Ärger wegen Datenschutz Sportbund will Olympia-App überarbeiten

Die offizielle App des Deutschen Olympischen Sportbundes ist wegen ihres Umgangs mit Nutzerdaten in die Kritik geraten. Experten attestieren ihr Verstöße gegen das Datenschutzrecht. Doch die Verantwortlichen haben schnell reagiert.

"Wir für Deutschland"-App: Soziale Vernetzung mit deutschen Sportlern

"Wir für Deutschland"-App: Soziale Vernetzung mit deutschen Sportlern


Kurz vor der Eröffnung der Olympische Winterspiele in Sotschi gibt es Kritik an der offiziellen App des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Eigentlich soll die Software Fans ihren Idolen näher bringen, indem sie die Aktionen einiger Sportler in sozialen Netzwerken sammelt und es den Nutzern ermöglicht, mit den Akteuren zu kommunizieren.

Dem Grünen-Politiker Daniel Mack kam allerdings ein böser Verdacht, nachdem er sich die Olympia-App "Wir für Deutschland" angeschaut hatte: Verstößt der Sportbund gegen Datenschutzregeln, indem er die persönlichen Daten der Nutzer dieser App unerlaubt nutzt?

Mack mahnte an, dass man sich zur vollständigen Nutzung der Software beispielsweise mit seinen Facebook-Login anmelden und der App umfassenden Zugriff auf seine Daten gewähren sollte. Unter anderem hätte sich der DOSB damit Zugriff auf die E-Mail-Adresse der Nutzer verschafft und angekündigt: "Außerdem informieren wir Dich nach Deiner Anmeldung per E-Mail über News rund um die Themen 'Wir für Deutschland', Deutsche Olympiamannschaft, diese App und weitere Onlineangebote des DOSB e. V. und der DOSB New Media GmbH."

Damit mache der DOSB "Daten zu Gold" und verstoße gegen geltende Datenschutzbestimmungen. Schließlich müsse der Anwender selbst entscheiden können, "ob und welche Daten einer App zugänglich gemacht und an wen sie übermittelt werden dürfen".

Diese Einschätzung teilt der Freisinger Rechtsanwalt Thomas Stadler. Auf seinem juristischen Blog "Internet-Law" schreibt er, wenn der DOSB Werbe-E-Mails ohne die vorherige Einwilligung (Opt-in) der Adressaten verschicke, stelle das "sowohl eine Wettbewerbsverletzung dar als auch eine unerlaubte Handlung im Sinne des BGB".

Sportbund will App ändern

Der DOSB reagierte umgehend auf die Kritik. Noch am Mittwochabend bezog Sportbund-Sprecher Jens Behler in einem Kommentar auf der Website von Daniel Mack zu dessen Vorwürfen Stellung. Ausführlich erklärte er, welche Daten die App tatsächlich speichert, und versicherte, dass diese Daten nur zur Interaktion mit sozialen Netzen genutzt würden: "Mehr geschieht damit nicht."

Auch von dem Plan, einen Newsletter an die Nutzer zu verschicken, habe man nun Abstand genommen. Zudem versprach er, mit dem nächsten Update würde jeder Hinweis auf einen solchen Newsletter aus der App entfernt werden. Auch die Datenschutzhinweise wollen man "noch einmal überprüfen lassen und gegebenenfalls deutlicher machen, wofür wir die Daten nutzen."

Mit dieser Antwort gab sich dann auch Daniel Mack zufrieden und twitterte wenig später: "Gute Antwort des @DOSB: Olympia-App wird überarbeitet."

meu

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
wpstier 06.02.2014
1. Bei der ADAC App ....
.... beschwert sich niemand, obwohl bei der Spritpreis und der Map App auf alle Kontakte zugegriffen wird.
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