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SMS-Ersatz: Sicherheitsexperten warnen vor WhatsApp

Mehr als eine Milliarde Nachrichten werden mit dem SMS-Ersatz WhatsApp täglich verschickt, jetzt warnen Experten: Die App ist nur unzureichend geschützt. Fremde können die Accounts sehr leicht übernehmen - und ein einmal gekaperter Zugang lässt sich nicht mehr retten.

WhatsApp-App auf dem iPhone: Mit einfachen Mitteln Accounts übernehmen Zur Großansicht
Whatsapp Inc

WhatsApp-App auf dem iPhone: Mit einfachen Mitteln Accounts übernehmen

Kein Zweifel: Die Smartphone-App WhatsApp ist populär. 2,1 Millionen Mal klickten Facebook-Nutzer bislang den "Gefällt mir"-Knopf auf der Homepage des Herstellers. Pro Tag versenden Anwender eine Milliarde Nachrichten mit der App, die für alle wichtigen Handy-Betriebssysteme erhältlich ist. Der Grund für den Erfolg: Mit WhatsApp kann man, wie bei SMS, Textnachrichten an Freunde und Bekannte verschicken, nur dass sie nichts kosten. Doch jetzt haben die Experten von "heise Security" herausgefunden, dass WhatsApp-Accounts schlecht geschützt sind: Die Konten lassen sich mit einfachen Mitteln übernehmen.

Kritik an der Sicherheit der WhatsApp-App hatte es schon zuvor gegeben, weil die Software die Nachrichtentexte unverschlüsselt zwischen den Nutzern hin und her geschickt hatte. Eine App namens WhatsApp Sniffer machte sich die Lücke zunutze und ermöglichte es jedermann, empfangene und verschickte WhatsApp-Nachrichten im gleichen Netzwerk mitzulesen. Als Reaktion auf die öffentliche Schelte hat der Hersteller im August begonnen, die Texte zu verschlüsseln, ohne zu erklären, welche Verschlüsselungstechnik dabei zum Einsatz kommt.

Sicher ist die App deswegen aber noch nicht. Einem Test von "heise Security" zufolge lassen sich Accounts bei dem Messaging-Dienst mit frei zugänglicher Software übernehmen. Voraussetzung dafür sei, dass der jeweilige Anwender die App in einem öffentlichen W-Lan verwende. Möglich ist der Trick sowohl bei iPhones als auch bei Android-Handys.

Kontrollverlust

Die Grundlage des Angriffs sei, bei iOS-Geräten deren MAC-Adresse herauszufinden und bei Android-Handys deren Seriennummer (IMEI). Aus diesen Daten werde automatisch das Anmeldepasswort für den WhatsApp-Server erzeugt. Diese Angaben zu erlangen sei nicht sonderlich schwierig, erklärt "heise Security". So könne man die IMEI oft auf der Rückseite des Handys ablesen, während die MAC-Adresse in einem öffentlichen W-Lan leicht mitgelesen werden kann. IMEIs lassen sich in jedem Fall herausfinden, wenn man das betreffende Gerät einmal entsperrt in die Hand bekommt.

Mit diesen Daten ausgerüstet war die Übernahme eines Accounts mit Hilfe freier Software für die Experten offenbar ein Leichtes: "Wir mussten lediglich Rufnummer und MAC-Adresse bzw. IMEI in ein mitgeliefertes Skript eintragen und konnten anschließend über die Eingabeaufforderung beliebige Nachrichten in dessen Namen verschicken. Absender war stets die Rufnummer des kompromittierten Accounts."

WhatsApp-Anwender sind der Sicherheitslücke schutzlos ausgeliefert. Wer die App in einem offenen W-Lan nutzt, läuft stets Gefahr, die Kontrolle über seinen Account zu verlieren. Laut "heise Security" gibt es derzeit keine Möglichkeit, einen derart gekaperten Zugang selbst wieder abzudichten. Wer die App trotzdem verwenden will, tut deshalb gut daran, sie nur in gut geschützten (am besten per WPA2-Verschlüsselung) Drahtlosnetzen zu benutzen.

mak

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insgesamt 112 Beiträge
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1. Panikmache?
hasenfuss27 17.09.2012
---Zitat--- Die Grundlage des Angriffs sei, bei iOS-Geräten deren MAC-Adresse herauszufinden und bei Android-Handys deren Seriennummer (IMEI). Aus diesen Daten werde automatisch das Anmeldepasswort für den WhatsApp-Server erzeugt. Diese Angaben zu erlangen sei nicht sonderlich schwierig, erklärt "heise Security". So könne man die IMEI oft auf der Rückseite des Handys ablesen, während die MAC-Adresse in einem öffentlichen W-Lan leicht mitgelesen werden kann. IMEIs lassen sich in jedem Fall herausfinden, wenn man das betreffende Gerät einmal entsperrt in die Hand bekommt. ---Zitatende--- Okay, die Geschichte mit der MAC-Adresse ist nicht ganz so schön... Aber sorry Leute - die IMEI (Bei Welchem Handy steht die denn Bitte auf der Rückseite???) ist ne ganz andere Hausnummer... Wenn ich einem bösen Buben mein ungesperrtes Handy in die Hand gebe ist ein gekaperter WhatsApp Zugang glaube ich mein geringstes Problem... Welcher Provider hat diesen Artikel denn bezahlt?
2. Prof. Dr. rer. nat. phil.
KobiDror 17.09.2012
Ich weiß schon, warum ich SMS schreibe. Heutzutage sind oftmals SMS Flats inklusive. Naja, Hauptsache für alles ne App nutzen und bloß nicht das Hirn einschalten.
3.
kjartan75 17.09.2012
Also, wenn ich das richtig verstehe, kann man das alles nur machen, wenn man das Handy einmal in der Hand hatte, um die MAC/IMEI-Adresse zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit ist dann aber sehr gering, dass man sein Handy irgendwo liegen lässt, der dann noch ein Betrüger ist und genau sich für das WhatsApp interessiert...oder sehe ich das falsch.
4. Imei
Somethinglost 17.09.2012
Zitat von hasenfuss27Okay, die Geschichte mit der MAC-Adresse ist nicht ganz so schön... Aber sorry Leute - die IMEI (Bei Welchem Handy steht die denn Bitte auf der Rückseite???) ist ne ganz andere Hausnummer... Wenn ich einem bösen Buben mein ungesperrtes Handy in die Hand gebe ist ein gekaperter WhatsApp Zugang glaube ich mein geringstes Problem... Welcher Provider hat diesen Artikel denn bezahlt?
Ausser bei iPhones, stehen die IMEI-Nummern prinzipiell unter dem Akku. Beim iPhone auf dem Schlitten der Simkarte. Prinzipiell ist die Aussage also richtig, nur unpräzise.
5. Etwas übertriebene Panikmache
ripleyllab 17.09.2012
bzw. der falsche Ansatz. Es ist natürlich richtig in diesem Zusammenhang bei der Verwendung von Whatsapp zu warnen. Aber vor allem sollte SPON vor der Verwendung der ungeschützten WLANs warnen. " IMEIs lassen sich in jedem Fall herausfinden, wenn man das betreffende Gerät einmal entsperrt in die Hand bekommt." Wenn ein krimineller mein Smartphone entsperrt in die Hand bekommt, ist das Übernehmen meines Whatsapp Accounts bestimmt die letzte seiner Idee. Also ruhig Blut. Und wie überall im Internet: Augen auf und Verstand benutzen!
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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