel in aktuellen Magazinen lesen, wie man will: Mit Readly ist in Deutschland eine Flatrate für digitale Zeitschriften gestartet. Doch ist das Angebot wirklich so gut, wie es klingt?

Zumindest auf den ersten Blick enttäuscht Readly. Die Flatrate des gleichnamigen schwedischen Unternehmens umfasst am Montagnachmittag nur 67 deutsche Zeitschriften. Mit Ausnahme von "Vice" kommen alle Titel aus den Häusern Bauer, Funke, IDG und Wellhausen & Marquardt. Überwiegend handelt es sich um Special-Interest- und Frauenzeitschriften.

Von IDG sind immerhin die Flaggschiffe "Gamestar" und "PC Welt" dabei, Bauer steuert unter anderem "Bravo Sport" und das Ü40-Magazin "MyWay" bei, dazu Klatsch- und Quatschblätter wie die "Neue Post" und "Astro Woche". Die bekanntesten Titel im Angebot dürften "Cosmopolitan", "Bravo", "Hörzu", "Bild der Frau" und "TV Movie" sein.

Insgesamt bietet Readly rund 700 Zeitschriften aus sieben Ländern, darunter ein Baby-Magazin von den Philippinnen und ein indisches Männermagazin. Im internationalen Katalog findet sich aber auch manche Perle, wie das US-Design-Magazin "Fast Company" oder das Filmindustrie-Fachblatt "The Hollywood Reporter".

Auch ältere Ausgaben verfügbar

Positiv fällt auf, dass sich bis zu 500 Magazine gleichzeitig herunterladen lassen: So lässt sich sogar für lange Reisen ohne Aussicht auf W-Lan genug Lesestoff mitnehmen, sofern man im Angebot fündig wird.

Gut ist außerdem, dass neben dem jeweils aktuellsten Heft auch ältere Ausgaben abrufbar sind. Bei den IDG-Computerzeitschriften beispielsweise reicht das Archiv jeweils bis zum Jahresbeginn zurück. Als "Bravo"-Fan findet man gerade die acht aktuellsten Ausgaben, wer "Teddys Kreativ" liest - ein Heft für Teddy-Liebhaber - bekommt zwei von fünf in diesem Jahr erschienenen Ausgaben.

Ein Monat Readly kostet 9,99 Euro, bezahlen lässt sich ausschließlich per Kreditkarte. Kündigen kann man unkompliziert per Browser und das jederzeit. Derzeit gibt es zwei Testabos, die 14 Tage (ohne Angabe von Bezahldaten) beziehungsweise einen Monat (mit Kreditkarten-Angabe) lang kostenlos laufen - eine gute Möglichkeit zu testen, ob Readly zum eigenen Medienkonsum passt.

Als Faustregel für den Dienst gilt: Wer etwa drei bis fünf der angebotenen Magazine regelmäßig digital liest, der kommt mit dem Flatrate-Angebot auf Dauer günstiger weg als mit Einzelkäufen.

Komfortfunktionen fehlen

Sonderlich komfortabel ist das Lesen mit Readly aber nicht - das sollte bedenken, wer üblicherweise Printzeitschriften oder speziell aufbereitete iPad-Apps kauft. Readly hat derzeit lediglich PDF-Varianten der Zeitschriften im Angebot. Das bedeutet: Komfortfunktionen mancher Apps wie eine Volltextsuche oder eine Antipp-Option, mit der sich Bilder über den ganzen Bildschirm ausdehnen lassen, fehlen.

Die von uns getestete iPad-App bot eher spartanische Funktionen: Immerhin lassen sich Lesezeichen setzen, außerdem kann man zwischen einer Doppelseitenoptik und einer Einzelseitenanzeige umschalten. Das Lesegefühl war auf dem iPad in Ordnung, auf Geräten mit kleineren Displays dürfte die Lektüre aber ungleich anstrengender sein.

Mit einem Account lässt sich Readly auf bis zu fünf Geräten gleichzeitig nutzen, entsprechende Apps existieren für iOS- und Android-Geräte, außerdem für Windows 8 und Amazons Tablet Kindle Fire. Die Möglichkeit, Magazine auszudrucken, gibt es nicht.

Erstes Fazit zu Readly

Bislang ist Readly ein Dienst mit einem übersichtlichen Angebot und einer entsprechend spitzen Zielgruppe. Dank des kostenlosen Testmonats und akzeptabler Nutzungsbedingungen können Interessierte zunächst nicht viel falsch machen, man darf aber weder viel Lesekomfort, noch viele großen Namen erwarten. Solange Branchengrößen wie Gruner + Jahr und Burda Readly nicht unterstützen, werden zahlreiche Kiosk-Bestseller fehlen. Offensichtliche Lücken hat der Readly-Katalog vor allem abseits der Unterhaltungssparte, etwa in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

So sieht Readly aus

Magazinübersicht in der iPad-App: Readly wirbt mit rund 700 Zeitschriften, davon sind aber nur 67 auf Deutsch. Darunter finden sich Nischentitel wie "Teddys Kreativ" und "Puppen und Spielzeug".

Englische Hefte: Am interessantesten ist das Flatrate-Angebot, wenn man sich auch für Fachmagazine aus anderen Ländern interessiert, etwa für Cowboy- und Gesundheitsmagazine aus den USA.

Ein Baby- und ein Essensmagazin: Hier zu sehen sind die verfügbaren Titel von den Philippinnen. Auch bei den amerikanischen und britischen Magazinen finden sich eher wenige bekannte Titel.

Archiv-Ansicht: In der Regel findet man in Readly nicht nur aktuelle Ausgaben, sondern jeweils auch einige ältere. Hier zu sehen sind Hefte des Gamedesign-Fachmagazins "Making Games".

Einstellungsmenü: Bei Readly lassen sich bis zu 500 Magazine gleichzeitig herunterladen - eine im Vergleich etwa zu E-Book-Flatrates großzügige Option.

Blick in ein "Cosmopolitan"-Heft: Mit der Leiste unten kann man direkt von Seite zu Seite springen. Bei Readly navigiert man sich durch klassische PDF-Dateien.

9 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
optional_muenchen 27.10.2014
stauss4 27.10.2014
fatherted98 27.10.2014
bartholomew_simpson 27.10.2014
der_c 27.10.2014
vollzeitpoltiker 27.10.2014
schmidti43 27.10.2014
anderermeinung 28.10.2014
lehsenbilded 28.10.2014

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