Hamburg - Für iranische Smartphone-User ist es schwer, an moderne Hightech-Geräte zu kommen. Zuletzt hatte Ende 2011 Nokia Siemens Networks angekündigt, sein Engagement in Iran einzustellen. Zur Begründung hieß es damals, die Sanktionen gegen Iran "machen es uns nahezu unmöglich, Geschäfte mit iranischen Kunden zu machen". Jetzt unternimmt offenbar Samsung
einen ähnlichen Schritt zurück. Per E-Mail habe der Konzern seine iranischen Kunden darüber informiert, dass ihnen der Zugang zum iranischen App Store des koreanischen Konzerns vom 22. Mai an verwehrt werden soll, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).
Auf die Sanktionen gehe das Unternehmen in seinem Schreiben nicht ein. Als Begründung für den Schritt werden "rechtliche Hürden" genannt. Samsung entschuldigte sich bei seinen Kunden für die Maßnahme.
Die USA, Großbritannien, Frankreich, China, Russland und Deutschland versuchen seit Jahren, Iran zum Einlenken im Streit über das iranische Atomprogramm zu bewegen - ohne Erfolg. Deshalb wurden eine ganze Reihe von internationalen Sanktionen erlassen, die vor allem auf den Öl- und Finanzsektor des Landes abzielen.
Für die Bevölkerung haben diese Maßnahmen praktische Auswirkungen. Einem Bloomberg-Bericht zufolge, sind die Preise für einige Grundnahrungsmittel in dem Land drastisch gestiegen, nachdem die Regierung ihre Unterstützung für Importe mit Devisen eingestellt hat. Fleisch sei seither um 60 Prozent teurer geworden, Speiseöl um 35 Prozent.
Samsung ist einer der wenigen westlichen Konzerne, die in Iran Produkte und Dienstleistungen in der Landessprache Farsi anbieten. Die Ankündigung vom Donnerstag sorgte bei Medien und Samsung-Nutzern offenbar für einige Aufregung. The Register berichtet, den Anwendern werde empfohlen, die verbleibende Zeit zu nutzen, um ihre Apps auf den neuesten Stand zu bringen, bevor der Zugang zum Samsungs App Store gesperrt wird. Samsung selbst hat sich bisher nicht zu den Vorgängen geäußert.
mak
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