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Smartphone-App "The Room Three": Knobeln in mystischen Gemäuern

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"The Room Three" im Test: Rätsel, Rätsel, Rätsel Fotos
Fireproof Games

Zerren, drücken, schieben: Die Rätsel der Spiele-App "The Room Three" sind ziemlich knifflig. Frust kommt trotzdem nicht auf, dank eines Kniffs der Entwickler.

Das Spielzeugboot pflücke ich aus der Eule im Uhrenturm, denn nur damit gelange ich zum Schlüssel im Bootshaus. Doch ich habe mich zu früh gefreut. Der Schlüssel liegt natürlich nicht einfach herum, sondern steckt im Inneren einer Metall-Ratte, die auf einem Holztisch aufgespießt ist.

Jetzt hilft nur noch zerren, drücken, schieben: Nach ein paar Versuchen klappen die Mausohren weg und zwei versteckte Knöpfe tauchen auf. Drückt man die beiden Schalter, öffnet sich endlich der Rattenkörper und gibt den Schlüssel frei.

Ausprobieren gehört beim 3D-Puzzle-Spiel "The Room Three" dazu. Zwar lassen sich viele Rätsel mit ein wenig Knobelei lösen, doch der Spieler muss auch immer wieder planlos über den Touchscreen wischen, um Aufgaben zu lösen. Mal ist es lediglich ein Kippschalter, der bewegt werden muss. Ein anderes Mal aber öffnet sich ein Gefäß erst, nachdem ich eine Kugelform mit raschen Wischbewegungen in Bewegung gebracht habe. Einige Eindrücke vom Spiel liefert unsere Fotostrecke.

Erinnerungen an Spiele wie "Myst"

Bei aller Wischerei kommen vor allem Rätselfans bei "The Room Three" voll auf ihre Kosten. Ganz im Stil von Puzzle-Klassikern wie "The 7th Guest" und "Myst" setzen die Entwickler der britischen Softwarefirma Fireproof Games auf dreidimensionalen Knobelspaß.

Der Spieler bewegt sich durch ein mystisches Gemäuer und erlebt finstere Zwischensequenzen. Düstere Klänge versprühen einen Hauch von Horror. Ums sich den Weg durch die Story zu bahnen, müssen immer wieder Steinplatten ausgerichtet, Schaltkreise geschlossen und Geheimfächer geöffnet werden.

Rätsel gelöst: Der Spieler wird immer wieder mit kurzen Zwischensequenzen belohnt Zur Großansicht
Fireproof Games

Rätsel gelöst: Der Spieler wird immer wieder mit kurzen Zwischensequenzen belohnt

Mit hübscher Grafik und atmosphärischen Klängen fesselt "The Room Three" den Spieler für einige Stunden ans Smartphone. Zwar sind die Rätsel teilweise knackig schwer, doch die Entwickler schaffen es, die Spieler vor Wutausbrüchen und Nervenzusammenbrüchen zu bewahren.

Der Trick: Das Spiel hält den Schwierigkeitsgrad immer knapp unter der Frustrationsgrenze. Zunächst darf der Spieler ganz allein an die Rätsel ran. Doch wenn er völlig willkürlich an den Rädchen dreht oder eine Weile lang gar nichts macht, dann leuchten hilfreiche Tipps am Bildschirmrand auf. Die Hinweise werden immer deutlicher, bis beinahe eine Anleitung erscheint, wie das Rätsel funktioniert. Und das ist auch gut so. Denn manche Geheimplatte ist so gut versteckt, dass man das Versteck kaum selbst entdecken kann.

Fünf Sterne für die Vorgänger

Der Spielspaß lässt nur dann ein wenig nach, wenn das Rätsel zur Geschicklichkeitsübung wird. Einige Aufgaben sind wirklich sehr kleinteilig und auf dem Smartphone schwer zu bedienen. Zum Beispiel dann, wenn man zwei Magnete mit den Fingerkuppen anordnen muss und dabei kaum noch den Bildschirm erkennt. Ein Tablet eignet sich an diesen Stellen wesentlich besser zum Spielen.

Doch abgesehen von diesen Schönheitsfehlern schicken die Entwickler mit dem dritten Teil der "The Room"-Reihe ein feines Puzzlespiel ins Rennen, dass sich gut mit den beiden Vorgängern messen kann, mit denen Fireproof Games immerhin einige Preise einheimste.

Apple kürte den ersten Teil, der im September 2012 erschienen ist, seinerzeit zum Spiel des Jahres. Mit mehr als 32.000 Rezensionen wird die App noch immer mit fünf Sternen bewertet. Auch das knapp ein Jahr später veröffentlichte "Room Two" wird im App-Store mit einer Bewertung von fünf Sternen gelistet.

"The Room Three" kostet für iPad und iPhone fünf Euro. Eine Version für Android soll laut den Entwicklern auch bald erscheinen. Allerdings läuft das Spiel offenbar nicht auf allen Geräten. Das erste iPad etwa sei ungeeignet, heißt es in der App-Store-Beschreibung. Außerdem empfehlen die Entwickler mindestens ein iPhone 5, damit die 3D-Grafiken flüssig dargestellt werden können.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. The Room - absolut gelungen.
2cv 09.11.2015
Die erste Version war schon ein gelungenes Spiel für alle diejenigen, die sich ohne Reaktionsschnelligkeit und Zeitdruck mit interessanten Herausforderungen auseinandersetzen wollten. Und das nahezu altersunabhängig - selbst unser 3 1/2 jähriger Nachwuchs, den wir testweise für 10 Minuten das Spiel bzw. Lösen eines Rätsels vorgestellt haben, konnte - zumindest auf den beginnenden Leveln - damit umgehen... (und bevor die ersten Nörgler antreten, mehr als "10 Minuten Tablet" gibt es pro Tag nicht, und das auch nicht jeden Tag). Manchmal - und das sei an Spiele-Entwickler im Allgemeinen gerichtet - wäre es cool, insbesondere wenn man nicht kontinuierlich und jeden Tag spielt - noch einmal bei einem gespeicherten Spielstand bzw. dessen Weiterführung die letzten wesentlichen Spielzüge bis zum Speichern noch einmal sequentiell vorzuspielen, um den Wiedereinstieg etwas zu erleichtern... gerade dann, wenn aufeinander aufbauende Spielzüge notwendig für das Weiterkommen sind.
2. Ipad 700?, App bezahlen?
Rubyconacer 09.11.2015
Wie kann es sein, dass man für so extrem überteuerte Hardware noch Programme dazukaufen soll? Ich erwarte, dass alles Sinnvolle drauf ist, bzw. problemlos und inklusive nachgeladen werden kann. Wo sind wir denn?
3. @rubyconacer
je_pense 09.11.2015
Weshalb sollte man für eine Software nichts zahlen sollen? Die Programmierer haben immerhin Arbeit hineingesteckt. Weiterhin ist es eine separate Software, die sinnvollen und notwendigen Apps sind bei einem iPhone/iPad kostenlos mit an Bord. Folgte man ihrer Logik, dann müssten bei Premium-KFZ alle Services, Reifen etc. auch im Preis inkludiert sein. Oder, um im Bild zu bleiben bei Spielekonsolen ebenfalls alle Spiele umsonst. "The Room" ist ein geniales Spiel und für ein gutes Produkt kann man als Hersteller (hier der Programmierer, NICHT Apple) Geld verlangen.
4. Das Spiel ist ...
MicTheFlic 09.11.2015
... nicht wesentlich schwerer als Teil 2, macht aber mehr Spaß (habe bisher aber erst zwei Level gespielt). Läuft bisher problemlos auf meinem iPad2.
5. Bisschen entäuscht
dieben 09.11.2015
ich bin. Nach 2 Jahren Entwicklung hatte ich mir mehr versprochen. Teil 1 und 2 hatten schöne Knobelaufgaben an den Artefakten. Im dritten Teil gibt es viele Wiederholungen und eine Menge Rennerei zwischen den Räumen. Das macht die Sache nicht unbedingt spannender. Ich bin jetzt in Kapitel 4, da wird es etwas besser. Und dass die Grafik soviel besser ist, kann ich nicht erkennen.
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