Nach Einmischung in US-Wahl Twitter verbannt Anzeigen von RT und Sputnik

Twitter verdächtigt die Medienorganisationen RT und Sputnik, im Auftrag Russlands versucht zu haben, die US-Wahlen zu stören. Nun erließ das Netzwerk ein Werbeverbot für beide Kanäle.

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Die beiden russischen Medienorganisationen RT und Sputnik dürfen ab sofort nicht mehr auf Twitter werben. Der Konzern hat alle Anzeigen der beiden Medienhäuser von seiner Plattform verbannt, teilte Twitter auf dem Unternehmensblog mit.

Die Begründung für die Entscheidung: Twitter verdächtigt sowohl RT (ehemals Russia Today) als auch Sputnik, Teil einer aus Moskau gesteuerten Desinformationskampagne zur amerikanischen Präsidentschaftswahl gewesen zu sein. Twitter verweist in diesem Zusammenhang auf eigene Nachforschungen, die man nach der Wahl angestellt habe, und einen US-Geheimdienstbericht vom Januar 2017. In diesem wurden RT und Sputnik bezichtigt, im Auftrag des russischen Staats die Präsidentschaftswahlen in den USA zu stören.

Die beiden Medien dürfen reguläre Twitter-Nutzer bleiben und ihre Accounts behalten, heißt es weiter. Der Konzern will aber das Werbegeld, das er von RT seit 2011 erhalten hat, an Organisationen spenden, die sich mit der Erforschung von Twitter beschäftigen. Es geht dabei um 1,9 Millionen Dollar.

RT hieß früher Russia Today und ist ein vom russischen Staat finanzierter Auslandssender. Sputnik ist eine Gründung eines staatlichen russischen Medienunternehmens und sendet wie auch RT seine Nachrichten in mehreren Sprachen. "Russia Today" beziehungsweise der Online-Ableger RT.com und "Sputnik" werden oft als Propaganda-Sprachrohr des Kreml im Westen bezeichnet. Sie selbst bestehen aber darauf, dass sie reguläre Medien mit allen daraus folgenden Rechten sind.

Erst kürzlich hatte Twitter angekündigt, für mehr Transparenz bei Wahlwerbung auf der eigenen Plattform sorgen zu wollen. Wahlwerbung soll gekennzeichnet werden, außerdem will das Netzwerk anzeigen, wer dafür bezahlt hat. Dem Unternehmen könnte eine Regulierung durch die US-Politik drohen. Kommende Woche steht eine Kongress-Anhörung zu dem Thema an.

gru

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