Los Angeles - Sollte stundenlanges Fernsehen auch noch belohnt werden? Ja, finden die Macher einer neuen App aus den USA. Das kostenlose Programm läuft auf iPads und iPhones. Einmal aktiviert, hört die App namens "Viggle" beim Fernsehen zu und erkennt dabei aus dem aufgezeichneten TV-Ton, was gerade läuft. Für jede Minute Fernsehkonsum, die von der App registriert wird, erhält der Anwender zwei Punkte gutgeschrieben. Dabei ist auch die Nutzung digitaler Videorekorder erlaubt. Wer auf diese Weise 7500 Punkte zusammengeglotzt hat, bekommt einen Fünf-Dollar-Geschenkgutschein für Läden wie Burger King, Starbucks oder den iTunes Store.
Reich werden kann man so also nicht. Für einen Café Latte bei Starbucks beispielsweise, müsste man drei Wochen lang jeden Abend drei Stunden fernsehen. Schneller kommt man ans Ziel, wenn man Bonus-Punkte sammelt. Die gibt es zum Beispiel für das Anschauen bestimmter Sendungen oder Werbeblöcke. Zudem gibt es bei der Anmeldung für das Viggle-System 1.500 Punkte als Startbonus. Die Beta-Version der Software vergab außerdem 100 Zusatzpunkte, wenn man sich einen 15-sekündigen Werbespot des Mobilfunkanbieters Verizon ansah.
"'Viggle' ist das erste Treue-Programm für das Fernsehen", sagt Chris Stephenson, Präsident der Firma Function X, die hinter Viggle steht. "Bei uns bekommen die Menschen Belohnungen für etwas, was sie ohnehin machen und was sie gerne machen."
Kundendaten sind Kapital
Die Idee hinter "Viggle" ist, Menschen einen zusätzlichen Grund zu geben, fernzusehen. So sollen mehr Zuschauer vor die Geräte gelockt werden, wodurch die Sender ihre Werbeeinnahmen erhöhen könnten. Firmen wie Burger King, Pepsi und Gatorade bieten punktehungrigen Nutzern auch die Möglichkeit, sich Werbeclips auf Mobilgeräten anzusehen, um so ihr Bonuskonto aufzuwerten. Außerdem gibt es Bonuspunkte, wenn man einen Freund als neuen Nutzer wirbt. Das Unternehmen hofft darauf, sein Angebot auf diese Weise per Mundpropaganda unter die Leute bringen zu können.
Bisher ist die Viggle-App nur in den USA und nur für Apple-Geräte erschienen. Versionen für Android und PC sind aber bereits angekündigt. Unklar ist, wie die Entwickler ausschließen wollen, dass die Nutzer einfach ihr Handy neben das laufende TV-Gerät legen - und schlafen gehen.
Ryan Nakashima, dapd
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