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"Simplify.thatsh.it" Website macht aus beliebigen Bildern moderne Kunst

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"Produziere zufällige moderne Kunst, indem Bilder auf ihre Kernelemente reduziert werden": Mit diesem Konzept lockt ein neues Online-Tool. Wir haben "Simplify.thatsh.it" mal einige Kunstwerke erstellen lassen - mithilfe von Fotos aus unserer Berichterstattung.

"Simplify.thatsh.it" ist ein Projekt der New Yorker Netzkünstler Jen Lu und Tim Nolan, das seit Montag im Netz steht. Öffnet man die Website und zieht ein Bild ins dafür vorgesehene Feld, wird auf Grundlage der Bilddatei automatisch eine geometrische Komposition erstellt, die ein bisschen an Werke des Konstruktivismus à la Malewitsch erinnert. Manches vermeintliche Kunstwerk kommt dem Original vom Aufbau her sehr nah, andere Bilder lassen nur erahnen, welches Foto als Vorlage diente.

Lu und Nolan schreiben, ihr Projekt sei eine Kollaboration zwischen zwei Künstlern und einem Computeralgorithmus. Per Twitter ruft Tim Nolan dazu auf, mit dem Werkzeug erstellte Bilder in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #simplifythatshit zu verschlagworten. Die Seite funktioniert allerdings nicht in jedem Browser.

Um "Simplify.thatsh.it" zu testen, haben wir einige Fotos aus dem Netzwelt-Ressort verfremden lassen. Die entstandenen Kunstwerke und ihre Vorlagen finden Sie hier:

Solche Bilder liefert "Simplify.thatsh.it"
Simplify.thatsh.it

Ganz schön bunt: Was für ein Bild diente wohl als Vorlage für dieses Kunstwerk?

Matthias Kremp

Es war dieser Gartenzwerg: Er wurde von uns beim Test einer Smartphonekamera fotografiert.

Simplify.thatsh.it

Alles ein wenig eckiger: Zu diesem Bild ließ sich „Simplify.thatsh.it“ durch einen Website-Screenshot inspirieren.

... Als Vorlage diente eine Aufnahme der umstrittenen Film-Website Kinox.to.

Simplify.thatsh.it

Extrem minimalistisch: Schlagzeilen machte in den vergangenen Monaten auch ein anderes Internetangebot, dessen Startseite uns hier als Vorlage diente.

Es war die optisch schlichte Startseite des Journalismusportals "Krautreporter", die kürzlich auch für Nichtmitglieder freigeschaltet wurde.

Simplify.thatsh.it

Vergleichsweise viele Elemente: Dieses Kunstwerk entstand aus einem unserer Unternehmenssymbolbilder.

REUTERS

Die Vorlage war in diesem Fall die Aufnahme eines Amazon-Lagers mit sehr viel blauem Himmel.

Simplify.thatsh.it

Nicht sonderlich feierlich: Grundlage dieses Kunstwerks ist ein Spiel-Screenshot.

Der Screenshot stammt aus "Partyrs", einem Rätsel für iOS-Geräte, das sich um Partys dreht.

Simplify.thatsh.it

Drei Farben: Das ruhigste von sechs Bildern schuf das Online-Tool ebenfalls aus einer Aufnahme aus einem Spiel.

Die Bildvorlage zeigt eine an US-Präsident Obama angelehnte Spielfigur aus der Lebenssimulation "Die Sims 4".

4 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
Mach999 30.10.2014
jhea 30.10.2014
kommentor 30.10.2014
dutom 30.10.2014

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Angeklickt: Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

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