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Fahrdienst-App: Uber analysiert One-Night-Stands seiner Nutzer

Uber-App: Nachts noch schnell einen Wagen von Uber bestellen? Das kann verräterisch sein Zur Großansicht
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Uber-App: Nachts noch schnell einen Wagen von Uber bestellen? Das kann verräterisch sein

Der umstrittene Taxi-Ersatzdienst Uber hat das Fahrverhalten seiner Nutzer ausgewertet. Und zwar so detailliert, dass die Firma eine Liste potenzieller One-Night-Stands erstellen konnte.

Nutzer der Taxi-Ersatz-App Uber verraten offenbar durch ihr Fahrverhalten mehr als ihnen lieb ist: Der Dienst hat anhand der nächtlichen Bestellungen ausgewertet, welche Kunden wohl zu einem One-Night-Stand unterwegs waren. Die Ergebnisse dieser Analyse hat Uber in einem Blog-Eintrag veröffentlicht.

Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2012 und ist mittlerweile gelöscht, aber im Internetarchiv archive.org hier noch sichtbar. Die ARD-Sendung "Panorama" und die "Berliner Zeitung" haben sich jetzt genauer mit dieser Praxis befasst und die Firma konfrontiert. Bereits im November hatte unter anderem der amerikanische Lokalsender "CBS Local" in San Francisco den entsprechenden Blogeintrag gefunden und das Verfahren erklärt. Demnach wurden Fahrgäste statistisch erfasst, die freitags oder samstags zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr morgens einen Uber-Wagen buchten - und vier bis sechs Stunden später eine weitere Fahrt bestellten. Und zwar von einem Punkt innerhalb von 160 Metern des Ortes, an dem sie zuvor abgesetzt wurden.

"Rides of Glory" nennt Uber solche Fahrten im entsprechenden Blogeintrag. Später wurden laut Firmenangaben auch andere Wochentage ausgewertet - und es habe sich gezeigt, dass sich solche Fahrten insbesondere um bestimmte Feiertage herum häufen.

Uber-Deutschlandchef nennt das ein "analytisches Spiel"

"Panorama" berichtet, dass Uber auf Grundlage der ermittelten Daten Karten von New York, San Francisco und anderen US-Städten erstellt habe, in denen die Bezirke mit besonders vielen möglichen One-Night-Stands rot markiert wurden.

Uber-Deutschlandchef Fabien Nestmann verteidigt im Interview mit "Panorama" und der "Berliner Zeitung" die Analyse. Er bezeichnet eine Auswertung von Nutzerdaten hinsichtlich solcher Kurzaufenthalte als "analytisches Spiel" und verteidigt die umfangreiche Sammlung von Nutzerdaten: "Man kann aus sämtlichen Auswertungen Rückschlüsse ziehen, die helfen können, das Angebot zu verbessern. Das ist Teil der Aktivität, die Uber machen muss und wird."

Gelöscht werden die Nutzerdaten Nestmann zufolge nur, wenn ein Nutzer die Firma explizit dazu auffordert. Die Sammlung von Nutzerdaten ist dem Deutschlandchef zufolge "Teil des Konzepts" des Fahrtenvermittlers, in den Google mehr als eine Viertelmilliarde Dollar investiert hat. Künftig werde man sich allerdings darauf konzentrieren, "sinnvolle Auswertungen zu machen".


"Panorama" - zum Thema Sharing Economy, Donnerstag, 21.45 Uhr, ARD

juh

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insgesamt 95 Beiträge
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1.
Phil2302 08.01.2015
Da bleibe ich dann doch lieber bei meinem Taxi, da passiert so etwas nicht. Ich halte das für extrem bedenklich.
2.
LondoMollari 08.01.2015
Vielleicht dann z.B. um mal auf einen anderen Artikel hier zurück zu greifen ob der Nutzer nicht vielleicht Arbeitnehmer bei einem bestimmten Automobilbauer ist und die Personalabteilung für ein kleines Entgelt an den Daten interessiert sein könnte. Nur für den Fall das der verheiratete Angestellte dann mal mit so terroristischen Forderungen wie mehr Geld für mehr Arbeit oder dergleichen aufmuckt ....
3. Brother
skaiser5 08.01.2015
Diese Datensammlung und damit diese Überwachung muss im Sinn der Demokratie verboten. Aber vielleicht wird die Polizei nach den nächsten Terroranschlägen froh sein, dass jemand diese Daten gesammelt hat, und am Ende wird dieses ausländische Unternehmen dafür noch von uns allen für unsere Überwachung durch uns bezahlt. Big Brother 2.0
4. Daten, Daten, Daten!
zick-zack 08.01.2015
Sowas ist jetzt nicht wirklich verwunderlich, oder. Aber daß man sich gerade dieses Thema als mögliches Fahrziel herausgesucht hat, sollte jetzt jedem klar machen, daß der Datenschutz tot ist!
5. Kaum zu glauben!
thunderstorm305 08.01.2015
Ich frage mich weshalb man Uber nicht schon längst verboten hat? Auf der einen Seite führen wir den Mindestlohn ein und auf der anderen Seite lassen wir es zu, dass ein unlauterer Wettbewerb in Deutschland geführt wird. Macht endlich Schluss mit dieser Firma und zwar schnell.
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