Verräterische Positionsdaten Pentagon verbietet Soldaten im Einsatz Fitness-Apps wie Strava

Wenn die Trainingsroute zu viel verrät: Fitness-Apps wie Strava machen öffentlich, wer wo unterwegs ist. Das US-Verteidigungsministerium spricht nun ein Verbot der Dienste für bestimmte Truppenteile aus.

Strava-Karte
Strava

Strava-Karte


Das US-Verteidigungsministerium verbietet Soldaten in Einsatzgebieten die Nutzung von Fitnessdaten-Trackern und anderen Smartphone-Apps, die Standortdaten verraten können. Das teilte das Pentagon am Montag in Washington mit.

In der Erklärung hieß es zur Begründung der Maßnahme, dass Apps mit GPS-Positionserkennung persönliche Informationen, Standorte, die Anzahl von Soldaten sowie deren persönliche Routine offenlegen könnten. Das sei ein Risiko für einen Einsatz.

Es gibt aber kein universales Verbot für alle Truppenmitglieder. Vielmehr sollen die Truppenführer künftig offenbar selbst entscheiden, wie hoch die Gefahr sei, die durch eine Preisgabe von Standortdaten entstehen könnte.

Laufstrecken um Militärbasen verraten genauen Standort

Anfang des Jahres war die Fitness-App Strava in die Kritik geraten, weil von ihr veröffentlichte Aktivitätskarten den Standort und die Nutzung von Militärstützpunkten offenbaren können. Strava zeigt auf seiner "Global Heatmap" anonymisiert, wo Nutzer wie viel trainieren.

In Städten gehen einzelne gelaufene oder mit dem Rad zurückgelegte Wege in der Masse unter. Aber in Konfliktgebieten und Wüsten etwa im Irak oder in Syrien sah die Karte fast vollständig dunkel aus - mit Ausnahme kleiner Nadelstiche, die sich als Militärstützpunkte identifizieren lassen. Die US-Streitkräfte leiteten daraufhin eine Untersuchung ein.

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Project Polar: Verräterische Fitnessdaten

Auch "Polar"-App verriet viel über Nutzer

Im Juli hatte auch die finnische Fitnessfirma Polar ihre "Erforsche"-Funktion auf ihrer Mitgliederwebsite abgeschaltet. Dort konnte man auf einer Karte sehen, wo andere Mitglieder unterwegs waren.

Auch diese Karten seien verräterisch, berichtete die niederländische Zeitung "De Correspondent". Den Redakteuren war es gelungen, über die von Polar bereitgestellte Karte nicht nur die sportlichen Aktivitäten normaler Nutzer nachzuverfolgen, sondern auch die von Geheimdienstmitarbeitern und Soldaten im Auslandseinsatz.

gru/dpa

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flohzirkusdirektor 07.08.2018
1. Was soll denn das?
Rekrutiert die U.S. Army jetzt schon Komplettdebile? Da kann der GI ja auch gleich aufstehen und rufen "Catch me if you can!". Soldaten nach nur 2 Monaten BT (Basic Training - zu meiner Zeit hiess das noch Basic *Combat* Training und dauerte 3 Monate) gleich in den Kampf zu schicken, scheint nicht gerade die beste aller Ideen zu sein. Btw., bei Stützpunkten ist das nicht ganz so schlimm, die lassen sich durch ihren Funkverkehr wie schon im WW II ohnehin triangulieren ...
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