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Silicon Valley Blog Alle Handys sollen Facebook-Phones werden

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Am Ende verteilt Mark Zuckerberg hinter den Kulissen lächelnd Küsschen an Mitarbeiterinnen, aber die Anspannung will nicht aus seinem Gesicht weichen. Nach seiner 90-minütigen Präsentation wirkt Facebook-Chef Mark Zuckerberg erschöpft, nicht euphorisch. In der zweckentfremdeten Mitarbeiter-Cafeteria seines Konzerns hat er gerade Dutzenden Journalisten und Bloggern erklärt, warum man sich eine neue Smartphone-App namens "Facebook Home" installieren sollte, die auf Android-Smartphones den eigentlichen Homescreen ersetzt und das soziale Netzwerk in den Mittelpunkt stellt.

Die Veranstaltung im kalifornischen Menlo Park ist ein Ausflug in die Welt, wie Mark Zuckerberg sie sieht: Facebook sei nichts anderes als eine Erweiterung unseres Selbst, sagt er, und dass Smartphones den Menschen und nicht Apps in den Vordergrund stellen sollten. Das Ziel von "Facebook Home" sei nichts Geringeres, als dazu beizutragen, das Verhältnis der Menschen zu Technologie grundlegend zu verändern. Und: Facebook zu nutzen, mache uns menschlich. Am Ende bleibt der Eindruck, dass es ist nicht nur Strategie ist, nach der Zuckerberg das soziale Netzwerk vorantreibt, sondern Ideologie.

Zuckerberg ist ein guter Redner, er spricht frei und flüssig, mit kehliger Kermit-Stimme. Aber er ist kein Einpeitscher. Die Reaktionen sind verhalten. Vereinzeltes Gejohle und Applaus der vielen Facebook-Mitarbeiter zwischen den Journalisten verhallen schnell.

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Facebook Home: Zuckerbergs App-Show

Der Vormittag, den ich am Donnerstag in der Facebook-Zentrale in Menlo Park verbracht habe, war trotzdem spannender als erwartet. Weniger wegen des Produkts, das mit großem Aufwand präsentiert wurde, sondern wegen des zwar kurzen, aber prägnanten Einblicks in die Gemütslage der Unternehmensführung rund um Zuckerberg.

Vor gerade mal einem Jahr, in den Wochen vor dem Börsengang, gab es kaum einem Facebook-Mitarbeiter, der nicht mit stolzgeschwellter Brust durch die Gegend lief. Selbst die notorisch arroganten Wall-Street-Banker warfen sich vor Zuckerberg in den Staub.


Die Stimmung heute ist dagegen nüchtern, geradezu ernst. Zwar simuliert die Firmenzentrale - mit der etwas prätentiösen Adresse 1 Hacker Way - immer noch die Leichtigkeit der Start-up-Szene im Silicon Valley: Es gibt Volleyball- und Basketballfelder, nächtliche Hackathons und ein Burger-Restaurant. Doch über allem liegt eine Atmosphäre, die man als Konzentration interpretieren kann - oder als Anspannung.

Facebook tut sich noch immer schwer damit, seine riesige Nutzerbasis in Profite umzusetzen. Als ich vor einigen Wochen Dan Rose, Vice President Partnerships von Facebook, begegnet bin, hatte er deutliche Zahlen parat: Von den Mitgliedern, die Facebook über einen Desktop-Computer nutzen, besuchen 40 Prozent das soziale Netzwerk mindestens einmal am Tag. Mitglieder, die Facebook vom Smartphone oder Tablet aus ansteuern, kommen dagegen zu 70 Prozent jeden Tag wieder.

Diese Entwicklung muss und will Facebook zu Geld machen. Deswegen, so erklärt es Zuckerberg am Donnerstag in der Cafeteria, habe man sich entschieden, kein eigenes Smartphone zu bauen. Von einem solchen Geräte könnte man, "selbst wenn es gut ist", nur 10 bis 20 Millionen Stück verkaufen.

Zuckerberg ist das zwei Nummern zu klein. Facebook habe mehr als eine Milliarde Mitglieder, "und wir wollen auf jedes Smartphone". Und das geht am besten, wenn man das eigene System einem anderen überstülpt. Die Börse liebt solche aggressiven Phantasien. Die Aktie stieg prompt um über drei Prozent.

Aus wirtschaftlicher Perspektive ist der Ansatz brillant, denn jedes Android-Smartphone kann nun auch ein Facebook-Phone sein - mit entsprechendem Potential für Werbeeinnahmen. Das dürfte der eigentliche Grund sein, warum Facebook seine Homescreen-App entwickelt hat, auch wenn Zuckerberg ein wichtiges Detail in einen Nebensatz versteckt und erst auf Nachfrage bestätigt: Eingeschoben zwischen Fotos von Freunden und deren Statusmeldungen soll Werbung über den Startbildschirm zirkulieren. Dieser direkte Zugriff auf den Homescreen von Smartphones ist ein Traum für Werbetreibende - und ein Alptraum für viele Nutzer.

Doch zur Einführung der App verzichtet Facebook wohlweislich noch auf Werbeeinblendungen. Erst müssen sich genügend Facebook-Anwender finden, die "Facebook Home" über ihre Android-Benutzeroberflache stülpen. Und das ist alles andere als garantiert. Schon jetzt gibt es Indikatoren, die auf eine allmählich erkaltende Facebook-Liebe vor allem jüngerer Nutzer hindeuten.

Ein Reporter des Nachrichtensenders CNN hat Zuckerberg in der Cafeteria darauf angesprochen: "Mark, man hört immer wieder, dass vor allem Schüler das Interesse an Facebook verlieren. Wie geht ihr damit um?" Als Antwort würde man eine flammende Gegenrede voller Superlative erwarten, wie toll der Laden läuft und dass Jugendliche nichts mehr lieben als Facebook. Stattdessen sagt Zuckerberg mit matter Stimme nur: "Insgesamt ist das Engagement unserer User ziemlich gut."

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70 Leserkommentare
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trevorcolby 05.04.2013
Wer sich das Ding von Software installiert ist RTLII-Stammkunde.
kuehtaya 05.04.2013
Facebook hat seinen Zenith längst überschritten. Dieses Instrument ewig gestriger Altnutzer ist auf dem Weg ins Vergessen.
musikimohr 05.04.2013
Ein interessanter Bericht. Denn, nun, facebook geht uns alle an. Auch Nichtmitglieder. Denn dank dortigem "Freundefinder" werden nicht nur deren Kontaktdaten facebook zur Verfügung gestellt sondern auch sämtliche erhaltenen Emails. Das heißt: facebook kann u.a. alle Emails von Mama an Sohnemann, von Freundin und facebook-Feindin an das Facebook-Mitglied lesen, auswerten, speichern. Dazu kommen Fotos deren biometrische Auswertung bessere Identifizierung bietet als ein Fingerabdruck. Nie vergessen: Sie sind bei facebook. Ob Mitglied oder nicht.
chalchiuhtlicue 05.04.2013
Ich sehe keinen Grund, "Gesichtsbuch" zu nutzen. Berufliche und private Kommunikation läuft bestens über Telefon und Email. "Gesichtsbuch" ist bislang nur erfolgreich, weil jungen Menschen eingeredet wurde, daß sie es dringlich bräuchten. Niemand braucht es jedoch wirklich. Und das scheint so langsam auch den "Nutzern" klar zu werden. Wenn neben der Tatsache, daß FB bislang seine Verbreitung nicht wirklich in Geld umsetzen kann, jetzt auch noch die Nutzerbasis anfängt weg zu brechen, dann wird FB schnell in Probleme kommen, denn Aktionäre sind heutzutage sehr schnell im Verkaufen. --------- Was die FB-App angeht, so ist die Frage, ob Google dies mitmacht. Daß die FB-App den Homescreen kapert dürfte denen nicht so gut gefallen.
founder 05.04.2013
Meine Töchter hatten letztes Jahr eine ähnliche Software versehentlich auf ihren Notebook. Da stand dann "Ihr Computer wurde vom Bundeskriminalamt gesperrt. Überweisen Sie 200.-EUR an....." Da habe ich dann die Festplatte ausgebaut, alle Daten kopiert und Windows neu installiert.
globix 05.04.2013
da sieht man
wie sich inovation in größenwahn wandelt, ich geb fb höchstens noch drei jahre dann isses genauso weg wie Yahoo damals
nick115 05.04.2013
Allein die Zugriffsrechte die die aktuelle Facebook App auf das Smartphone hat sind aberwitzig. Man muss schon arg aufpassen, dass die Daten nicht unerkannt abgezogen werden. Wer freiwillig dieses Facebook Home auf seinem Smartphone installiert oder sogar als Betriebssystem kauft ist selbst Schuld. Dieser Kundenkreis hätte aber auch kein Problem damit in der Fussgängerzone an einem verkaufsoffenen Sonntag Sex zu haben...
Die kontinuierliche Zunahme an Werbeeinblendungen wird sich negativ auswirken. Si wie ich meine Kids beim automatischen Wegzappen von Werbung im TV erlebe, so bemerke ich Unmut bei Werbung auf FB. Ich selbst nutze FB sowohl privat als auch beruflich und mit täglich mehrfach eingelogged. Auch mich nerven die hartnäckigen Einblendungen, die ich zwar nach Wegklicken kommentieren kann ( z.B. mit "uninteressant"), aber das scheint vom System nicht groß beachtet zu werden, die Themenanzeigen kommen zuhauf immer wieder. Bahezu skandalös finde ich, dass, sofern man in seinem Profil auswählt, man wäre Single o.ä., die Flut von mehr ider weniger frivolen Partnerbörsen-Anzeigen, inkl. Sextreffs überhand nimmt. Eine Home-App, die mich mit Werbung zukleistert, würde ich nie und nimmer zulassen.
joe_eis 05.04.2013
... oder IT-Prolet ;-)
Leser80 05.04.2013
meine prognose:
das wird ein flopp.
gmxmathematicus 05.04.2013
Orwell ist ein Dreck dagegen. Warum regen sich alle über "Nacktscanner" auf (die keinen nackt zeigen), aber nicht über sowas?
sci666 05.04.2013
ja klar auf meinem telefon werbung auf dem homescreen der wohlmöglich noch andauernden datentraffic verursacht ? ein glück habe ich kein Facebook und brauche diesen müll auch nicht ! und sms und fotos werden gleich mit spioniert ? adressbuch sowieso wann wachen die leute auf und lassen diese datenkrake endlich zusammenschrumpfen ?!
onkendonk 05.04.2013
Gudn Toch, mir san von der Stasi und hättn en gostenloses Geschenk für Sie.... Für wie blöd werdendie Leute eigentlich gehalten? Sich freiwillig ein weiteres universelles Schnüffeltool (auch ohne dieses weiss googel schon das meiste über seine Android Nutzer) auf seine elektronischen Hirnersatz zu laden das Alles und Jedes ausspioniert, dich mit Werbung vollklatscht und mit sinnloses Statusmeldungen uninteressanter Leute? Alles was ich im letzten Jahr von Fakebook gehört habe war wie man noch mehr und besser Werbung unterbringt aber nicht wie man den Datenschutz oder das Programm verbessert. Zudem is Fb eine der grössten Pornoschleudern überhaupt!
ahmedilein 05.04.2013
Also ob man facebook nun brauch oder nicht... es sind ja immer die selben Kommentare die hier auftauchen, ist mir erstmal egal. Ich nutze es und halte es auch durchaus für sinnvoll und einigen Dingen. "Das heißt: facebook kann u.a. alle Emails von Mama an Sohnemann, von Freundin und facebook-Feindin an das Facebook-Mitglied lesen, auswerten, speichern." Wie genau soll das gehen? Wenn mir jemand eine E-Mail schreib hat facebook damit nichts zu tun. Zur app: ich glaube nicht dass sich das viele installieren werden. Ich hätte dazu noch gerne ein paar mehr Informationen gehabt wie das ganze technisch aussieht. Ich schalte den Bildschirm an und alles was ich sehe ist facebook oder wie? Darauf hat doch nun wirklich niemand Lust. Whatsapp ist einfach mitlerweile wichtiger geworden für viele als der facebook Messanger. Naja, es bleibt abzuwarten, allerdings wie schon erwähnt wurde, der Zenith ist überschritten und das weiß auch Zuckerberg.
speedg 05.04.2013
Solang es AdBlockPlus gibt - herrscht noch einigermaßen Entspannung. Ausser das wie bei Google solche Apps getilgt werden sollen. Dann entfremdet sich sicher der Direktkäufer (30 - 40 jährige) dem es egal ist ob er bei Amazon oder über einen Facebook-Homescreen kauft. Evtl. sollte man einfach damit abschließen, das es eine Zukunft gibt in der Kunden Anonym irgendwas kaufen das keiner weis und kennt. Wenn ich als "Internet - Nutzer" und nicht als "Internet-Opfer" hier einen Vorteil ausmachen kann, so why not. Stellt sich mir aber ein nerviges Gefühl ein endet die liebe wie bei so vielen Apps. Sie werden gelöscht!
keksguru 05.04.2013
nun was soll so genial oder brilliant daran sein? die Facebook App kriegt nen Autostart und das soll die Innovation schlechthin sein? Bleibt mal aufm Teppich.
bimbambum 05.04.2013
Oh, wieder Artikel in dem 80% der Kommentare uns nur sagen das man FB nicht braucht und der Kommentator auch ohne auskommt. Und manche schreiben dann sogar noch lustigerweise "Gesichtsbuch" haha, ich schmeiß mich weg, das ist ja genauso originell wie M$ oder "Obstladen" Nehmt es endlich zur Kenntnis, FB ist Realität und selbst wenn es irgendwann verschwindet ist der nächste Hype da, ob ihr liebe Mitforisten, es braucht oder nicht. Ansonsten schliesse ich mich den Kommentaren von trevorcolby und musikimohr an.
incoterm 05.04.2013
gesichtsbuch
wer ist denn noch Mitglied anscheinend nur noch leute die bei RTL das Hartz lv Programm gucken
tubaner 05.04.2013
Die ersten Kommentare hier sind ja wahnsinnig qualifiziert. Die ersten beiden sind reines Bashing, ohne jegliches Argument. Der dritte (http://forum.spiegel.de/f22/silicon-valley-blog-alle-handys-sollen-facebook-phones-werden-87141.html#post12430008) ist zwar ein gut gemeinter Ratschlag, aber wohl mit einigen Übetreibungen. Dass Facebook anbietet die eigenen E-Mail-Kontakte ausliest und speichert, ist ja bekannt, dass die Mails selber auch gescannt werden, ist wohl Humbug, zumindest wenn weder Sender noch Empfänger eine @facebook.com-Adresse verwenden. chalchiuhtlicue (http://forum.spiegel.de/f22/silicon-valley-blog-alle-handys-sollen-facebook-phones-werden-87141.html#post12430034) ist dann der typische Facebook-Nichtnutzer, der sich anmaßt jeden Facebook-Nutzer als unmündigen Jugendlichen zu bezeichnen. Soweit über den eigenen Tellerrand zu schauen, um zu erkennen, dass andere Menschen andere Interessen haben und deshalb andere Internetdienste nützlich finden, scheint er nicht zu können. Und Nutzer founder (http://forum.spiegel.de/f22/silicon-valley-blog-alle-handys-sollen-facebook-phones-werden-87141.html#post12430058) erzählt eine schöne Geschichte von seinen Töchtern, die sich irgend ein virenverseuchtes Programm installiert haben, ganz ohne Bezug zum Artikel. Zum Thema: Facebook hat also einen Launcher entwickelt. Davon gibt es unzählige im Play Store (Go Launcher EX (https://play.google.com/store/apps/details?id=com.gau.go.launcherex&hl=de), ADW Launcher EX (https://play.google.com/store/apps/details?id=org.adwfreak.launcher&feature=related_apps#?t=W251bGwsMSwxLDEwOSwib3JnLmFkd2ZyZWFrLmxhdW5jaGVyIl0.), Nova Launcher (https://play.google.com/store/apps/details?id=com.teslacoilsw.launcher&feature=more_from_developer#?t=W251bGwsMSwxLDEwMiwiY29tLnRlc2xhY29pbHN3LmxhdW5jaGVyIl0.), Apex Launcher (https://play.google.com/store/apps/details?id=com.anddoes.launcher&feature=more_from_developer#?t=W251bGwsMSwxLDEwMiwiY29tLmFuZGRvZXMubGF1bmNoZXIiXQ..), …). Wer von seinen Apps sowieso zu 90 Prozent Facebook verwendet, soll sich deren Launcher installieren, da hat derjenige alles Nötige schon auf dem Home-Screen. Alle anderen lassen es halt und verwenden den Standard-Launcher oder eine von den Alternativen.
tel33 05.04.2013
Die Kommentare hier und auch anderswo zu diesem Thema sind so vorhersehbar und teilweise völlig absurd... Mit Facebook verhält es sich offensichtlich wie mit BILD - keiner will sie gelesen haben, aber alle wissen Bescheid. Fakt ist, dass Facebook nach wie vor weitgehend konkurrenzlos und mit Abstand die wichtigste soziale Plattform im Netz ist. Der einzig ernstzunehmende Mitbewerber Google manövriert sich zuletzt mit der aggressiven Zwangsintegration von Youtube & co in die User Accounts selbst ins Abseits. Es gibt keine Alternative - daran ändert auch eine Handvoll vermeintlicher Verweigerer nichts.
ahmedilein 05.04.2013
Bei ZDNet wird ausführlicher auf die technische Seite eingegangen. "Home ist nahtlos integriert, legt sich wie eine zusätzliche Schicht über Android und soll monatlich aktualisiert werden. Andere Anwendungen sind über einen “App Launcher” zugänglich, der durch den Benutzer konfigurierbar ist." Mit anderen Worten, die blöden Apps geraten ins Hintertreffen, das gute Facebook Home übernimmt alles. Wenn ich also gucken will wann der nächste Bus kommt frag ich erst bei facebook und dann gehe ich vielleicht zum App Launcher und nutze die passende App dafür (öffi etc.). Ich bini wirklich gespannt wieviele das auf ihr Telefon installieren werden. Zu Beginn werden ohnehin nur das HTC One, HTC One X, HTC One X , Samsung Galaxy S III, das kommende Galaxy S4 und das Samsung Galaxy Note II unterstützt. Nächste Frage wäre wieviel Datenverbrauch das bedeutet, vom Akku ganz zu schweigen. Ich denke, wer ständig sehen will was seine Freunde bei facebook so treiben ist mit einem Widget deutlich besser aufgehoben ^^
pfzt 05.04.2013
Facebook ist eigentlich und an sich eine ganz gute Kommunikationsplattform! Es schmerzt mich etwas zu sehen wie diese jetzt ideell von dem des Börsenganges geschuldeten Zwang Geld zu verdienen aufgerieben wird. Während Google lauter für den User nützliche Tools und Experimente einstellt, nur um die Leute in ihr blödes zu zwingen, führt Facebook völlig nutzlose Features ein um ihren Nutzern Werbung aufs Auge zu drücken. Und dann ist es noch nicht einmal gut gemachte Werbung die aufgrund der persönlichen Likes gestaltet ist. Facebook wäre besser von der Börse ferngeblieben, denn sie haben eine gute Idee aber kein Geschäftsmodell und das hätte so auch so bleiben sollen…
musikimohr 05.04.2013
Wie facebook an alle Emails kommt ...
Zitat von ahmedileinAlso ob man facebook nun brauch oder nicht... es sind ja immer die selben Kommentare die hier auftauchen, ist mir erstmal egal. Ich nutze es und halte es auch durchaus für sinnvoll und einigen Dingen. "Das heißt: facebook kann u.a. alle Emails von Mama an Sohnemann, von Freundin und facebook-Feindin an das Facebook-Mitglied lesen, auswerten, speichern." Wie genau soll das gehen? Wenn mir jemand eine E-Mail schreib hat facebook damit nichts zu tun. ....
Der Freundfinder fragt nach login und Password Ihrer Emailprovider. Einmal eingegeben ist es für facebook ein leichtes nicht nur sämtliche Kontaktdaten, sondern auch alles andere dort gespeicherte, beispielsweise sämtliche Emails (eingegangene, versandte und gelöschte) für sich zu kopieren. Und - nach Lust und Laune - sich ständig die neuesten Emails zu besorgen ... Einige Google-fanbois legen sogar massenhaft Dokumente unter ihrer Google-Kennung ab. Wie gesagt, das dürfen die Kiddies so machen. Mein Problem fängt erst an, wenn ich eine solche Wanze in meinem Bekanntenkreis habe und die nicht kapieren, dass meine Emails für sie persönlich und nicht für facebook gedacht waren ... Aber, aber ... richtig wütend kann man dann auch nicht sein: Offenbar ist facebook so penetrant dabei, zur Eingabe von login/password aufzufordern, dass nur Standhafte das dauerhaft überstehen.
200MOTELS 05.04.2013
Ich erlaube mir an dieser Stelle
den Begriff "Facebook - Smartphone - Kondom" in die Welt zu setzen und bin mal gespannt wie lange es dauert bis der der Medien ihn uebernimmt.
no.escape 05.04.2013
@ahmedilein und @tubaner: Es gibt diesen berühmten Spruch, der beginnt mit "Wenn man keine Ahnung hat...". Ich erkläre Ihnen mal mit einfachen Worten den "Freundefinder" von Facebook: Sie geben FB den Benutzernamen und das Passwort zu Ihrem E-Mail-Konto. Facebook kann sich dann dort einloggen und dem _offiziellen_ Sinn des Ganzen nachgehen, nämlich Ihr Adressbuch scannen und auf diese Weise prüfen, ob Menschen, deren Adressen in Ihrem Adressbuch stehen, schon bei FB registriert sind. Sie bekommen dann Vorschläge nach dem Motto "Schau mal, Dein Kontakt XYZ ist auch bei Facebook, da könnt Ihr ja verbinden". Und nun hat Facebook einmal die Zugangsdaten zu Ihrem E-Mail-Konto (sagen wir z.B. bei GMX) und somit gleichzeitig uneingeschränkten Zugriff auf Ihre Mails und alle anderen Dienste, die sich mit diesem Login erreichen lassen. Z.B. Terminkalender usw. So. Und Sie glauben jetzt, dass Facebook sich nur für Adressen mit @facebook.com interessiert? Oder dass die sich an ihre eigene Aussage halten, NUR das Adressbuch zu scannen und sonst nix? Das glauben Sie wirklich?
Besserwisser1970 05.04.2013
Facebook entwickelt also einen Launcher, angereichert mit netter Spyware und alle berichten darüber. Launcher gibt es wie Sand am Meer und mit denen kann ich meinen Homescreen konfigurieren wie ich möchte. Und die Werbeeinblendungen werden kommen, so wie das Amen in der Kirche. Facebook ist verdammt zum Geldverdienen. Wer sich so etwas installiert ist selber schuld. Zumal Facebook sich extrem dilletantisch gezeigt hat in der Entwicklung. Da werden sich wohl schon die ersten Hacker die Finger warm massieren.
verspiegelt24 05.04.2013
Never...
da steig ich doch lieber auf M$ Phone um als mir von einer App bestimmen zu lassen was und wie uns wann und womit ich mit meinem Handy mache und wer mir dabei zuschaut.
nurmeinsenf 05.04.2013
Die Kernfrage: WARUM sollte ich mein Phone "kapern" lassen? Wenn ich Facebook will, brauche ich nur auf das App-Logo auf meinem Homescreen zu tippen. Das ist überschaubarer Aufwand. Und den Gedanken "legt sich wie eine Schicht über..." und "wird monatlich aktualisiert..." finde ich gruselig.
hjo 05.04.2013
"eine App, sie alle zu knechten ..." aus: "Herr der Apps", Teil 1
ahmedilein 05.04.2013
"Aber, aber ... richtig wütend kann man dann auch nicht sein: Offenbar ist facebook so penetrant dabei, zur Eingabe von login/password aufzufordern, dass nur Standhafte das dauerhaft überstehen." Ach das meinen Sie. Also mir wurde das einmal zu Beginn vorgeschlagen, genau wie das Suchen von ICQ-Kontakten bei facebook. Auf Nein geklickt und seit dem ist das nie wieder gekommen. Penetrant war das also zumindest bei mir nicht. Könnten wir jedoch sachlich reden und nicht von sogenannten "Fanbois" schwadronieren. Auch ich habe schonmal google Docs genutzt, weil es praktisch sein kann wenn ich z.B. auf eine Excel Tabelle überall von jedem Rechner zugreifen kann. Meine Steuererklärung etc. würde ich da aber auch nicht hochladen.
a.vollmer 05.04.2013
Wenn ich mir anschaue, welche EMail-Anbieter beim FB-Friendfinder zur Auswahl stehen, dass es sich dabei um Anbieter handelt, die EMails in ihrer Cloud lagern und nicht beim Anwender, dann frage ich mich wer dort mit liest und wo der Unterschied zum Mitlesen durch FB liegt. Manche wurde schon beim Überwachen ihrer Mitarbeiter erwischt, welche Vorbehalte ihnen fremde Kunden auszuspähen werden dann wohl vorhanden sein? Wer gehört zum Konzern- und Interessengeflecht des jeweiligen Anbieters? Gerade deutsche Unternehmen sollten darauf achten ob ihre Mitarbeiter EMail-Konten bei Unternehmen haben, die zur Konkurrenz zählen. Dann liefert man frei Haus.
dertieftaucher 05.04.2013
Ich halte mich für extrem innovativ was das Thema Online angeht. Ich checke - auch berufsbedingt - regelmäßig neue Programme und Apps. Was mir einen Nutzen bringt kann bleiben, der Rest verschwindet im digitalen Nirwana. Und Facebook gehört in die zweite Kategorie: für mich völlig nutzlos, ein Online-Poesiealbum für Kinder und Jugendliche so überflüssig wie Schwimmflossen beim Fahrradfahren. OK – ich bin schon 50 Jahre alt und insofern kein Maßstab, was die Attraktivität von Facebook angeht. Aber mein Sohn ist 11, seine Kumpels teilweise 12 bis 13 und in dieser Altersgruppe ist Facebook bereits völlig irrelevant. Die Jungs nutzen Whatsapp, Skype und andere Kommunikationsnetzwerke. Ich gebe Facebook noch 3-4 Jahre, dann verschwindet das Ding in einer digitalen Nische.
Ratzbär 05.04.2013
Ich glaube nicht, dass diese App viele Freunde findet. Damit schaltet man ja quasi Internet ab und bewegt nur noch in diesem für mich ekelhaften Netzwerk.
khid 05.04.2013
Zuckerberg hat nicht kapiert, warum ihm Mitglieder in Scharen davonlaufen! Niemand will "BigBrother" auf seinem PC - und schon gar nicht auf seinem Smartphone! In dem Moment, wo man die AGB von Facebook liest; in dem Moment, wo (wieder einmal) eine Nutzungsbedingungs-Änderung zum Usernachteil erscheint; in dem Moment, wo (wieder einmal) Daten und Dateien von Nutzern "zwangsenteignet" werden, in diesem Moment, verlieren immer mehr Kunden das Vertrauen in Facebook. Sie wollen nicht von einem Unternehmen zu "fremden Zwecken" ausspioniert werden; sie wollen ihre Daten und Dateien, ihre Freundschaften nicht (Gewinn-)maximiert auswerten lassen. Sie wollen schlicht und ergreifend ihre sozialen Kontakte nicht "mit jedermann" und schon gar nicht mit einem Konzern teilen. Das dies nicht funktioniert, jedenfalls nicht auf Dauer, wird bei so genanntem "Empfehlungsmarketing" (das sind diese ganzen "Multi-Level" bzw. "Strukturvertriebe", die im Volksmund auch "Schneeballsysteme" genannt werden) nur zu deutlich. Die Fluktuation in solchen "Netzwerken" ist dramatisch. Es gibt mehr "Verlierer" als echte Gewinner (in der Regel gewinnt immer nur das Unternehmen!). Die Nachhaltigkeit (Kundenbindung) ist minimal. Der Grund für diese relative Erfolglosigkeit ist oft "Vertrauensverlust" seitens der Kunden. Das ist auch das Problem von Facebook. Vertrauen schafft man nicht, in dem man Kunden etwas aufzwingt; sie dazu zwingt, Daten preis zu geben, die sie eigentlich nicht preisgeben möchten. Noch schlimmer ist es Kunden zu übergehen, ihre Daten zu nehmen, weil man "im Kleingedruckten" Rechte für das Unternehmen erwirkt, von denen der Kunde "nichts mitbekommen hat" (wer liest schon Seitenlange AGB´s...?)... Mein Mißtrauen gegenüber Facebook war schon so weit, dass ich alle Fotos, alle Chats, alles, was irgendwie "privat" war, gelöscht hatte. Ich nutze Facebook vielleicht noch 2 Mal im Monat - poste dort weder Status ("was machst Du gerade"), Bilder, Arbeitgeber, Schule oder Wohnort. Meine Datenfreigaben sind minimiert auf "nahezu" null. Fotomarkierungen lehne ich generell ab. Und: Auf meinem Smartphone nutze ich Facebook schon mal gar nicht!! Grund: Ich vertraue der App nicht, die schon "vorinstalliert" war - und sich nicht entfernen lässt! Jedes Android-Smartphone ist in der Lage, Standorte und Bewegungsprofil mittels GPS oder Funkmasten zu bestimmen (und aufzuzeichnen). "Places" registriert, wo Du gerade bist, wo Du einkaufst oder nur nen Kaffee trinkst. Facebook könnte mit Hilfe der eigenen Freundes- und "Freunde von Freunden"-Liste zudem herausfinden, wer sich mit wem und wo gerade trifft... Da brauchen wir dann keine "Vorratsdatenspeicherung" mehr - und die Stasi würde nur noch staunen...und George Orwell erst.... Letzterer hat sich nur um knapp 30 Jahre geirrt. Es ist nun so weit...oder?!
pingjong 05.04.2013
Ein App die die Welt nicht braucht! Aber sollen doch alle die, die ohne Facebook nicht mehr auszukommen scheinen Ihr Leben noch transparenter für den Konzern und seine Kunden machen! have fun...
rorue99 05.04.2013
Kennt noch jemand "secound life"? Nein? Dann habt ihr die Antwort zur Zukunft von Facebook.
_rasenmäher 05.04.2013
Die Idee des "sozialen" Netzwerks ist an sich ja ganz nett, aber weder von Facebook erfunden noch von diesem Unternehmen mit Alleinstellungsmerkmalen versehen. Dummerweise beruht das gesamte Geschäftsmodell auf der Illusion, dass 1. hinter jedem Account ein aktiver Nutzer steht und 2. das diese zu einem hohen Anteil die Werbung zumindest unbewusst wahrnehmen und diese ihr Konsumverhalten beeinflusst. Wenn beides zutrifft, wird Facebook noch über viele Jahre ein rentables Unternehmen sein und seine Angebote werden sich durchsetzen. Wenn nicht, geht es recht zeitnah den Bach runter. Wenn mein Nutzungsverhalten und das meines Bekanntenkreises repräsentativ wäre, würde eher letzteres zutreffen und Facebook bald auf dem Müllhaufen der Internet-Geschichte landen ( bei Lycos, Yahoo, AOL und anderen). und überlebt vielleicht als virtueller Treffpunkt von Katzenbildliebhabern...
L-A-N-G-W-E-I-L-I-G Zucker... was ? Wer ist das ...... lach
Parry_Pierpont 05.04.2013
Facebook komplett zu blocken ist einfach. Google auszuweichen ist dagegen wegen der vielen Webservices für Site-Betreiber relativ schwierig, geht aber auch ganz gut. Ich diversifiziere mittlerweile und vermeide One-stop-shopping, das mir Google, Facebook, Twitter, Amazon, Microsoft, Apple et al. so gerne aufzwingen wollen. Und in Firefox habe ich alle möglichen Filter, dazu einen Traffic-Monitor, mit dem ich bestimmte Adressen sperre, und zwei Cookie-etc.-Cleaner, die mir fast allen Schnüffeökran von der Platte putzen. Ich muß es den Datensammlern ja nicht zu einfach machen.
roahr6 05.04.2013
Beim einloggen habe ich gerade den Button "Login with facebook account" auf dieser Seite hier gesehen. Kann spiegel-online jetzt meinen facebook Account durchwühlen? Will spiegel-online wirklich meinen Account durchwühlen? Ich plädiere dafür einfach mal auf dem Teppich zu bleiben. Erstens bleibt es jedem einzelnen überlassen wieviel persönliches er grundsätzlich im Internet freigibt (so viel zum Thema "Pornoschleuder") und zweitens: wie wichtig muss man sich eigentlich selbst nehmen, wenn man eine solche Angst vor Datenklau hat? Glauben Sie wirklich, dass Marc Zuckerberg bis spät nachts vor dem Rechner sitzt und sich ins fäustchen lacht, weil er nun weiß dass Sie nächsten Mittwoch zu Tante Hedwig fahren für Kaffee und Kuchen? Facebook sammelt Daten, die an Werbetreibende verkauft werden können. Punkt. Solche Dinge geschehen schon lange und an jedem erdenklichen Ort. Wenn man damit nicht einverstanden ist sollte man nicht nur grundsätzlich das Internet sondern beispielsweise auch jeden Supermarkt meiden. Ich kann nur sagen, dass Facebook bisher ein Segen für mich war. Kommunikation läuft noch wesentlich übersichtlicher und schneller als als E-Mails es jemals bieten konnten. Desweiteren habe ich auch keine Angst, dass diese Zuneigung mir jemals zum Verhängnis wird - denn ich bestimme genau und bewusst, was ich überhaupt veröffentliche und was ganz heimlich und still in meinem Kämmerchen verbleibt.
ahmedilein 05.04.2013
"@ahmedilein und @tubaner: Es gibt diesen berühmten Spruch, der beginnt mit "Wenn man keine Ahnung hat...". Ich erkläre Ihnen mal mit einfachen Worten den "Freundefinder" von Facebook" Vielen Dank lieber no.escape. Da haben sie uns ja richtig auf die Sprünge geholfen. Was würden wir nur ohne sie.... Wie ich oben bereits erwähnt habe, ich hatte das bei meiner Facebook Anmeldung weggeklickt, denn natürlich werde ich facebook oder sonstwem nicht mein ICQ Passwort und schon gar nicht das meines Email Accounts anvertrauen. Also ruhig Blut. Nutzen sie einfach nicht ihren echten Namen für Email und bitten sie alle ihre Kontakte darum sie mit Sehr geehrter Mister X in den Emails anzuschreiben und verschanzen sie sich hinter 12 Proxy Servern, dann wird das schon. Oder eben gar keine digitale Kommunikation mehr.
tubaner 05.04.2013
Zitat von no.escape@ahmedilein und @tubaner: Es gibt diesen berühmten Spruch, der beginnt mit "Wenn man keine Ahnung hat...".
Ihr berühmter „Spruch“ ist übrigens ein Zitat von Dieter Nuhr, von daher gebe ich den gerne zurück. Danke für die Erklärung, wenn Sie meinen Kommentar mit etwas weniger Schaum vor dem Mund gelesen hätten, wüssten Sie, dass Sie mir nichts Neues erzählen. Und Sie glauben, dass GMX, web.de und wie sie alle heißen die Mail-Accounts ihrer Nutzer nicht scannen um die Daten zu verscherbeln? Oder was ist der Unterschied zu Facebook, dass Sie denen glauben was sie in ihre AGB schreiben? Ich will hier Facebook in keiner Weise für seinen Friend Finder verteidigen, ich selber klicke den immer konsequent weg. Aber Ihre Unterstellung, Facebook halte sich nicht an seine Aussagen, ist völlig ohne Argumente, mit keinerlei Belegen. Und ja, die könnte es schon geben. Bei einigen Mail-Anbietern (GMail zum Beispiel) kann man die letzten Logins ansehen. Wenn da noch niemand verdächtige Aktivitäten entdeckt hat, wird es die wohl auch nicht geben.
Thaeve 05.04.2013
Facebook wird mit zeitlicher Verzögerung den Weg von StudiVZ gehen. Und je penetranter sie spähen, den User verkaufen und bewerben um so schneller. Nur Fanbois glauben doch noch sie wären Kunde von FB, Google (schon Chrome?) & Co. Alle anderen wissen: ich bin die Ware.
wieauchimmer123 05.04.2013
Diese App ist mmn. schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt, da sich der FB-Hype langsam abgenutzt hat. Bei mir wird mittlerweile immer weniger gepostet und es wird dazu übergegangen, FB nur noch als Organisationsmedium für Absprachen etc zu benutzen. Ist aber bei allen neueren Startup Firmen im Internet/Software momentan das selbe. Entwickeln einer neuen App, die dann kurz "in" ist, um dann gnadenlos unterzugehen. Das ist die Kehrseite des schnellen Internets.
tubaner 05.04.2013
Zitat von ThaeveFacebook wird mit zeitlicher Verzögerung den Weg von StudiVZ gehen. Und je penetranter sie spähen, den User verkaufen und bewerben um so schneller. Nur Fanbois glauben doch noch sie wären Kunde von FB, Google (schon Chrome?) & Co. Alle anderen wissen: ich bin die Ware.
Was haben Sie diesen Monat für Spiegel Online und die Benutzung des Forums bezahlt? Nichts? Dann ist Ihnen hoffentlich klar, dass Sie hier auch die Ware sind.
tubaner 05.04.2013
Zitat von a.vollmerWenn ich mir anschaue, welche EMail-Anbieter beim FB-Friendfinder zur Auswahl stehen, dass es sich dabei um Anbieter handelt, die EMails in ihrer Cloud lagern und nicht beim Anwender, dann frage ich mich wer dort mit liest und wo der Unterschied zum Mitlesen durch FB liegt. Manche wurde schon beim Überwachen ihrer Mitarbeiter erwischt, welche Vorbehalte ihnen fremde Kunden auszuspähen werden dann wohl vorhanden sein? Wer gehört zum Konzern- und Interessengeflecht des jeweiligen Anbieters? Gerade deutsche Unternehmen sollten darauf achten ob ihre Mitarbeiter EMail-Konten bei Unternehmen haben, die zur Konkurrenz zählen. Dann liefert man frei Haus.
Verstehe ich das richtig, Sie meinen es reicht aus ein Mail-Programm wie Thunderbird oder Outlook statt Webmail im Browser zu verwenden, damit die eigenen Mails nicht „in der Cloud“ landen? Da muss ich Sie enttäuschen, zumindest bis Sie die abrufen, herunterladen und dann auf dem Server löschen, sind die nämlich genau dort. Und wenn Ihr Anbieter Sie anschwindelt, auch noch danach. Außer Sie betreiben einen eigenen, privaten Mail-Server. Nur wer macht sich den Aufwand?
Lol jetzt greift FB sogar auf den Anroid Kern zu. Alles was mann mit seinem Handy macht läuft nun auch über den neuen "Parasit" Fb Home. Gespräche, Naviagtionsaten, Ortung, SMS, Browserverlauf einfach alles was man mit seinem Handy macht. Ich wette die CIA war tief involviert in dieses Project. Jetzt verstehe ich warum FB kein eigenes Handy rausbringt man möchte mit diesem "Parasiten" möglichst viele Handys infizieren. WIe schon Zuckerberg selbst gesagt hat 10-20 Millionen Handy der Eingenmarke sind zu wenig, zwecks Überwachung.
ahmedilein 05.04.2013
"Nur Fanbois glauben doch noch sie wären Kunde von FB, Google (schon Chrome?) & Co. Alle anderen wissen: ich bin die Ware." Also definieren wir einen Kunden mal als eine Person die Waren oder Dienstleistungen gegen Geld eintauscht. Haben sie für facebook, Chrome, Android, Gmail etc. jemals Geld bezahlt? Man darf nicht vergessen, diese Firmen bieten mehr (Gmail, Android) oder weniger (facebook) nützliche Dienstleistungen an und dass, ohne dafür Geld zu verlangen. Natürlich ist es unschön, dass sie dadurch zur Ware werden (was so ja nicht richtig ist, sondern nicht sie sondern ihre Daten werden zur Ware) dies ist aber leider unvermeidlich, da auch google, facebook, Apple, MS usw. (Damit hier nicht gleich wieder das "Fanboy"-Gerede losgeht, nehme ich nun mal MS und Apple mit in die Liste auf, auch wenn sie hier teilweise Geld bezahlen für Software und Dienstleistungen) Firmen sind, die nunmal gewinnmaximierend arbeiten.
no_title 05.04.2013
Gibt's vielleicht schon - ansonsten: höchste Zeit, dass ein facebook-Blocker entwickelt wird, mit dem man als Nicht-facebook-Nutzer das Einlesen der eigenen Mail-Addy ins facebook-System verhindern kann.
musikimohr 05.04.2013
Nein, so einfach ist es nicht ...
Zitat von tubaner(...) Und Sie glauben, dass GMX, web.de und wie sie alle heißen die Mail-Accounts ihrer Nutzer nicht scannen um die Daten zu verscherbeln? Oder was ist der Unterschied zu Facebook, dass Sie denen glauben was sie in ihre AGB schreiben?
GMX.de unterliegt deutschem Datenschutzrecht. Dort macht man sich strafbar (Freiheitsstrafe!), wenn man Datenschutzrechte verletzt. facebook: Lacht sich in den USA bzw. in Irland ins Fäustchen. Argumentiert sogar, man lasse es sich auf der Zunge zergehen, zur Verteidigung: facebook-USA verarbeite die Daten der facebook-Irland im Auftrag der facebook-Irland. Als ob nicht jeder wüsste, wo der Hammer wirklich hängt? Wie vertrauenswürdig finden Sie eigentlich ein Unternehmen, was Ihre intimsten Äußerungen zu Werbezwecken ausbeutet, Sie im Falle einer Datenschutzverletzung aber zwingt, sich a) einen irischen Anwalt zu besorgen, b) Englisch zu lernen oder einen vereidigten Übersetzer zu bezahlen und c) nach Irland zu Gerichtsterminen zu reisen? "Europe vs Facebook" (bitte duckduckgoen) schätzt den Kostenaufwand einer Klage oberhalb von 100.000 € ein. facebook ist viel gefährlicher als GMX, weil facebook wesentlich mehr Daten über Sie erhält und speichert als GMX. Und jedes Mosaiksteinchen kann dasjenige zuviel sein. Aber, ja, auch bei GMX sollte man vorsichtig sein.
charlybird 05.04.2013
Zuckerberg gehört zu den wenigen Menschen, die das Riesenglück hatten aus, 'das darf man nicht schreiben', sehr viel Geld zu machen. Er ist alles andere als ein Dummchen und wie man gehört hat, auch ein ziemlich kaltschnäuziger Geschäftsmann, wenn man der TV-Reportage über ihn glauben darf. Er hat es geschafft Menschen an das Netz zu binden, die das Internet, bzw. den PC vorher nur zum Spielen benutzt haben und zur E-Kommunikation das Daumenhandy benutzten. Das ist längst passé und so wird es mittelfristig FB auch ergehen. Angesichts der heutigen Möglichkeiten mit einem Smartphone, muss jemand schon mit einem Klammerbeutel gepudert sein, wenn er sich da einen Private-spy nicht nur drauf lädt, sondern breit und bräsig drauf setzt. Und: FB zieht schon eine kleine Blutspur hinter sich her.
Meshugger 05.04.2013
Also nicht nur, dass ich es furchtbar fände, wenn mein gepflegter und wohl geordneter Homescreen mit Werbung überzogen werden würde ... Ich möchte gar nicht wissen, wie oft am Tag ich dann mein Handy laden müsste. Die normale Facebook-App startet sich ja schon immer wieder munter im Hintergrund und zieht den Akku leer wie nichts Gutes (da helfen auch keine Zusatzprogramme die das eigentlich verhindern sollen). Daher habe ich die App wieder installiert. Mit diesem Facebook Home könnte man dann wahrscheinlich gar nicht mehr ohne Ladegerät das Haus verlassen.
marius_k 05.04.2013
...
Die Begründung von Mark Zuckerberg, diese app zu nutzen, kann ich nicht nachvollziehen. "Sie stehen im Supermarkt an der Kasse und wollen sehen, was ihre Freunde gerade so tun... Fahrradtour oder Fotos vom Kochen in Familie..., was man sonst verpassen würde... Wer will das, das Leben seiner Freunde nahezu mitleben? Oh, Freund/in war gerade auf dem Klo inklusive Foto vom Ergebnis. Wer es braucht und sonst nichts zu tun hat, bitte schön. Ich hoffe nur, dass dieser Mist von app nicht zukünftig standardmäßig vorinstalliert ist. "Du willst dein Telefon nutzen? Melde dich erst mit deinem Facebook-Account an. Du bist nicht bei Facebook? Registriere dich, um dein Telefon nutzen zu können."
Dengar 05.04.2013
@tel33 #20
Jaja, blabla...Sie scheinen davon auszugehen, dass jeder seine sozialen Kontakte via Internet pflegt. Das ist Schwachsinn! Ich brauche weder das Fratzenbuch, noch irgendwelchen anderen Unsinn, schon gleich gar nicht, wenn ich ausspioniert werden soll.
Morrison 05.04.2013
Habe schon immer gewußt, dass Facedoof nur für eitle Politiker, Klickgeile-Werbetreibende, ahnungslose Kids, rammdösige RTL-Gucker und hoffnungslose Sims-Bewohner geschaffen wurde. Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, dass Werbetreibende mit den "Likes" eine Art Werbeeerfolgskontrolle haben. Aber dass ein normal denkender, sozial integrer Mensch auf einen "möchtegerngemochtwerden"-Button drückt, um seiner tatsächlichen Bedeutungslosigkeit für einen Moment zu entfliehen, halte ich gelinde gesagt für unwahrscheinlich. Ich habe noch die Zeiten der ersten Volkszählung in Erinnerung, als die Partei der Besserverdiener = Grünen Sturm lief gegen einen Abgleich der Wohnsitzadresse... Heute entrüsten sie sich für Umweltzonen, Windräder und Solardächer
Quetzal2012 05.04.2013
Leider geht das Gespür bei vielen Usern verloren, wenn es überhaupt vorhanden war, mit seinen Daten im Netz sorgfälltig umzugehen. Auf der Straße würde man ja auch nicht jedem sein Lebenslauf erzählen. Facebook, Google, Amazon, etc... leben von dieser Freizügigigkeit seine Daten im Netz ohne mit der Wimper zu zucken preiszugeben. Solange hier das Verständnis mit den Medien nicht da ist, solange werden solche Unternehmen erfolg haben. Der Vergleich in einem Betrag mit der Stasi war sehr treffend.
lehsenbilded 05.04.2013
Die Grundidee von Facebook ist ja nicht schlecht. Aber die ganze G'schicht ist einfach zu lieblos zusammengeschustert, nicht zeitgemäß, nicht sexy. Als eine Art Telefonbuch könnte es sich trotzdem behaupten.
m_mustermann 05.04.2013
Spätestens seit dem Börsengang fällt immer mehr Nutzern auf, dass FB kein gemeinnütziges Unternehmen ist, sondern es nur darum geht, mit den Daten der Nutzer Geld zu machen. Es ist keineswegs so, dass alle FB-Nutzer naiv sind und keine Datenschutzbedenken haben, sie nehmen es nur als notwendiges Übel hin. Je mehr aber klar wird, dass ein Tool nur dem Ausspionieren des Nutzers dient, umso weniger wird es genutzt werden. Ich sehe aber momentan noch keine echte Alternative zu FB am Horizont und erkläre mir die abnehmenden Nutzerzahlen eher so, dass heute schon jeder bei FB ist, den dieses Netzwerk überhaupt anspricht und sich jeder wieder abmeldet, der meint, es nicht mehr zu brauchen. Aber StudiVZ ist auch nur deshalb den Bach runtergegangen, weil FB aufkam. Große Konkurrenz zu FB gibt es aber aktuell nicht und das Bedürfnis nach sozialen Netzwerken wird es weiterhin geben. Das Problem von FB dürfte eher die Umsetzung des eigenen Geschäftsmodells werden: Geld mit den Nutzern zu verdienen, ohne dass es für diese zu offensichtlich wird.
pefete 05.04.2013
ich bin froh, dass ich ein uraltes 08/15 handy habe, dass nur telephonieren kann.
webman 05.04.2013
Facebookwelt
Jetzt hypen alle Medien dieses machbare Facebook-Android-Phone mittels der Superapp welchen dann langfristig dazu dienen wird all die Apps der Medien auf Handys verschwinden zu lassen ...so haben sie auch vor Jahren das Internet gepusht mit dem sie heut immer noch nichts verdienen und jene die sie pushen sich darüber kaputtlachen und die Taschen vollstopfen ... Bei Apple Handys und i Pads wird Facebook sich die Zähne ausbeißen --- im Grunde ist Zuckerberg nur Trittbrettfahrer was bereits mit dem kopieren der Buddyfunktion von AOL vor Jahren begann .....
wahlossi_80 05.04.2013
Ist mir nicht klar, was diese App soll. Sicher werden das die meisten auch so sehen und sie sicherheitshalber garnicht erst installieren. Wer will schon auch noch seinen Homescreen für penetrante Werbung freigeben?!
webman 05.04.2013
Worst Case !
...die Apple und die Google Fuzzies setzen sich mit Herrn Facebook an einen Tisch -teilen durch drei - und über allen Betriebssystemen stülpt man das Applet von Zuckerberg .... So könnten die drei dann Milliarden gemeinsam abkassieren ....
logoshospitality 05.04.2013
Nur Dumme fallen auf einen solchen Trick ein. Mehr kann man kaum dazu sagen.
toster 05.04.2013
jedes mal, wenn...
...ich derartige Beiträge lese, freue ich mich wie ein Schneekönig, dass mir FB aber so was von Rille ist und ich kein Member bin. Wenn ich andere FB-User sehe, bei denen stets und ständig Push-Mitteilungen auf dem Händie, ähm Smartphone, einflattern, sag ich mir immer: Was für ein Stress?! Und frage mich: Wie zwischenmenschlich unkommunikativ kann diese Welt eigentlich noch werden?
Gottenolm 05.04.2013
Bei all dem Datenkraken-Verhalten von facebook ist es doch beruhigend zu sehen wie wenig Erfolg Facebook vorweisen kann. Offenbar ist das wahllose sammeln von pers. Daten kein so gutes Geschäftsmodell wie es immer angepriesen wird...
allemalherhörn 05.04.2013
Wieso kann ich mich mit meinem Smartphone nicht einloggen? angeblich wird mein account nicht gefunden?? er existiert doch...
TimskiW. 05.04.2013
Wer Facebook durch normale Nutzung mit Daten füttert gibt einen Teil von sich preis, wer allerdings sein komplettes Smartphone zur Verfügung stellt (und ich bin mir sicher die App wird nahezu das gesamte System auslesen), der trägt nur dazu dabei, dass solche Firmen auch weiterhin Erfolg haben. Implementierung schön und gut aber das geht zu weit!
p-funk2000 05.04.2013
An sich..
..'ne gute idee, wenn man den 'facebook ubernimmt die weltherrschaft'-gedanken aussen vor laesst. Was aber mein eigentliches problem ist: die posts meiner (und vermutlich auch die anderer) facebook-freunde sind selten wie in der werbung ( á la "hab gerade den mount everest bestiegen), sondern eher fotos ihrer tiefkuhlpizzen, kommentare wie "es schneit/schon wieder schnee", etc. Daher wuerde die app bei mir einen schrecklichen bullshit-overflow zur folge haben ;)
steve64bit 05.04.2013
Endlich ...
Zitat von lehsenbildedDie Grundidee von Facebook ist ja nicht schlecht. Aber die ganze G'schicht ist einfach zu lieblos zusammengeschustert, nicht zeitgemäß, nicht sexy. Als eine Art Telefonbuch könnte es sich trotzdem behaupten.
... mal ein Kommentar, der einen wirklichen Beitrag zum Thema leistet. Wenn ich mir so manchen Beitrag ansehe, muss ich mich schon über die Schwarzmalerei wundern, die hier über diverse Internetfirmen gestrichen wird. Irgendwie finde ich diese prinzipielle Vertäufelung ziemlich deutsch. Ohne auf die wirkliche Idee dahinter einzugehen, wird darüber gelästert, was einem so alles nicht passt. Bei so einem Verhalten brauch man sich nicht wundern, dass wir Deutsche in Sachen Verbesserungs- oder Ideenmanagement nie den Status von Japan, Südkorea oder den USA erreichen werden. Im übrigen finde ich die Idee, die hinter einer Home-App steckt klasse. Nämlich all seine Kontakte mittels Smartphone aktuell zu halten, und das über die diversen E-Mail-Konten etc. hinweg. Dass ich soetwas sagen kann ohne selbst FB zu nutzen ist dann auch der Beleg dafür, dass ich im Gegensatz zu manch anderem über meinen eigenen Schatten springen kann.
Scriptmaster 05.04.2013
Uralter Hut
Jetzt mal im Ernst SPON. Es gibt hundert alternative Home-Screens. FB Home ist einer davon. Ist das ne Meldung wert?
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Zum Autor
  • Sarah Girner
    Thomas Schulz ist USA-Korrespondent des SPIEGEL, zunächst vier Jahre in New York, jetzt in San Francisco. Studium der Politikwissenschaften in Frankfurt und der Kommunikationswissenschaften in Miami, Fulbright-Stipendiat, Forschungssemester in Harvard. Anschließend mehrjähriges Intermezzo bei einem Frankfurter Internet-Start-up, erlebte dort Aufstieg und Fall der New Economy.

    Seit 2001 beim SPIEGEL im Ressort Wirtschaft. Ausgezeichnet mit dem Henri-Nannen-Preis, Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik, Reporter des Jahres.





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