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25.11.2009
 

Indonesien

Massenhysterie wegen Sonderangebot

Es sind Bilder wie aus einem Katastrophenfilm: Eine unüberschaubare Masse von Menschen drängt sich gegen eine Polizeikette und einen Drahtzaun. Doch das sind keine Flüchtlinge oder Demonstranten, die sich da drängen, sondern Shopper: Die Leute wollen ein Handy. Die Situation eskalierte.

Jakarta - Es ist ein Traumangebot, ungewöhnlich genug, Tausende Kunden anzulocken: Am Mittwoch, warb das indonesische Mobilfunkunternehmen Nexian, werde es Prepaid-Handys zu einem unschlagbaren Sonderpreis verkaufen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Nexian mit so einer Aktion für Schlagzeilen sorgt. Anfang November verschleuderte die Kette chinesische Smartphones und machte damit landesweit höchst positive Schlagzeilen: Ab Mitternacht hatten Käufer Schlange gestanden, am Ende waren es mehr als 4000, die tolle Bilder für die Medien lieferten. Wasser auf die Mühlen der Marketingabteilung, Nexian als cooles Unternehmen zu positionieren.

Jetzt sollte auf das noch immer verhältnismäßig teure Smartphone ein Handy für die Massen folgen. 299.000 Rupien kostet das Gerät normalerweise, rund 21 Euro, jetzt sollte es für umgerechnet sieben Euro über die Ladentheke gehen. Was folgte, war das absolute Chaos.

Die Belagerung begann schon am Morgen. Als sich immer mehr Menschen vor dem Laden an der Ex Plaza in Jakarta drängten, rückte die indonesische Polizei an. Ein an der Oberkante mit Stacheldraht bewehrter Zaun sollte die Masse zurückhalten, doch das reichte längst nicht: Gerade mal etwas mehr als drei Meter breit war der, linderte zwar den Hauptdruck der Masse direkt vor der Tür des Nexian-Ladens, aber immer mehr Menschen flossen quasi um das Hindernis herum. Die Polizisten vor Ort standen auf verlorenem Posten, die Stimmung wurde zunehmend gereizt. Viel zu lang ließen die Nexian-Angestellten ihre Kunden warten.

Die Meute jagt Verkäufer

Schließlich trauten sich drei Verkäufer vor die Tür, drei Kisten mit dem beworbenen Handy hatten sie dabei - viel zu wenig für die vieltausendköpfige Masse.

Dann ging alles ganz schnell: Der Zaun kippte, die Polizisten, die sich zunehmend ruppig wehrten, wurden überrannt. Die Verkäufer wichen zunächst in Richtung Laden zurück, dann kam die Panik. Auf ihrer Flucht durch die Straßen von Jakarta wurden sie von Teilen der Menge verfolgt, berichten indonesische Medien.

Kurz darauf sind die Türen des Nexian-Shops wieder verrammelt. Bis spät in den Nachmittag diskutiert dort eine Menschenmenge mit Polizisten und Nexian-Angestellten darüber, ob und wann der Verkauf wieder aufgenommen wird.

pat

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