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03.09.2009
 

Ifa 2009

3D-Fernseher kommen 2010, Flip-Cams schon jetzt

Von Matthias Kremp, Berlin

Ifa 2009: Der Fernseher wird 3D
Fotos

Schon kommendes Jahr sollen die ersten 3D-Fernseher in privaten Wohnzimmern stehen. Für passende Inhalte will Entwickler Sony selbst sorgen. Beschränkt man sich auf 2D, kann man seine Filme aber bald auch für kleines Geld selbst drehen, kleine billige Spaß-Camcorder sollen es möglich machen.

Darüber, wie man Fernseher besser machen kann, gibt es unter den Herstellern sehr unterschiedliche Ansichten. Das deutsche Unternehmen Metz beispielsweise will in Kürze 75 Prozent seiner Modelle mit einer Timeshift-Funktion, wie man sie von Festplatten- und DVD-Videorecordern kennt, versehen. Ein integrierter acht Gigabyte großer Pufferspeicher soll es ermöglichen, rund vier bis sieben Stunden TV-Programm per Pausentaste festzuhalten. Das könnte in manchem Haushalt den Recorder ersetzen.

Sony hingegen wird ab 2010 mehrere 3D-fähige Fernsehgeräte auf den Markt bringen, verspricht Sony-Manager Howard Stringer. Wie in den aktuellen 3D-Kinos wird man dann wohl auch im Wohnzimmer eine spezielle Polarisationsbrille aufsetzen müssen, um die Raumeffekte sehen zu können. Und damit es auch Inhalte gibt, mit denen man das ausnutzen kann, soll ein Software-Update die Playstation 3 um 3D-Funktionen erweitern.

Vorerst aber wird man sich mit weniger aufregenden Innovationen bescheiden müssen. So sollen diverse Sony-TVs in Kürze mit Dreifach-Tunern für DVB-T, DVB-C und DVB-S ausgeliefert werden. Das spart Platz und minimiert den Kabelsalat im Wohnzimmer, weil man auf diese Weise keine zusätzliche Set-Top-Box braucht. Freilich dürften bei den meisten Käufern solcher Geräte zwei von drei Tunern dauerhaft überflüssig sein.

Cisco will in den Consumer-Markt

Nicht überflüssig, sondern ein reines Spaßprodukt sind dagegen die Flip-Camcorder, die Cisco ab dem 1. November in Deutschland anbieten will. In den USA und Großbritannien sind die kleinen Kameras bereits seit einiger Zeit erhältlich, jedoch regelmäßig ausverkauft, da sich um das System Flip ein Hightech-Hype entwickelt hat.

Die typischen Merkmale der Pocket-Camcorder: Sie verfügen über keinen optischen Sucher, haben ein recht kleines Display und sind nur mit einem Mindestmaß an Funktionen ausgestattet. Was Hobbyfilmer nervt, weil es ihre Möglichkeiten einschränkt, stößt bei Gelegenheitsanwendern offenbar auf Gegenliebe. Denn um eine Flip bedienen zu können reichen im Grunde drei Knöpfe: Der Ein-Schalter, der rote Auslöser und der mechanische Schieber, mit dem man den integrierten USB-Stecker ausfährt.

An einen PC angestöpselt macht sich die Kamera sogleich selbständig, lädt ihre integrierte Videobearbeitungs-Software. Die konnte bei einem ersten Kurztest zwar nicht mit üppigen Funktionen auftrumpfen, besticht dafür mit ihrer Einfachheit. Bleibt nur noch abzuwarten, was die Geräte hierzulande kosten werden. In den USA ist das kleinste Modell der schnuckeligen Plastikkamera bereits für 99 Dollar zu haben. Hierzulande strebe man Preise zwischen 99 und 199 Euro an, je nach Modell, erklärte eine Cisco-Managerin SPIEGEL ONLINE. Für Cisco, bisher vor allem Anbieter von Routern, Switches und Internet-Servern, ist die Kamera der erste echte Schritt in den Consumer-Markt.

Aufgehorcht: Edelkopfhörer für Prestigebewusste

Um einiges teurer ist dagegen der High-end-Kopfhörer HD 800 von Sennheiser. Rund 1000 Euro muss hinblättern, wer sich von dem edel verarbeiteten und in einer noblen Box verpackten Headset mit Musik berieseln lassen will. Dafür bekommt man einen Kopfhörer, dessen Bauteile an die Zubehörliste von Oberklassewagen erinnert. Viel Edelstahl und Alcantara-Leder werden hier verwendet, um die zwecks kräftiger Bässe besonders großen Schallwandler am Kopf zu halten. Ausprobieren, ob sich der Aufwand gelohnt hat, kann man auf dem Messegelände allerdings nur in einer eigens dafür aufgebauten Schallschutz-Kabine. Ansonsten würden zu viele Außengeräusche durch das offene Gehäuse ans Ohr dringen.

Solche Effekte sind beim Hören ohne Kopfhörer ja ohnehin nicht zu verhindern, weshalb sich manch Handy-Nutzer, der sein Multimedia-Telefon als MP3-Player benutzt, über dessen mangelnde Lautstärke beklagt. iPhone-Besitzer sind hiervon nicht ausgenommen, können ihrer Musik höchstens über externe Aktivboxen Gehör verschaffen. Aber die sind meist klobig, blockieren den Tisch mit Kabeln.

Eine Alternative zeigt Zubehörhersteller Griffin auf der Ifa. Unter der Bezeichnung Air Curve präsentiert das Unternehmen eine Art passiven Verstärker für die Winz-Lautsprecher von iPhone und iPod. In den wird der jeweilige Player einfach eingesteckt und sogleich ertönt dessen Musik ungleich lauter. Möglich macht's eine einfache Klangröhre, deren Form entfernt an ein Ohr erinnert und die in ähnlicher Art auch in manchen Lautsprecherboxen zu finden ist. Zu einem Preis von 29 Euro eine zumindest brauchbare Möglichkeit, iPod-Musik auf dem Schreibtisch zu hören. Nur Bässe darf man von dem Plastik-Ohr nicht erwarten, der Sound entspricht dem der winzigen iPod-Lautsprecher, nur eben lauter - und weitgehend bassbefreit.

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