Alle Jahre wieder legen die Mobilfunk-Provider spezielle Angebote auf den Gabentisch: Top-Handys für einen Euro, monatelang keine Grundgebühr oder tolle Inklusiv-Leistungen - zur Weihnachtszeit scheint so ziemlich jeder Mobilfunk-Traum in Erfüllung zu gehen. Doch nicht jedes dieser Angebote entpuppe sich als echtes Schnäppchen, warnt Rafaela Möhl vom Onlineportal teltarif.de. Meist handelt es sich bei den Weihnachts-Specials ohnehin nur um die üblichen Neukundenrabatte oder um Aktionsangebote, die es das ganze Jahr über unter verschiedenen Namen gibt.
Die legendären Ein-Euro-Handys beispielsweise können den Kunden schnell teuer zu stehen kommen. Um sie zu bekommen, muss man einen Vertrag abschließen und zahlt dabei einen monatlichen Aufpreis fürs Handy. Das kann zwar immer noch ein Schnäppchen sein, doch meist zahlt der Kunde dabei drauf. Daher sollte man immer zuerst durchrechnen, ob es nicht günstiger ist, das Gerät einzeln zu kaufen. Als Geschenk sind solche Angebote ohnehin eher ungeeignet: Entweder der Schenkende selbst muss monatlich für den Vertrag zahlen oder der Beschenkte, zu dem der Vertrag vermutlich noch nicht einmal gut passt.
Wer trotzdem ein Vertragsmodell verschenken will, sollte Möhl zufolge beim Kauf unbedingt darauf achten, dass das Gerät ohne große Hürden auch mit anderen Mobilfunkanbietern genutzt werden kann. Das Schlüsselwort heißt hier Sim-Lock, eine Art Sperre für fremde Netze. Wer ein Handy mit Sim-Lock kauft, legt sich automatisch auf einen Provider fest, denn das Gerät funktioniert mit Sim-Karten der Konkurrenz nicht. Das ist besonders ärgerlich, wenn der Beschenkte mit dem Handy ins Internet gehen will, denn hier schwanken Empfang und Übertragungsgeschwindigkeit von Anbieter zu Anbieter deutlich.
Das gilt insbesondere für die neuen Smartphones, die in diesem Jahr zur Vorweihnachtszeit besonders im Trend liegen dürften. Die schicken Alleskönner wählen sich gerne mal automatisch ins Internet ein, um Updates zu ziehen. Wer dann keine Daten-Flatrate hat, muss schnell tiefer in die Tasche greifen als gedacht. Eine solche Flatrate bietet sich ohnehin an, denn ein Smartphone ist fürs Surfen im Internet geschaffen. Allerdings wird die Freude daran schnell getrübt, wenn die Verbindung ins Netz zu langsam ist. Laut Möhl hat E-Plus in diesem Bereich zwar viele günstige Angebote, doch in punkto Geschwindigkeit ist der Anbieter anderen großen Providern unterlegen.
Prepaid ist oft günstiger
Generell rät Möhl dazu, nicht nur auf das tolle Weihnachtsangebot zu schauen, sondern auch auf die Konditionen, die dahinterstecken: Wie teuer wird es, wenn das Sonderangebot, etwa die erlassene Grundgebühr, ausläuft? Wie hoch sind die Minutenpreise fürs Telefonieren und die Gebühr pro SMS? Passt der Tarif wirklich zum eigenen Telefonierverhalten oder kommt man mit Prepaid nicht vielleicht sogar günstiger weg?
Prepaid-Angebote seien lange als teuer verrufen gewesen, doch das stimme inzwischen längst nicht mehr, sagt Möhl. Oft seien sie sogar günstiger als ein fester Vertrag. Denn einen Vertrag mit verschiedenen Modulen muss man schon ziemlich exakt ausnutzen, um dabei zu sparen. Sind beispielsweise die monatlichen Inklusiv-Minuten aufgebraucht, wird es schnell teuer, weil dann hohe Minuten-Tarife anfallen. Wer die Inklusiv-Minuten aber nicht ausschöpft, zahlt für etwas, was er gar nicht nutzt. Prepaid lohnt sich übrigens auch fürs mobile Internet. Insbesondere wenn man noch nicht genau weiß, ob einem das Surfen im Netz per Handy überhaupt liegt, sollte man zuerst bei den Prepaid-Angeboten nachschauen. Sie sind sehr günstig und man legt sich nicht gleich auf Monate fest.
Drum prüfe ...
Wer sich unsicher ist, sollte anhand der Rechnungen der vergangenen Monate den Durchschnitt an Telefonaten, SMS und Surf-Minuten ausrechnen. Mit diesen Informationen lässt sich über einen Mobilfunk-Tarifrechner in wenigen Minuten herausfinden, mit welchem Mobilfunk-Angebot man am günstigsten fährt.
Wer einen Vertrag im Mobilfunk-Shop abschließen oder verlängern wolle, sollte sich vorher genau über die Angebote des Providers informieren und nie unvorbereitet in das Verkaufsgespräch gehen, empfiehlt Möhl. Denn der Kunde kann sich nicht darauf verlassen, dass er im Shop auch wirklich das für ihn günstigste Angebot erhält. Oft bietet es sich auch an, Verträge online abzuschließen. Denn es gibt sogenannte Web-Tarife, die günstiger sind als im Shop vor Ort.
Sandra Schipp/ddp
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