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Netbook-Trends Schneller, besser - und billiger

Neue Netbooks: Die dritte Generation
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Spiegel Online

2. Teil: HD-Netbooks für 200 Euro?

Das aber dürfte nur eine Frage der Zeit sein, denn es ist für Intel die einzige Option: Das Hauptargument für neue Netbooks wird wieder Geschwindigkeit, vor allem aber große Grafikkapazität bei langer Laufzeit sein. Es würde auch die Zielgruppe deutlich erweitern - Netbooks würden zu mobilen Multimedia-Centern, die sich zur Not auch am heimischen Fernseher als Streamingserver oder Video-Player einsetzen ließen. Nettops, technisch auf der gleichen Plattform basierend, ist es bisher nicht wirklich gelungen, sich hier durchzusetzen.

Die Entwicklung dürfte aber zwangsläufig so laufen: Auch Nokias erstes Netbook verfügt über einen HDMI-Ausgang - wofür, wenn nicht zur Übermittlung von HD-Grafik?

Nvidia wird zum Schlüssel-Player im Netbook-Markt

Und es geht weiter. Denn Nvidia, einst reiner Grafikkarten-Hersteller und inzwischen so etwas wie der Joker im Rennen um Speed bei Netbooks, bindet sich absolut nicht an Intel. Mit dem Intel-Konkurrent VIA kooperiert Nvidia bei der Nano-Plattform, die Intels Atom-Chips ganz schön langsam aussehen lässt.

Damit aber nicht genug: Nvidia ist auch und vor allem dabei, mit einer eigenen Plattform den Markt auch anders unter Druck zu setzen. Die Tegra-Plattform war eigentlich für Smartphones gedacht, der Chip werkelt auch in Microsofts neuem Zune-Player. Tegra ist eine Art "PC on a Chip"-Ansatz, bei dem eine vergleichsweise schwache, aber effiziente CPU in einem Guss mit einem Grafik-Koprozessor verbaut wird. Sie lässt sich auch in Netbooks einsetzen. Im Verbund mit Windows CE eröffnet das völlig neue Perspektiven: Netbook-Preise um 200 Euro zum Beispiel - und das kombiniert mit einer Grafik-Performance, die Atom-Netbooks auf die Plätze verweist und bei einfachen Anwendungen Laufzeiten von bis zu mehreren Tagen verspricht.

Selbst bei Video-Wiedergabe wären mit handelsüblichen Akkus angeblich Laufzeiten von zehn Stunden und mehr drin, behauptet Nvidia - und zwar in HD, genauer 1080p. Denn anders als Intels Atom-Chips werden Nvidias CPUs mit HD-Videos bis 1920x1080 Pixel problemlos fertig. Die eigentliche Rechen-CPU bescheidet sich derweil mit 600-750 MHz - Nvidias Systeme beruhen nicht auf maximalen Taktfrequenzen, sondern auf maximaler Gesamtleistung. Sechs Netbook-Modelle sind bereits angekündigt, sollen den Markt spätestens 2010 erreichen, möglicherweise früher.

Schneller, besser, billiger?

Wer da genau mit Tegra-Modellen vorpreschen wird, ist dagegen noch nicht so klar. Denn Nvidias Partner sind hier Unternehmen wie Foxconn. Ein Name, mit dem wohl die wenigsten PC-Freaks etwas verbinden, und so soll das ja auch sein: Wenn Foxconn-Produkte in den Handel kommen, steht immer ein anderer Markenname darauf. Die sind dann deutlich bekannter: Sie lauten beispielsweise Asus, Sony oder HP.

Damit rundet sich das Bild: Ion kommt nun schnell, weil es schnell kommen muss, denn die Herausforderer stehen längst bereit. Als Gewinner dieser Entwicklung steht bisher einzig Nvidia fest, denn die Grafik-Experten sind überall dabei.

Für Verbraucher eröffnet das alles die Perspektive, im Verlauf des nächsten Jahres schnellere, preiswerte, vor allem aber vielfältigere Mobilrechner-Konzepte geboten zu bekommen.

Meine Hände (12 mal 22 Zentimeter) freuen sich schon auf ein leistungsfähiges 12-Zoll-Gerät mit einer Tastatur in fast voller Größe, HD-Grafik, HDMI-Schnittstelle und kleinem Preis. Die Zeit des Einheitsbreis bei Netbook-Technik und -Ausstattung ist vorbei.

P.S.: Geheimniskrämerei

Wir hätten Ihnen gern auch das zu Anfang des Artikels angesprochene Samsung-Netbook N510 gezeigt. Sehen können Sie es bereits auf Tausenden von Seiten im Netz, die sich anders als professionelle Medien entweder nicht an Samsungs Sperrfristen halten oder im Ausland sitzen, wo die Sperrfrist nicht gilt. Der Elektronikkonzern beharrt aber darauf, dass das N510 hierzulande noch geheim sei. Wir können Ihnen darum nicht aus erster Quelle berichten, dass es um ein Ion-Netbook mit 11,6-Zoll-Display, HDMI-Schnittstelle und HD-Grafik mit 1366 x 768 Pixel Auflösung geht.

Das wissen wir nur, weil man das geheime Gerät - anders als seine angeblich geplanten Schwestermodelle 508 und 511 - bereits in den Handelsverzeichnissen findet. Kosten wird es demnach übrigens 499 Euro. Ob das alles so stimmt, wird Samsung dann auf der Ifa bekannt geben.

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