Für Windows, macOS und Linux Jetzt können Sie Windows 95 nachspielen

Lust auf einen Trip in die Vergangenheit? Mit einer neuen kostenlosen Software ist das kein Problem: Sie lässt Windows 95 per Mausklick starten - und zum Glück ebenso schnell wieder verschwinden.

Windows 95 als App
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Windows 95 als App

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Es war kurz nach den Chaostagen von Hannover. In Frankreich regierte Jacques Chirac, in den USA Bill Clinton und in Russland Boris Jelzin, als Microsoft am 24. August 1995 das Betriebssystem Windows 95 veröffentlichte. Zum ersten Mal konnte Windows mit 32-Bit-Programmen umgehen, zum ersten Mal hatte es ein "Start"-Menü (über das man den PC auch ausschalten konnte). In Werbespots sangen die Rolling Stones dazu "You start me up". Sechs Jahre später, zum Jahreswechsel 2001/2002 stellte Microsoft den Support ein.

Seither gab es viele Versuche, das einst weltweit enorm populäre PC-Betriebssystem irgendwie auf moderner Hardware wieder zum Laufen zu bringen. Nicht aus praktischen Gründen, sondern aus purer Nostalgie. Sogar auf einer Smartwatch wurde die Software gesichtet, dort installiert von einem britischen Schüler.

Jetzt ist es wieder einmal so weit. Allerdings anders. Viel leichter als bei den bisherigen Experimenten und für viel mehr Menschen geeignet. Der deutsche Entwickler, Programmierer und Autor Felix Rieseberg nämlich hat jetzt ein Programm veröffentlicht, mit der man das alte Betriebssystem mühelos auf Windows-PC, Apple-Macs und Linux-Rechnern zum Laufen bringen kann.

Rieseberg programmierte die von ihm schlicht als Windows 95 bezeichnete Software mit einem System namens Electron, das die Entwicklung plattformübergreifender Programme ermöglicht - und an dessen Entwicklung er selbst beteiligt war.

Sowohl die fertigen Programme als auch deren Quellcode kann man kostenlos von der Programmiererplattform Github herunterladen. Für heutige Verhältnisse sind die Downloads erstaunlich klein. Zwischen 95 und 130 Megabyte muss man herunterladen, weniger als manche Smartphone-App braucht. Und auch vom Arbeitsspeicher genehmigt sich das Windows 95 von Rieseberg nur ein winziges Häppchen. Auf unserem Testrechner waren es bescheidene 130 bis 200 Megabyte.

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Nach dem Start der Software muss man nur einmal in das sich öffnende Fenster klicken und schon startet der Windows-95-Desktop. Dort kann man sich dann mit "Minesweeper" und "Solitaire" vergnügen, das alte Paint starten oder ein paar Notizen in Notepad tippen.

Ausgerechnet der Internet Explorer aber zeigt sich zickig, lädt keine einzige Webseite. Vermutlich, weil die App sich nicht in die Netzwerkverbindungen des PCs einklinken kann, auf dem sie läuft. Ebenso bedauerlich mag man finden, dass die im "Start"-Menü aufgeführten Installationsprogramme für die damaligen Onlinedienste Compuserve und AOL fehlen. Da beide System längst klinisch tot sind, kann man das aber verschmerzen.

Einen praktischen Sinn hat Riesebergs Windows-95-Programm ohnehin nicht. Man könnte es als Lehrstück nehmen, wie Software vor der Jahrtausendwende ausgesehen hat. Man kann darin ein wenig herumklicken, um sich zu erinnern, wie es damals war, wenn man am PC gearbeitet hat. Und wer es wirklich will, kann theoretisch sogar Disketten mit alten Programmen oder Daten einlesen - sofern man noch irgendwo ein passendes Laufwerk auftreiben kann. Ausprobiert haben wir das nicht.

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insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
atmin 24.08.2018
1. Macht schon Spaß
Ich habe auf einer VM Win 3.1 laufen. Alles geht nicht, aber lustig ist es allemal.
fehleinschätzung 24.08.2018
2. erstaunlich klein ist relativ
Ich meine win 3.1 kam noch mit 7 Disketten daher, falls das noch jemand kennt
P.Josph 24.08.2018
3. Herunterfahren Windows 3.1
Zitat: "zum ersten Mal hatte es ein "Start"-Menü (über das man den PC auch ausschalten konnte)." Das mit dem Startmenü ist richtig. Aber auch Windows 3.1 konnte über einen Menüpunkt heruntergefahren werden. Datei > Windows beenden. (Sieht man im Video wunderschön: https://www.youtube.com/watch?v=PWQ5SA2V9yA) Das heißt, dass Start-Menü wurde in Win95 neu integriert mit schon bekannten, aber selbstverständlich auch mit neuen Funktionen.
Mach999 24.08.2018
4.
"Zum ersten Mal konnte Windows mit 32-Bit-Programmen umgehen" Das ist nicht korrekt. Windows NT 3.1 konnte bereits 1993 mit 32 Bit umgehen, und Windows 3.1 mit Erweiterung ebenfalls.
Readymade 24.08.2018
5. nichts neues
vielen Dank für den Beitrag und die Info, als wäre das furchtbar innovativ. Ich habe seit Jahren eine virtual Box mit Windows 95 und 98 für alte Spiele und die haben sogar Zugriff auf meine Netzwerkverbindung ;) also kann man sogar Windows 95/98 100% lauffähig haben
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