Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Dating-App Tinder Plus: Das Alter spielt doch eine Rolle

Erfolgreichste Dating-App weltweit: Analysten sagen Tinder wegen In-app-Käufen den Untergang voraus. Zur Großansicht
Anne Backhaus

Erfolgreichste Dating-App weltweit: Analysten sagen Tinder wegen In-app-Käufen den Untergang voraus.

Der Liebe ist das Alter egal - Tinder nicht. Wer Zusatzfunktionen der Dating-App nutzen will und über 28 ist, zahlt mitunter deutlich mehr als jüngere Nutzer.

Die Dating-App Tinder bietet jetzt auch kostenpflichtige Zusatzfunktionen. Was diese kosten, hängt neben dem jeweiligen Land vom Alter des Nutzers ab: In Großbritannien zum Beispiel kostet das Freischalten des sogenannten Plus-Pakets knapp vier Pfund im Monat - sofern man unter 28 ist. Wer älter ist, zahlt fast das Vierfache: 15 Pfund. Das berichtet die Zeitung "London Evening Standard".

In den USA kostet die Bezahlvariante für junge Nutzer knapp zehn Dollar, für ältere knapp 20. In Amerika muss der Nutzer aber zwei Jahre älter sein, um als alt zu gelten: Die Grenze liegt dort bei 30 Jahren, sagte eine Tinder-Sprecherin. In Entwicklungsländern soll das Plus-Angebot um die drei Dollar im Monat kosten.

"Wir haben die Preise für Tinder Plus auf Basis einer Kombination aus Erfahrungswerten und der Altersstruktur der Nutzer entwickelt", sagte Sprecherin Rosette Pambakian. Auch Anbieter wie Spotify würden ihre Angebote auf das Alter der Nutzer abstimmen und zum Beispiel einen Studententarif anbieten. Es sei nicht überraschend, dass junge Nutzer neugierig auf Tinder Plus seien, aber wenig Geld hätten.

In Deutschland nutzen rund zwei Millionen Menschen die Dating-App. Wer Tinder verwendet, dem werden Bilder anderer Nutzer angezeigt. Mit einem Wisch nach rechts oder links drückt man sein Gefallen oder Missfallen an anderen Profilen aus. Gefallen sich zwei Nutzer, und nur dann, können sie miteinander chatten.

Das Plus-Angebot ermöglicht es, auch über diedirekte Umgebung hinaus Nutzer kennenzulernen und versehentlich weggewischte Profilbilder noch einmal anzuschauen. In der Gratis-Version soll die Zahl der vorgeschlagenen Kontakte nun limitiert sein.

Auf eine SPIEGEL-ONLINE-Nachfrage, ob es auch hierzulande verschiedene Tarife gibt, äußerte sich das Unternehmen bislang nicht. Leser berichten jedoch von unterschiedlichen Preisen, darunter soll ein 23 Jahre alter Leser 2,99 Euro für die Erweiterung zahlen, ein 34-Jähriger 4,99 Euro und ein 40-Jähriger 14,99 Euro.

Trotz seines enormen Nutzerwachstums verdient das Start-up, das mehrheitlich dem Internetkonzern IAC gehört, bislang kein Geld. Analysten der Bank Morgan Stanley sagten Tinder kürzlich den Untergang voraus. Lediglich fünf bis sechs Prozent der Tinder-Nutzer seien bereit, für die Funktionen zu zahlen.

Auf Twitter machen gerade viele Nutzer ihrem Ärger über das Bezahlangebot Luft: So schreibt zum Beispiel ein Nutzer in ironischem Ton, seine Zukunft sei ihm keine zehn Dollar pro Monat wert. Zwei andere legen nahe, dass sie die Funktion zum Daten in anderen Städten wenig interessant finden.

kbl/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. und noch 'ne App zum veräppeln und Kasse machen
El pato clavado 03.03.2015
für so einen gequirlten Stuss wird die Kommentarfunktion freigegeben. Wozu so eine App ? Ein gestandener Kerl und eine selbstständig denkende Frau kommt auch ohne diese elektronischen Aufreisser Mittel zurecht. Was soll der 28 limit "mit 66 fängt das Leben an " wusste ein berühmter Sänger
2. Dating-App hier, Dating-App da...
kinglecki 03.03.2015
Die beste App heisst immer noch "draußen"!
3. SPON, und was ist mit Tinders Schnüffelsucht?
arctic_girl 03.03.2015
Zumindest dies sollte erwähnt werden, wenn es um Tinder geht (einloggen nur mit FB Profil, unzumutbare Datenschutzbedingungen usw.). Ihr seid doch sonst so vorbildlich in dieser Beziehung!
4.
makromizer 03.03.2015
Mit 33 bin ich dann auch alt. Und ich fühle mich nicht mal falsch eingestuft, ich bin offenbar tatsächlich zu alt für diese App. Prinzipiell ist das aber auch nichts ungewöhnliches, ansonsten gibts halt Studenten- und Azubi-Rabatte, oftmals auch noch an eine Altersgrenze geknüpft.
5. tststs
mimas101 03.03.2015
Will ich daten (und meine Frau würde das auch erlauben) dann ginge ich z.B. in ein Cafe oder sonst wohin. Da erlebe ich das Dating, das ist wohl offensichtlich heutzutage ungewöhnlich, tatsächlich noch in Natura und nicht als Hochglanz-Wisch-und-Weg-Bildchen auf dem Fummel-Display eines Handys (Extra-Kosten für einen Provider inklusive). Und dann das arme Startup, macht immer noch kein Geld bzw. keinen Gewinn. Da kommen mir bestimmt auch keine Tränen. Schlecht, vielleicht sollte sich dieses Startup, wie so viele andere übrigens auch, eher mal fragen ob das Startup-Produkt überhaupt einen Markt hat und dort auch tatsächlich derart nachgefragt wird das man damit auch Geld verdienen könnte. Aber irgendwie sind bei Startups vielleich Ideen vorhanden, nur der Rest ist irgendwie eher unterentwickelt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: