Taxi-Krieg in den USA Konkurrent wirft Uber Fake-Bestellungen vor

Das Mitfahr-Start-up Lyft erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Rivalen Uber: Dessen Mitarbeiter sollen bei Lyft mehrere Tausend Fake-Bestellungen aufgegeben haben. Wagen wurden angefordert, aber gar nicht genutzt. Uber dementiert.

Taxi-Protest in Washington gegen Dienste wie Lyft und Uber: Harter Kampf
AFP

Taxi-Protest in Washington gegen Dienste wie Lyft und Uber: Harter Kampf


San Francisco - Der Mitfahr-Markt ist hart umkämpft, erst recht, seit es Taxi-Ersatzdienste wie Uber, Lyft oder Wundercar gibt, die allesamt um Nutzer und Mitfahrer buhlen. Sie machen den klassischen Taxifahrern ernsthafte Konkurrenz, indem sie Mitfahrdienste auch zwischen Privatpersonen vermitteln. Jetzt hat der Kampf um Fahrgäste eine neue Dimension erreicht, wie "CNN Money" berichtet. Demnach beschuldigt das Start-up Lyft Mitarbeiter seines Konkurrenten Uber, mehr als 5000 Mal Autos herbeigerufen und die Bestellung schon bald darauf wieder storniert zu haben.

Eine Auswertung von Telefondaten soll dabei geholfen haben, 177 Uber-Angestellte mittels ihrer Nummer zu identifizieren. Sie sollen seit Oktober 2013 von ganz verschiedenen Orten der USA aus die falschen Bestellungen aufgegeben haben.

Allein von einer einzelnen Telefonnummer sollen mehr als 1500 Fehlbestellungen abgegeben worden sein - eher unwahrscheinlich, dass man sich so oft verwählt oder kurzfristig umentscheidet. Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre das ein gemeiner Trick: Durch die Anrufe sind die angeforderten Privattaxis für eine bestimmte Zeit blockiert - und die Chancen der Konkurrenz auf eine Bestellung steigen. Die Fahrer gehen bei einer Stornierung leer aus, im schlimmsten Fall zahlen sie für den verfahrenen Sprit auch noch drauf.

Abwerben auf der Kurzstrecke und SMS zur Abschreckung

Uber hat gegenüber dem "Wall Street Journal" dementiert, mit absichtlichen Fehlbestellungen gegen die Konkurrenz vorzugehen. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Uber im Zusammenhang mit fragwürdigen Methoden in die Schlagzeilen gerät. Dabei ist auch noch von anderen Tricks die Rede: So berichten die Lyft-Fahrer laut "CNN Money", sie seien von den Konkurrenten regelmäßig für kurze Fahrten gebucht worden. Auf der Kurzstrecke hätten die Mitfahrer dann versucht, die Fahrer zu Uber abzuwerben. Das ist durchaus plausibel, denn Uber belohnt seine Mitarbeiter für das Anwerben eines neuen Kollegen mit einer Geldprämie.

Schon als Lyft neu in New York auf den Markt kam, gab es offenbar Ärger: Uber hatte seinen Fahrern damals per Nachricht mitgeteilt, es sei von der Stadt verboten, für beide Unternehmen zu arbeiten. Dabei stellte die Taxivereinigung schon rasch klar, dass das gar nicht stimmt - und es eine solche Regelung nicht gibt.

juh

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
IntelliGenz 12.08.2014
1. da hilft nur
Uber und andere in Deutschland verbieten. Wegen Aufforderung zur Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Versicherungsbetrug. Sollte doch nicht schwer sein. Solche Zustaende hier gar nicht erst aufkommen lassen.
micsei 12.08.2014
2.
Rücksichtsloser Startup, mit viel Geld im Rücken, ohne Business-Ethik. Nicht unterstützen, Finger von lassen.
hobbyleser 12.08.2014
3. Konkurrenz und so..
..belebt doch das Geschäft. Ist doch eine tolle neue App-Welt. (Getippt aus einem versicherten, geprüften Taxi)
berlinerunkraut 12.08.2014
4. genauso teuer
Als ich mal überprüft habe war der Preis von uber genauso teuer wie der von my Taxi. Da fahre ich lieber das original...
sappelkopp 12.08.2014
5. Moment, die Fahrer fahren doch...
Zitat von sysopAFPDas Mitfahr-Start-up Lyft erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Rivalen Uber: Dessen Mitarbeiter sollen bei Lyft mehrere Tausend Fake-Bestellungen aufgegeben haben. Wagen wurden angefordert, aber gar nicht genutzt. Uber dementiert. http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/uber-gegen-lyft-mitarbeiter-sollen-fake-anrufe-taetigen-a-985728.html
...zum Spaß und haben keinen Anspruch auf Bezahlung, will man uns doch weiß machen. Dann sollten doch einige gefakte Bestellungen keine Rolle spielen. Wenn ich Taxi-Fahrer in Deutschland wäre, wüßte ich, wie ich meine Freizeit verbringen könnte...
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