Neuer Edelrechner und 3D-Windows Microsoft macht auf Apple

Microsoft spendiert Windows 10 ein Update mit 3D-Funktionen. Neue Hardware präsentiert der Konzern ebenfalls, darunter ein neues Surface Book und einen Möchtegern-iMac für 3000 Dollar. Der Überblick.

Microsoft-Manager in der virtuellen Realität
REUTERS

Microsoft-Manager in der virtuellen Realität

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Windows 10 ist noch immer halbwegs neu, doch schon bald soll sich das Betriebssystem noch neuer anfühlen - mit einer frischen Version, die kommenden Frühling veröffentlicht werden soll. Terry Myerson, der bei dem Konzern für die Windows-Plattform verantwortlich ist, kündigte das sogenannte Creators Update auf einer Microsoft-Veranstaltung an. Windows 10 sei mittlerweile auf mehr als 400 Millionen Geräten weltweit installiert, hieß es dort auch.

Bei der Weiterentwicklung seines Betriebssystems setzt Microsoft auf drei Schwerpunkte. So verspricht der Konzern unter anderem 3D-Erlebnisse für jedermann. Außerdem fokussiert er sich bei seinem Update aufs Gaming und versucht, seinen Nutzern den Kommunikationsalltag zu erleichtern.

Microsoft-Managerin Megan Saunders scannt eine Sandburg per Smartphone ein
AFP

Microsoft-Managerin Megan Saunders scannt eine Sandburg per Smartphone ein

Mit einer neuen Version des mitgelieferten Programms Windows Paint werden unter anderem dreidimensionale Zeichnungen möglich.

Neue VR-Brillen von mehreren Anbietern

Mit dem Creators Update sollen Nutzer die Möglichkeit bekommen, Bilder über das Smartphone in 3D zu scannen. In Paint 3D können 3D-Objekte auch von anderen Nutzern aus Datenbanken heruntergeladen und direkt genutzt werden. Das funktioniert auch in anderen Programmen wie der Präsentationssoftware Powerpoint. 3D-Objekte können sogar gleich gedruckt werden, wenn ein entsprechender Drucker angeschlossen ist. Damit soll das neue Windows das Scannen, Kreieren, Teilen und Drucken von 3D-Objekten nahtlos ermöglichen.

Als erster Browser soll Microsofts Edge zudem 3D-Inhalte mithilfe von Brillen wie Microsofts Hololens darstellen können. Damit können holografische Inhalte in die reale Umgebung projiziert werden. Mit den neuen Funktionen in Windows könnten Nutzer 3D-Objekte kreieren, ansehen und mit ihnen interagieren, heißt es.

Myerson kündigte an, dass Partner wie HP, Dell, Lenovo, Acer und Asus mit Windows 10 kompatible Virtual-Reality-Headsets auf den Markt bringen wollen. Sie könnten sofort in der gewohnten Umgebung genutzt werden, verspricht Microsoft, ohne aufwendiges Einrichten. Der Startpreis für die Brillen soll bei 299 Dollar liegen.

Mehr Möglichkeiten für Gamer

Ein weiterer Schwerpunkt des Windows-Updates ist Gaming. Mit einer eigenen Plattform für Spielestreams soll für Spieler ein einfaches Tool geschaffen werden, mit dem sich eigene Partien streamen lassen und über das man mit anderen Nutzern in Kontakt treten kann. Nutzer des Xbox-Live-Dienstes können eigene Turniere organisieren, egal ob sie an einer Xbox oder an einem PC spielen.

Der dritte Schwerpunkt des Creators Update sind neue Optionen zur Personalisierung von Windows 10. Mit ihnen soll Kommunikation mit den wichtigsten Personen über alle Kanäle vereinfacht werden. So können Nachrichten an Bezugspersonen auf diversen Wegen abgeschickt werden: Videos etwa lassen sich per E-Mail oder SMS direkt aus den jeweiligen Programmen auf der Window-Oberfläche an den Empfänger weiterleiten. Der Nutzer kann seine wichtigsten Bezugspersonen direkt in der Taskleiste einblenden und so permanent mit ihnen in Kontakt bleiben.

Das gesamte Software-Update ist für Nutzer von Windows 10 kostenlos.

Neuer Microsoft-PC

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Microsoft auch noch neue Hardware vor. So wurde das Surface Book des Unternehmens im Inneren komplett überarbeitet. Neben einem leicht veränderten Design bekommt der Laptop einen schnelleren Prozessor und eine schnellere Grafikkarte. Die Batterielaufzeit wurde laut Microsoft um 30 Prozent auf 18 Stunden erhöht. Erhältlich ist das Gerät ab November, für 2400 Dollar plus Steuern.

Microsoft-Manager Panos Panay mit dem neuen Surface Book
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Microsoft-Manager Panos Panay mit dem neuen Surface Book

Die größte Neuheit behielt sich Microsoft für den Schluss auf. Mit dem Surface Studio bringt der Konzern einen neuen Touchscreen-PC auf den Markt. Damit soll sich der Schreibtisch in ein Entwicklungsstudio verwandeln.

Das Gerät hat eine Bildschirmdiagonale von 28 Zoll, mit 13,5 Millionen Bildpunkten soll es eine um 63 Prozent höhere Auflösung als Ultra-HD-Fernseher haben. Surface Studio soll zur Markteinführung 2999 Dollar plus Steuern kosten.

Hilfe für Maus und Tastatur

Mit einer neuen Eingabemethode ergänzt Microsoft zudem Stift, Tastatur und Maus. Der sogenannte Surface Dial ist ein kleiner Zylinder, mit dem Nutzer beispielsweise durch Dokumente scrollen oder Änderungen rückgängig machen können.

Panay mit Surface Studio
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Panay mit Surface Studio

Wird der Dial auf dem Bildschirm platziert, wird um ihn herum ein zusätzliches Bedienmenü eingeblendet, das zur aktuellen Anwendung passt. Damit eignet er sich neben der Stift- oder Fingersteuerung besonders für Zeichnungen. Der Dial funktioniert nicht nur mit dem Surface Studio, sondern auch bei anderen Surface-Computern.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Hololens eine Virtual-Reality-Funktion bekommen habe. Es wird allerdings lediglich die Mixed-Reality-Plattform, die Microsoft für die Hololens entwickelt hat, in das Creators Update integriert.



insgesamt 102 Beiträge
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Seite 1
Hyacinth 26.10.2016
1. So ein Mist!
Können die das nicht als Win11v1 dem interessierten Personenkreis anbieten und mal ihre Hausaufgaben machen, dass Win10 bei allen läuft, die so blöd waren zu updaten? Seit Win10 habe ich Bluescreens ohne Ende, die es vorher NIE gab, und mit dem Anniversary Update startet es nicht mehr von der SSD.
dutze 26.10.2016
2. Wahnsinn...
Zitat von HyacinthKönnen die das nicht als Win11v1 dem interessierten Personenkreis anbieten und mal ihre Hausaufgaben machen, dass Win10 bei allen läuft, die so blöd waren zu updaten? Seit Win10 habe ich Bluescreens ohne Ende, die es vorher NIE gab, und mit dem Anniversary Update startet es nicht mehr von der SSD.
Das neue Windows ist noch nicht mal auf dem Markt, und schon gibt es die ersten Trolle. Aber es ist schon sehr selbstgerecht, all diejenigen als "blöd" zu bezeichnen, die Windows 10 vertrauen. Dabei sitzt das Problem bekanntlich meist vor dem Rechner, wenn mal was schief läuft...
der_unbekannte 26.10.2016
3.
Haben sie denn vorher kein Backup von ihrem Rechner erstellt? Dann wäre eine Wiederherstellung des alten Betriebssystems kein Problem gewesen. Ich bin froh, dass ich bei Windows 7 geblieben bin, obwohl ich gezögert habe ;-). Aber ohne Backup der kompletten Festplatte wäre bei mir nix gelaufen. Aber sie haben Recht, Microsoft sollte erstmal seine Hausaufgaben machen.
Die Happy, 26.10.2016
4.
Zitat von HyacinthKönnen die das nicht als Win11v1 dem interessierten Personenkreis anbieten und mal ihre Hausaufgaben machen, dass Win10 bei allen läuft, die so blöd waren zu updaten? Seit Win10 habe ich Bluescreens ohne Ende, die es vorher NIE gab, und mit dem Anniversary Update startet es nicht mehr von der SSD.
Das Problem liegt dann aber eindeutig auf ihrer Seite, Hardware oder alles völlig vermurkst installiert. Ich hatte auf meinem Rechner zu Hause noch NIE einen BlueScreen, weder mit 7 noch mit 10 noch mit 10 AU. Auch mit Samsung SSD 830.
Bueckstueck 26.10.2016
5.
Zitat von HyacinthKönnen die das nicht als Win11v1 dem interessierten Personenkreis anbieten und mal ihre Hausaufgaben machen, dass Win10 bei allen läuft, die so blöd waren zu updaten? Seit Win10 habe ich Bluescreens ohne Ende, die es vorher NIE gab, und mit dem Anniversary Update startet es nicht mehr von der SSD.
Ich hab das mal für dich korrigiert. Liegt eher an dir als an windows. Bei mir läuft das Zeug auf einem mittlerweile (MoBo, CPU und RAM) 9 Jahre alten Rechner der mit der Erstinstallation von Windows 7 vom 22.10.2009 auf den aktuellen Windows 10 Stand gebracht wurde - ohne eine Neunstallation seit 2009, also mit all dem Gerümpel das vielleicht von damals noch rumliegt, und funktioniert als Firmenarbeitsplatzrechner immer noch einwandfrei ohne BSoD. Der DAU sitzt halt meist vor dem Rechner.
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