Wie die BBC berichtet, hat die Europäische Kommission eine Regelung vorgeschlagen, wonach die maximale Lautstärke von MP3-Playern künftig begrenzt werden soll. Der Vorschlag sieht vor, den Schalldruckpegel aller innerhalb der Gemeinschaft verkauften mobilen Musikabspielgeräte auf 85 Dezibel zu begrenzen, was in etwa dem Lärm an einer Hauptverkehrsstraße entspricht. Bislang ist es dagegen durchaus möglich, dass MP3-Player einen Schalldruck von bis zu 120 Dezibel erzeugen, was einem niedrig vorbeifliegendem Kampfflugzeug entspricht.
Der EU-Vorschlag wird als Reaktion auf eine Studie gewertet, die vor einem Jahr veröffentlicht wurde. Darin hieß es, dass etwa zehn Millionen EU-Bürger mit möglicherweise dauerhaften Gehörschäden zu rechnen haben, weil sie sich über lange Zeiträume mit lauter Musik beschallt haben. Laut Wikipedia ist bereits ab einer dauerhaften Musikberieselung mit einem Schalldruck von 85 Dezibel mit Hörschäden zu rechnen. Wer Lärm oder Musik mit einem Schalldruck von 120 Dezibel oder mehr ausgesetzt ist, muss dagegen schon nach kurzer Zeit mit bleibenden Schäden rechnen.
Der Plan der Kommission sieht allerdings auch vor, dass die Begrenzung auf 85 Dezibel lediglich ein vom Hersteller voreingestellter Maximalwert sein soll. Den Anwendern soll demnach durchaus die Option offenstehen, dieses Limit aufzuheben. Mehr als 100 Dezibel sollen aber auch nach dem Aushebeln der Voreinstellung nicht möglich sein.
Sonderfall Frankreich
Aufgrund einer ähnlichen Regelung in Frankreich musste Apple schon vor Jahren dafür sorgen, dass iPods einen bestimmten Lautstärkepegel nicht überschreiten. Die Französische Gesetzgebung schreibt bereits vor, dass derartige Musikabspieler nicht mehr als 100 Dezibel Schalldruck erzeugen dürfen. Da es offenbar zu kompliziert geworden wäre, ausschließlich für Frankreich lautstärkereduzierte iPods herzustellen, wurden ab der dritten Generation kurzerhand alle in Europa ausgelieferten iPods mit einer solchen Sperre versehen. Freie Programmierer entwickelten allerdings recht bald Programme, mit denen sich Apples Begrenzung wieder aushebeln ließ. Mittlerweile ist in das Betriebssystem der iPods eine Möglichkeit integriert, die Maximallautstärke selbst festzulegen, das Verändern dieser Einstellung per Passwort zu schützen.
Tony Graziano, Sprecher der Industrievereinigung DigitalEurope zeigte sich gegenüber der BBC allerdings noch sehr skeptisch, was den EU-Vorschlag angeht. Nach seiner Meinung müsse man eine Regelung finden, die einen Mittelweg aus Sicherheit und Musikgenuss darstellt. Graziano zufolge würde eine Limitierung auf 85 Dezibel die Freude am Musikhören zu sehr einschränken, weil bei einem solchen Lautstärkepegel Außengeräusche die Musik übertönen könnten. Dass moderne In-Ohr-Kopfhörer solche Effekte abmildern, teilweise sogar vollkommen eliminieren, lässt der Industriesprecher dabei außer Acht.
Die Beratungen der EU sind auf zwei Monate Anfang 2010 angesetzt. Eine Entscheidung über die geplante Lautstärkeregulierung wird für das Frühjahr 2010 erwartet.
mak
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Wieder einmal EU-Blödsinn. Kein Wunder, dass die EU gehasst wird; die stossen mit dem Hintern das um, was Sie mit den Händen aufstellen. mehr...
Super Idee! In Zukunft sollten sich auch Fernseher nach einer Stunde automatisch abschalten, um die Augen zu schonen! Oder wie wärs mit generellem Hausarrest an heißen Sommertagen? Die Bürger müssen doch vor Hautkrebs geschützt [...] mehr...
Nehmen Sie sich einfach Ihren "Lieblings-mp3-Spieler" oder Multimediahandy, gehen Sie zum örtlich HiFi-Händler Ihres Vertrauens - und schliessen einfach mal einen richtig guten Kopfhörer an (z.B. Sennheiser, AKG, [...] mehr...
Man sollte sich eher fragen, WARUM man Musik mit Kopfhörern lauter hört als über Lautsprecher. Irgendetwas muss ja anscheinend bei der Wahrnehmung über Kopfhörer anders sein, weshalb man dieses anscheinend durch Aufdrehen [...] mehr...
Dass die Schwerhörigen mehr werden, stimmt gottlob nicht. Gab vor ungefähr einem halben Jahr (da kann ich mich zeitlich aber auch irren) mal einen sehr interessanten Spiegelartikel dazu, einer der wenigen Artikel in diesem [...] mehr...
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