"Street Fighter IV: Champion Edition" ausprobiert Blanka und Ryu kloppen sich auf dem iPhone

Capcom hat eine neue Version des Prügel-Klassikers "Street Fighter IV" für iPhone und iPad veröffentlicht. Unser Test verrät, ob das Kämpfen auch ohne klassischen Controller Spaß macht.

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Wenn Kampfrufe wie "Tiger Uppercut", "Hadouken" und "Sonic Boom" aus dem iPhone-Lautsprecher ertönen, weckt das bei vielen Gamern Erinnerungen an die Jugend. Die Schule ist vorbei, die Freunde quetschen sich auf das Sofa und starren gebannt auf den Röhrenfernseher. Wer gerade an der Reihe ist, der verbiegt sich die Finger auf dem Gamepad. Und wer pausiert, der ruht seine Daumen aus und übt in Gedanken die Tastenfolge für den nächsten Spezialangriff.

Kaum ein anderes Spiel hat das Beat-'em-up-Genre mehr geprägt als die Prügel-Saga "Street Fighter". Der Spielehersteller Capcom hat nun das fast zehn Jahre alte "Street Fighter IV" aus der Schublade gekramt und eine App-Version davon im iTunes-Store veröffentlicht. "Street Fighter IV: Champion Edition" ergänzt nun nach vielen Jahren die App-Reihe des erfolgreichen Kampfspiels und ist für 5,49 Euro für iPhone und iPad erhältlich.

Für dieses Update war es höchste Zeit. 2010 hatte Capcom zwar bereits "Street Fighter IV" in den App Store gebracht. Doch die Entwickler passten das Spiel seinerzeit nur lieblos an mobile Geräte an. Bis heute ist die App daher nur für eine Displaygröße bis maximal 3,5 Zoll geeignet. Das gilt auch für "Street Fighter IV Volt", das ein Jahr später erschien, aber ebenso schwarze Balken auf allen Displays anzeigt, die größer sind als der Bildschirm des iPhone 4.

Bei "Street Fighter IV: Champion Edition" hat sich vor allem optisch einiges getan. Zwar bietet das Spiel längst keine zeitgemäße Grafik. Doch die Kämpfe sehen gut aus und vermitteln den Charme der Konsolen-Vorlage.

Vor allem durch ihre Charaktere schickt die App auch Fans des Neunzigerjahrehits "Street Fighter II" auf eine emotionale Zeitreise. Unter den 25 Kämpfern sind nämlich viele alte Bekannte, darunter etwa die beiden besten Freunde Ryu und Ken, das Dschungel-Biest Blanka und der Boxer Balrog.

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Energiebälle schleudern wie früher

Und auch wenn die "Street Fighter II"-Duelle schon mehr als 20 Jahre her sind: Die Angriffe sind immer noch im Unterbewusstsein verborgen und lassen sich wie früher abrufen. Wer also damals schon die Spezialattacken verinnerlicht hatte, kämpft sich auch auf dem iPhone mühelos wieder in Form.

Wie sonst auf dem Gamepad gilt auch auf dem Touchscreen: Wer etwa beim Kämpfer Ken mit dem linken Daumen auf dem Display einen Viertelkreis nach oben zieht und dabei einen Schlag ausführt, schleudert wie einst auf der Playstation und dem Super Nintendo den Hadouken-Energieball auf seinen Gegner.

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Aber macht das ohne Tastenkreuz und Joystick überhaupt Spaß? Ja, tatsächlich klappt das mit der Steuerung überraschend gut - und das, obwohl der Gamecontroller komplett kopiert wird und das Steuerkreuz mitsamt den Knöpfen einfach auf dem Display angezeigt wird. Das hat sogar noch einen Vorteil: Die App spielt sich genau wie das Original.

Nach ein paar Runden hat man sich an die Touchscreen-Steuerung gewöhnt und vermisst den Controller nur noch ein wenig. Und solange man die Stärke der Gegner auf einem einfachen oder normalen Niveau belässt, gelingen die Spezialbewegungen flüssig. Doch sobald die Gegner schneller und stärker werden, gelingen die eigenen Feuerbälle und Kinnhaken immer seltener - und man wünscht sich das Gamepad zurück.

Unterm Strich ist "Street Fighter IV: Champion Edition" eine gelungene App-Adaption des Prügelspiels. Konsolen-Nostalgiker werden mit dem Spiel ihren Spaß haben, da es sich anfühlt wie früher, wenn man sich durch den Arcade-Modus und die Survival-Duelle kämpft. Doch auch wenn es mittlerweile einen Online-Modus gibt: Wer eine Revolution des Genres auf dem iPhone erwartet hat, der wird enttäuscht werden.


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