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Fahrdienst-App: Google entwickelt angeblich Uber-Konkurrenten

Taxi-Apps auf dem Handy: Google arbeitet an einem Uber-Konkurrenten Zur Großansicht
DPA

Taxi-Apps auf dem Handy: Google arbeitet an einem Uber-Konkurrenten

Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber könnte Konkurrenz bekommen - von einem seiner größten Investoren. Laut dem Finanzdienst Bloomberg testen Google-Mitarbeiter schon einen eigenen Taxi-Ersatzdienst. Ein zweiter Bericht relativiert diese These jedoch.

"Der Fortschritt lässt sich nicht ausbremsen." Mit diesen Worten hat der umstrittene Taxi-Ersatzdienst Uber das bundesweite Verbot des Dienstes in Deutschland kommentiert. Nun könnte die Firma selbst ausgebremst werden - und zwar von einem ihrer größten Investoren.

Google entwickle seinen eigenen Service zur Vermittlung von Fahrten, berichtet der Finanzdienst Bloomberg. Mitarbeiter von Google würden die neue App schon testen. Und Google-Manager David Drummond habe den Uber-Verwaltungsrat über die Pläne informiert.

Brisant: Drummond sitzt in eben diesem Verwaltungsrat. Nun werde beraten, ob er zum Rückzug aufgefordert werde, so Bloomberg.

Branchenbeobachter fühlen sich schon an die Kontroverse zwischen Apple und Google erinnert, bei der es um das iPhone und das Betriebssystem Android ging. Der damalige Google-Chef Eric Schmidt war Mitglied des Apple-Verwaltungsrates und bekam auch als einer der ersten das iPhone zum Start 2007 präsentiert. Als Google dann wenig später das Android-System in eine ähnliche Richtung entwickelte, fühlte sich Apple-Gründer Steve Jobs verraten, und Schmidt verließ den Verwaltungsrat von Apple.

Google hat 260 Millionen Dollar in Uber investiert. Der Internetriese reagierte auf den Bericht von Bloomberg mit einem ausweichenden Tweet, in dem es hieß, Uber und der Rivale Lyft funktionierten auch ganz gut: "Wir nutzen sie die ganze Zeit."

Die neue Google-Mitfahr-App könnte in Verbindung mit dem Google-Projekt für selbstfahrende Autos stehen, mutmaßt Bloomberg. Auch Uber ist an diesem Thema interessiert: Das Start-up, das mehrere Milliarden Dollar auf der Bank hat, will mit dem Robotik-Zentrum der US-Universität Carnegie Mellon zusammenarbeiten und ein "Zentrum für fortgeschrittene Technologien" gründen.

Chef und Mitgründer Travis Kalanick hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, Uber werde in Zukunft auf selbstfahrende Autos setzen. Damals wurde jedoch allgemein Großinvestor Google als potenzieller Partner dafür gesehen.

Laut "Wall Street Journal" dürften sich die beiden Firmen eher um dieses Thema streiten als um eine Fahrdienst-App: Der genannte Dienst sei lediglich für den internen Gebrauch gedacht, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Insider. Über die App würden sich Google-Mitarbeiter zu Mitfahrgemeinschaften verabreden. Darüber, dass Drummond möglicherweise den Uber-Verwaltungsrat verlassen werde, sei bei Google nichts bekannt.

vet/dpa

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1. Perfekt...
Muffi 03.02.2015
....um Bewegungsprofile zu erstellen. Google, das gefährlichste Unternehmen der Welt.
2.
laurent1307 03.02.2015
Während es in weiten Teilen der Welt immer noch Hunger, Seuchen und Wasserknappheit gibt verbrennen diese Turbokapitalisten Hunderte von Milliarden für selbstfahrende Autos und Fahrtenvermittlunglungsdienste. Dabei gibt es soetwas schon lange: Öffentlicher Nahverkehr, Mitfahrbörsen, Taxen und mehr... Soviel Geld in den Händen von Zockern zu sehen bringt mich zum kotzen!
3. Wäre das Ende von Uber
zauselfritz 03.02.2015
Und es wäre zu begrüssen. Auch wenn viele Paranoiker Google als Vorläufer von Skynet brandmarken, hat Google gegenüber Uber und seinem skrupellosen CEO einen Vorteil für Kunden und Partner: Google legt Wert auf ein gutes Image beim Eintritt in einen neuen Markt. Die rohen Bully Methoden welche Uber ungeniert an den Tag legt, würde man sich bei Google nicht erlauben - dort setzt man seinen Willen subtiler und längerem Planungshorizont durch. Und wenn ich die Wahl habe, dann wähle ich die sanfte Knechtschaft. :)
4. sie müssen ja
felisconcolor 03.02.2015
Zitat von Muffi....um Bewegungsprofile zu erstellen. Google, das gefährlichste Unternehmen der Welt.
dort nicht mitfahren.
5. Frage
felisconcolor 03.02.2015
Zitat von laurent1307Während es in weiten Teilen der Welt immer noch Hunger, Seuchen und Wasserknappheit gibt verbrennen diese Turbokapitalisten Hunderte von Milliarden für selbstfahrende Autos und Fahrtenvermittlunglungsdienste. Dabei gibt es soetwas schon lange: Öffentlicher Nahverkehr, Mitfahrbörsen, Taxen und mehr... Soviel Geld in den Händen von Zockern zu sehen bringt mich zum kotzen!
was tun sie denn? Arbeiten sie umsonst und spenden sie ihr gesamtes Vermögen an Notdürftige? Haben sie Brunnen in Afrika gebohrt? Oder regen sie sich nur auf weil es halt schick ist dem Salonsozialismus zu frönen?
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