Verschiedene Web-Browser: Windows-User sollen künftig zwischen zwölf Browsern auswählen können
Windows soll in Zukunft mit verschiedenen Internet-Browsern ausgeliefert werden. Der Software-Konzern Microsoft habe eingewilligt, PC-Händlern künftig den Verkauf von Windows mit Browsern konkurrierender Hersteller zu erlauben, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Damit nicht genug: Auch die vielen Millionen Verbraucher, die heute Windows mit dem von Microsoft vorinstallierten Internet Explorer nutzen, will Microsoft auf Druck der EU-Wettbewerbshüter über Alternativen informieren.
Microsoft wird nach Kommissionsangaben für einen Zeitraum von fünf Jahren allen Nutzern von Windows XP und Windows Vista ein Update anbieten, nach dem auf dem Computerbildschirm ein Zusatzfenster mit Informationen zu verschiedenen Internet-Browsern erscheint. Dies soll den Verbrauchern die Entscheidung erleichtern, anstelle des Internet Explorers ein Konkurrenzprodukt auf ihrem Rechner zu installieren. Microsoft wird nach Angaben von EU-Kommissarin Kroes Informationen über zwölf verschiedene Browser anbieten.
Der US-Konzern will mit diesen Zugeständnissen einer weiteren Wettbewerbsstrafe entgehen. Die EU-Kommission hatte wegen der Koppelung von Windows mit dem Internet Explorer im Januar 2008 ein Verfahren gegen Microsoft eingeleitet. Wettbewerbskommissarin Kroes will nun anderen Software-Konzernen, Computer-Herstellern und Verbraucherschutzverbänden Gelegenheit geben, zu den von Microsoft angebotenen Zugeständnissen Stellung zu nehmen. Fällt dieser sogenannte Markttest positiv aus, so würden die Angebote von Microsoft für verpflichtend erklärt.
Microsoft-Anwalt Brad Smith zeigte sich erleichtert, dass die EU-Kommission die Zugeständnisse positiv bewertet. Dies sei "ein bedeutsamer Schritt zur Beendigung jahrzehntelanger Sorgen" für den Konzern in Europa, sagte Smith in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.
Die EU-Kommission hat in der Vergangenheit wegen der Verknüpfung von Windows mit der Musik- und Video-Software Media Player bereits eine Geldstrafe von fast 500 Millionen Euro gegen Microsoft verhängt. Im Februar 2008 erlegte sie dem Konzern wegen Verstoßes gegen diverse Wettbewerbsauflagen ein weiteres Rekord-Bußgeld in Höhe von 899 Millionen Euro auf.
mak/AP
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