Tipps für die Vogelfotografie Flugs ein schickes Motiv

Redundanz ist auch in der Tierfotografie ein tolles Stilmittel. Wichtig ist dabei jedoch ein sehr bewusster, sorgfältiger Einsatz der Schärfentiefe. Und ein wenig Glück braucht es manchmal auch.

Von "fokussiert"-Autor


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Bei der fokussiert.com-Bildkritik werden Fotos besprochen, die von Hobbyfotografen eingeschickt wurden. Die Besprechungen liefern Tipps und Tricks zu Technik, Komposition und Nachbearbeitung.

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Andreas Kleinkauf/ fokussiert.com

Diesmal geht es um ein Bild von Andreas Kleinkauf aus Peking, aufgenommen beim Royal Albatross Centre in Dunedin, Neuseeland.

Die "fokussiert"-Bildkritik:

Vögel im Flug stellen Fotografen vor ganz spezielle Herausforderungen: Man will ja nicht nur das isolierte Tier in der Luft inszenieren, sondern auch die Landschaft darunter. Das gelingt hier gut - dafür geht ein anderer Aspekt ein wenig schief.

Diese Fotografie zeigt zwei Albatrosse im An- oder Vorbeiflug an der Position des Fotografen, wahrscheinlich beim Soaren an der Küste. Die beiden leicht versetzt hintereinander fliegenden Vögel fliegen in der Bildmitte. Im untersten Drittel der Aufnahme ist das Meer mit einem gerade noch zu erahnenden Festland in der Ferne zu sehen; im unteren rechten Bildteil schiebt sich ein goldgelber Keil aus Grashalmen ins Bild, die dicht vor dem Fotografenstandort stehen.

Technisch gesehen scheint die Aufnahme ein klein wenig unterbelichtet. Bei automatischer Belichtung mit Meer und Himmel kommt das oft vor, weil die Kamera einen Durchschnittswert als Maßstab anwendet, der hier an Helligkeit übertroffen wird. Das lässt sich meistens in Lightroom sehr leicht korrigieren.

Sie haben hier mit der grössten Tele-Länge Ihres Objektivs von 400mm fotografiert und dabei eine weit offene Blende von 4.5 eingesetzt, was trotz der geringen Empfindlichkeit von 100 ISO für eine 80-stel Sekunde gereicht hat.

Andreas Kleinkauf/ fokussiert.com

Das allerdings ist ein Risiko, auch bei einem Teleobjektiv mit Bildstabilisator: Die alte Faustregel, wonach eine Belichtungszeit in Hundertstel Sekunden der Millimeter-Brennweite des Objektivs entsprechen müsse (hier also eigentlich 1/400Sekunde) ist zwar dank der Stabilisatoren obsolet. Damit kann man aber immer noch nur ein Verwackeln des Bildes verhindern. Eine Bewegungsunschärfe der Objekte im Motiv dagegen gibt es weiter.

Hier scheint es sich in der leichten Unschärfe des hinteren der beiden Vögel um die Schärfengrenze des Objektivs und nicht um Bewegung zu handeln. Anders gesagt: Wahrscheinlich wäre es möglich gewesen, beide Tiere in die Schärfe zu kriegen. Dazu wäre aber eine etwas geschlossenere Blende und damit eine längere Zeit nötig gewesen - oder aber eben eine höhere Empfindlichkeit, und bei 100 ISO hätten Sie da doch noch einigen Spielraum gehabt.

Wenn wir zunächst die Komposition ansehen, ist zu bemerken, dass eine Redundanz des Motivs ein reizvolles Stilmittel sein kann, um einerseits die Aufmerksamkeit der Betrachter auf das Objekt zu lenken und andererseits dem Bild Tiefe zu verleihen. Das gelingt besonders dann, wenn das wiederholte Motiv einmal im Schärfebereich liegt und einmal weit dahinter.

Andreas Kleinkauf/ fokussiert.com

Am besten lassen sich solche Bilder natürlich mit mehr oder weniger stillstehenden Objekten wie Blumen realisieren: Ich habe hier einmal die California Poppy und eine Rhododendron-Blüte im Wald mit solchen Wiederholungen aufgenommen.

Andreas Kleinkauf/ fokussiert.com

Wie gesagt: Mit Stativ und einem Haufen Zeit ist das wesentlich einfacher als bei Tieren, die sich noch dazu in Bewegung befinden.

An der Küste Kaliforniens habe ich allerdings auch gelernt habe, dass gerade Vögel sich in wiederkehrenden Mustern bewegen. Ich hatte Gelegenheit, das an Pelikanen mitzubekommen, die einerseits in langen, gleichmäßigen Zügen die Küste hochfliegen und andererseits sozusagen im Schwarm fischen. Dabei wiederholen sich die Abläufe so, dass man sich als Fotograf langsam an das optimale Framing und die richtigen Blenden- und Zeiteinstellungen herantasten kann.

Allerdings habe ich es auf relativ große Distanz zu den Pelikanen vorgezogen, beide Tiere in den Schärfenbereich zu bringen. Das ist hier bei zwei Pelikanen, die sich gleich in den Fischschwarm stürzen, gut gelungen.

Andreas Kleinkauf/ fokussiert.com

Leider habe ich kein Beispiel gefunden, in dem es mir gelungen ist, ungefähr Ihre Komposition mit einem scharfen und einem unscharfen Tier hinzukriegen. Versucht habe ich es allerdings, denn die Vögel kamen jeweils im Zug die Küste hoch genau auf meinen Standort auf einer Klippe zugeflogen.

Was also hätten Sie anders oder besser machen können? Nun, Sie hätten mit einer etwas mehr geschlossenen Blende und dafür deutlich höherer Empfindlichkeit alle Vögel in den Brennpunkt bringen können. Zugleich wäre dadurch der Hintergrund etwas deutlicher geworden, was wiederum für Tiefe gesorgt hätte. Denn jetzt ist er kaum erkennbar.

Alternativ hätten Sie auf ein Vogelpaar warten können, das sich ein bisschen besser voneinander abhebt und einen geringfügig größeren Abstand hat, so dass das hintere Tier deutlich erkennbar unscharf und nicht vom vorderen überdeckt wäre.

Die kleinen Unschärfen, nehme ich allerdings an, sind Ihnen unterwegs gar nicht aufgefallen. Und das ist etwas, was man immer besser machen kann: Es lohnt sich, auf dem Monitor der Kamera das gerade so toll gelungene Bild in einer Vergrößerung anzusehen und die Kanten der Motive zu prüfen. Schon oft habe ich so ein fast gelungenes Bild nochmals machen und damit in ein wirklich rundum gelungenes überführen können.



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kamera54 19.06.2017
1. Ganz einfach
Bei diesem Artikel fällt mir wirklich nur ein: einfach mal die Fr..... halten. Was will uns der Autor sagen? Wenn ich schon dieses " was hätten sie besser machen können " lese...wer legt hier fest was richtig ist? Der Autor des Fotos hat es so gemacht....und fertig. Es muss Ihnen doch nicht gefallen...siehe oben
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