WWDC 2014 Apple pumpt das iPhone mit neuen Funktionen auf

Apple zeigt neue Versionen der Mac- und Mobil-Betriebssysteme. Das iPhone soll Gesundheitsdaten sammeln, neue Grafikfunktionen Konsolen Konkurrenz machen. Neue Geräte platziert der Konzern wohl ins Weihnachtsgeschäft.

AFP

Im Herbst soll es soweit sein: Apple hat am Montagabend in San Francisco neue Versionen seiner Betriebssysteme für Mac-Rechner und für mobile Geräte vorgestellt. Neue Schnittstellen sollen dafür sorgen, dass Mac OS X und iOS noch enger zusammenrücken.

Das iPhone soll mit "HealthKit" zur Schnittstelle für Gesundheitsdaten werden, an die sich Apps und Zubehör andocken lassen. Steigen Puls und Herzfrequenz bedenklich an, könnte künftig automatisch ein Arzt informiert werden - so stellt Apple sich das zumindest vor.

Die Kurznachrichten-Funktion des iPhones soll künftig das Verschicken von Sprachnachrichten erlauben und eine bessere Unterstützung für Gruppenchats bieten. Damit erinnert Apples Software an den Konkurrenten WhatsApp. Anrufe und SMS sollen außerdem auch auf Mac-Rechnern und iPads landen, nicht nur auf Smartphones.

Entwickler sollen ihre Apps künftig tiefer in das iPhone-Betriebssystem integrieren können. Zum Beispiel kann eine App Fotofilter für das gesamte System anbieten oder sich in den Safari-Browser integrieren und eine Übersetzungsfunktion bereitstellen. Android-Nutzer kennen solche Arten der Integration schon länger - bei Apple sollen sie angeblich besonders sicher sein.

Eine neue Programmiersprache namens Swift soll das Entwicklern von Spielen einfacher machen, eine neue Grafik-Engine Konsolenbilder auf iPads zaubern.

Auch andere Neuerungen passen in dieses Schema: Nicht wirklich neu, aber offenbar elegant gelöst. Der Online-Speicherdienst iCloud wird beispielsweise aufgebohrt und funktioniert künftig so wie die erfolgreichen Angebote von Dropbox oder Box. Selbst Windows-Nutzer sollen auf derart synchronisierte Dateien zugreifen können.

Das neue Mac OS X, Codename "Yosemite", hat das flache Design und die Pastellfarben des Mobil-Betriebssystems und ebenfalls ein paar neue Funktionen bekommen - vor allem die angeblich nahtlose Zusammenarbeit mit iOS-Geräten, Continuity, wurde vorgeführt. Eine auf dem Desktoprechner geöffnete Website soll automatisch auf dem Telefon auftauchen. Technisch womöglich interessant, aber nicht unbedingt revolutionär.

Nur eins gab es nicht: Neue Geräte fehlten während der zweistündigen Show gänzlich. Dafür dürfte dann im Herbst Zeit sein, wenn Apple die kostenlosen Updates seiner Betriebssysteme an die Nutzer verteilt und traditionsgemäß eine Produktshow veranstaltet, passend vor dem Weihnachtsgeschäft.

ore

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insgesamt 116 Beiträge
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Seite 1
a.j.q. 02.06.2014
1. Hmm... ja...
Ich vertrsteh' ja nicht so viel davon - aber hätte nicht ein TXT Changelog und fünf neue Seiten für's Referenzhandbuch gereicht um die phänomenalen Neuerungen zu dokumentieren? ... Nein? Ach so ... die D&H von der NYSE meinen, daß das so toll genug ist. OooKeee.
jolux 02.06.2014
2. Apple hat den Anschluss verpasst
Was hier von den Apple-Marktschreiern als "Innovation" verkauft wird, kann man längst alles mit Android-Smartphones und -Tablets machen. Apple setzt keine Trends mehr. Apple hinkt nicht nur der Konkurrenz hinterher. Schlimmer: Apple hat den Anschluss verpasst.
jolux 02.06.2014
3. Wasserschaden: iPhones sind nicht wirklich Sport-tauglich
So lange Apple nur iPhones baut, die nicht wasserfest und staubdicht sind, sollten sie ganz darauf verzichten, den Bereich Health / Fitness / Outdoor zu bewerben. Noch nicht mal ein wasserfestes Smartphone kriegt Apple hin... Während z. B. Samsung und Sony längst wasserdichte Smartphones anbieten, hinkt Apple auch in diesem Punkt hinterher. Und die Apple-Jünger müssen weiterhin beim ersten Regentropfen panisch ihre iPhones in der Tasche verschwinden lassen. Aber auch das hilft nicht immer. Das iPhone eines Kollegen ist jetzt wegen eines Wasserschadens kaputt. Nur weil er beim Joggen sein iPhone in der Trikottasche hatte und in einen Regenschauer kam. iPhones sind billig produziert in China und noch nicht mal Sport-tauglich.
rabandie 02.06.2014
4. Aufs Weihnachtsgeschäft warten…
oder besser gleich auf den Weihnachtsmann? Der Visionär ist nicht mehr an Bord, daran ist Apple (fast) schon mal gescheitert, bevor sie ihn zurückholten. Die Botschaft des heutigen Tages lautet: "Uns ist leider nix neues eingefallen, aber Ihr Idioten habt ja schon alles, um rund um die Uhr ausgeforscht zu werden - hier noch ein paar Apps, die Euch noch besser kontrollieren, mehr können wir im Moment nicht liefern, aber was solls, NSA und Co unterhalten uns sowieso."
aramcoy 02.06.2014
5. Is a ganz ganz doll
"Das iPhone soll mit "HealthKit" zur Schnittstelle für Gesundheitsdaten werden, an die sich Apps und Zubehör andocken lassen". Na da warte ich doch mal erst auf die Zulassung nach dem Medizinproduktegesetz.
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