Neue Funktion Skype ermöglicht Aufzeichnen von Anrufen 

Skype-Gespräche können nun auch direkt im Programm aufgezeichnet werden. Das kann praktisch sein - birgt aber auch Risiken.

Skype auf dem Smartphone
STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Skype auf dem Smartphone


Skype ermöglicht seinen Nutzern nun, worauf viele lange gewartet haben: Mit einer neuen Aufzeichnungsfunktion für die aktuellen Skype-Versionen für PC, Mac und Mobilgeräte können sie Videokonferenzen und Anrufe aufzeichnen und noch einmal nachhören oder nachsehen. Call Recording nennt sich die Funktion.

In Videogesprächen werden die Bildschirme aller Teilnehmer sowie geteilte Bildschirme aufgezeichnet. Die gespeicherten Aufnahmen landen in Microsofts Online-Speicher und bleiben 30 Tage verfügbar, Nutzer bekommen das Dokument in ihrem Chatverlauf angezeigt. Die Aufzeichnungen lassen sich auch lokal abspeichern und versenden.

Damit niemand unbemerkt aufgezeichnet wird, weist Skype zu Beginn der Aufzeichnung mit einem Banner ausdrücklich auf die Aufnahme hin. Doch so praktisch diese Funktion für Konferenzen und schöne Momente in Privatgesprächen sein kann, die Aufnahmefunktion kann auch für Probleme sorgen.

Eine Aufnahme einfach zu verschicken, ist nicht okay

Das Aufzeichnen von Telefongesprächen - präziser: des nichtöffentlich gesprochenen Wortes - ist nach deutschen Recht verboten. Deshalb ist es klug, sich nicht nur auf die Benachrichtigung durch Skype zu verlassen, sondern alle Teilnehmer eines Gesprächs vor Beginn der Aufzeichnung um ihr Einverständnis zu bitten, sagt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Michael Terhaag. Am besten solle man nach Beginn der Aufzeichnung noch einmal festhalten, dass alle Teilnehmer damit einverstanden sind.

Und während die reine Aufzeichnung eines Gesprächs mit dem Einverständnis aller Teilnehmer in der Regel unkritisch ist, gilt das nicht für die Verbreitung oder Veröffentlichung der Aufnahmen. Hier gilt laut Terhaag: Verschicken ist nur in Ordnung, wenn die aufgenommene Person darüber informiert ist und dem zustimmt. Eine Aufnahme einfach ungefragt an Dritte weiterleiten, ist nicht okay.

Wer das tut, verletze die betreffende Person erheblich in ihrem Persönlichkeitsrecht. Kommt es zum Streit darüber, gibt es zivilrechtliche Ansprüche. Das kann der Anspruch auf Unterlassung sein, hier drohen Kosten für Anwaltsleistungen.

Schlimmstenfalls können Geschädigte Schadenersatz einfordern - zum Beispiel, wenn sehr intime oder geschäftlich wichtige Aufnahmen verbreitet werden. Auch strafrechtlich kann es Ärger geben, sagt Terhaag. Es drohen Gefängnis- und Geldstrafen, wobei in der Praxis meist Ordnungsgelder verhängt werden.

juh/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
quark2@mailinator.com 06.09.2018
1.
Für mich ein weiterer Grund, diese SW nicht mehr zu verwenden. Meine Geschäftspartner rollen zwar immer die Augen, aber seit das zu Microsoft gehört, vermeide ich es und nun erst recht. Normale Telefonkonferenzen oder Teamspeak gehen ja auch und sind mir lieber. Soweit kommt das noch, daß man sich angewöhnt, mitgeschnitten zu werden. Als nächstes macht Skype noch ne Lampe drüber, die rot leuchtet, wenn die KI meint, man würde lügen. Gotta love it.
awoth 06.09.2018
2. Skype
ist völlig ohne Not seit der MS Übernahme zu einer typischen MS software verkommenen unbedienbar geworden. Unübersichtlich, mit Funktionen, die dem user gar nichts bringen, nervöse Farben, riesige Fenster statt einer kleinen Kontaktliste und, und, und ... Ich habe das "alte" Skype seit 2010 täglich privat und beruflich verwendet, habe diverse "Pläne und Abos" gehabt um mit Freunden, Familie und Kollegen kommunizieren zu können. Seit mindestens zwei Jahren verwende ich es aus oben genannten Gründen gar nicht mehr benutzt. dabei bin ich bestimmt nicht allein ...
UsuallyPositive 07.09.2018
3. Die Funktion ist doch schick, aber...
... die gesamte neue Version begeistert kaum. Die für den 01.09. angekündigte Abschaltung der mittlerweile "Classic-Edition" getauften Vorgängerversion wurde einen Tag vorher abgesagt ("We heard your feedback"). Die Liste der fehlenden Funktionen ist länger als die Anzahl der verfügbaren Smileys. Weder kann man in parallelen Fenstern chatten, noch stimmt der angezeigte Status zuverlässig. Wechselt man Audiogeräte, darf man jedesmal das zu verwendende Gerät erneut einstellen. Kontakte haben nur eine Rufnummer und lassen sich nicht organisieren. Im Versuch, ein buntes, hippes und sicherlich auch modernes Skype zu entwickeln, hat man die Nutzer vergessen, für die Skype einfach ein tägliches Arbeitsmittel ist. Und die es eher selten als Handy-App nutzen...
scuba303 07.09.2018
4. Sargnagel
Wenn Skype classic abgeschaltet wird, war es das leider mit Skype. Als classic User ist die aktuelle Version unbrauchbar. Wer Wert auf die Suchfunktion innerhalb eines jahrelangen Chat Verlaufs legt, wird bitter enttäuscht.
Nonvaio01 08.09.2018
5. In der buisiness version
Ist die funktion schon lange erhalten und ectrem nuetzlich, ob man das such privat brsucht wage ich zu bezweifeln.
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