Eigentlich ist der W-Lan-USB-Stick für drahtloses Surfen im Internet eine mittlerweile überflüssige Gerätegattung. Jeder Schreibtischrechner, jedes Notebook wird heutzutage mit integrierter W-Lan-Funktion angeboten. Zum Einsatz kommen die Funkstifte aber ímmer noch dann, wenn alte Computer aufgerüstet werden oder die neueren defekt sind.
Deshalb gibt es einen zwar kleinen Markt für diese Sticks; es tummeln sich dort indes viele Anbieter. So haben D-Link , Realtek, Allnet, Hama, Linksys, Zyxel, SNC Networks, Belkin, Netgear, Vivanco oder AVM die Adapter in verschiedenen Varianten im Programm. Beim Kauf eines solchen Websticks ist auf Funkfrequenzen, Verschlüsselungs-Modi, Kompatibilitätsfragen und den verwendeten Funknetzstandard zu achten.
"W-Lan-Sticks bekommt man schon ab zehn Euro nachgeschmissen", sagt Rudolf Opitz von der Zeitschrift "c't". Aber sie werden weiter entwickelt. So wurde vor kurzem als Nachfolger der Spezifikationen IEEE 802.11b und IEEE 802.11g der neue, schnellere W-Lan-Standard IEEE 802.11n eingeführt, der laut Opitz eine theoretische Datenrate von 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ermöglicht. Der 11n-Standard erreicht die hohen Datenraten durch Mehrantennentechnik. Entsprechende Sticks kosten rund 20 Euro.
Doch dürfte die Potenz der Neuen in den üblichen Anwenderszenarien verpuffen: "Im Normalfall, wenn man E-Mails lesen oder surfen will, reicht ein Durchsatz von 11 Mbit/s", sagt der Redakteur. Dies leisten bereits Websticks nach dem älteren 11b-Standard. Für die meisten DSL-Internetverbindungen ist man damit gut gerüstet. "Wer öfter Dateien in der Größenordnung von mehreren Gigabyte herunterlädt, zum Beispiel Videos oder Musik von seinem Homeserver auf das Mobilgerät, der bräuchte allerdings eine der schnelleren Varianten."
Auf das richtige Kürzel achten
Den W-Lan-Adapter zum Laufen zu bringen, ist in der Regel schnell erledigt. "Entweder liegt eine CD bei, von der man den Treiber installiert, oder die Treiber sind auf einem Speicherchip im Stick; sie werden automatisch installiert und das Ding läuft", sagt Opitz. Vorausgesetzt, die Zugangsdaten des Anschlusses sind zur Hand, kann losgesurft werden.
Doch es kann passieren, dass der Router für den heimischen Internetanschluss den schnelleren Stick ausbremst. Zwar sind die Surfsticks zu den langsameren W-Lan-Standards abwärtskompatibel. Doch ist der Stick neueren Datums den Aufpreis nicht wert, wenn der Router etwa nur den Aufdruck IEEE 802.11b hat. "Man sollte also darauf achten, dass die Leistung der Sticks - b, g oder n - der Leistung des Routers entspricht", sagt Opitz. Zudem könne es vorkommen, dass einem ein Webstick des hierzulande eher seltenen Standards IEEE 802.11a in die Hände falle, der auf dem 5-Gigahertz-Band anstelle des hier meist üblichen 2,4-Gigahertz-Bandes sendet. Diese Sticks seien mit den von den Providern üblicherweise ausgelieferten Routern nicht kompatibel. Es sind allerdings auch W-Lan-Sticks erhältlich, die beide Funkbereiche nutzen können. Entsprechende Sticks kosten im Internet rund 50 Euro.
Wände sind gut und schlecht zugleich
Wer im 5-Gigahertz-Bereich funken möchte, muss einen entsprechenden W-Lan-Router anschaffen; als Bonbon für den finanziellen Aufwand von meist über 100 Euro bekommt man ein für Störungen unanfälligeres Netz. "Der 2,4-Gigahertz-Funkbereich ist ein sogenannter freier Frequenzbereich, in dem viele drahtlose Geräte funken können - per Bluetooth oder W-Lan, und nicht zuletzt die Mikrowelle aus der Küche arbeitet in dem Bereich", sagt Opitz. Im 5-Gigahertz-Band sehe es dagegen "deutlich ruhiger aus".
Was die Funkverbindung vieler Websticks beeinträchtigt sind Decken und Wände. "Und zwar sehr deutlich", sagt Opitz. Was sich wie ein Nachteil anhört, ist im Sinne der Datensicherheit ein Vorteil, denn je kleiner der Funkradius, desto weniger potenzielle Datendiebe. "Gerade bei Funknetzwerken ist große Reichweite oft gar nicht erwünscht", sagt Opitz. Für die eigenen vier Wände reichten die Signalstärken in der Regel aber aus.
Bitte nicht mit WEP ins Web
Nur solle der Kunde bei den Datenraten wissen: "Bei den Herstellerangaben handelt es sich grundsätzlich um Bruttowerte." Allein die Sicherheitsprotokolle reduzierten die Werte; insgesamt könnten als Faustregel 50 Prozent abgezogen werden. Gibt ein Hersteller für einen Stick 54 Mbit/s an, so liegt der reelle Praxiswert demnach bei rund 30 Mbit/s. Manche Hersteller gehen etwaige Empfangsprobleme auch mechanisch an: Mittels USB-Kabel und Standfuß kann die richtige Position gesucht werden.
Stichwort Datensicherheit: Die meisten der erhältlichen Websticks unterstützen die Verschlüsselungsstandards WPA und WPA2, die nach Einschätzung von Opitz hinreichenden Schutz bieten. Doch er warnt vor dem Einsatz der "veralteten" WEP-Verschlüsselung, wie sie bei vielen Geräten noch angeboten werde. "Für ein einfaches Knackprogramm, das aus dem Internet geladen werden kann, stellen WEP-Verschlüsselungen kein Hindernis mehr dar."
Stefan Robert Weißenborn, ddp
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Wunderbar für den privaten Küchenlaptop, "nono" für professionelle IT. Er sprach von einem Kollegen. mehr...
Aber stiLLa_himself ging es ja gerade um die "Strippenfreiheit" . und ich schau jetzt mal welche sticks, das lästige kabelziehen kostengünstig ersetzen. Sehr viele Mainboards bringen den LAN-Port ja schon [...] mehr...
Richtig! ...und für noch weniger eine Steckkarte mit LAN-Anschluß. Oder womöglich hat der Rechner schon so etwas. Damit sind Sie in drei Punkten auf der "sicheren Seite": -geknackt werden Sie so nicht. Auch [...] mehr...
Lassen Sie den Stick bleiben... Für relativ wenig EUR bekommen Sie brauchbare PCI-WLAN-Karten zum Festeinbau und Ihr Kollege ärgert sich nicht über vorstehende USB-Hörnchen. ( e.g. [...] mehr...
WLan im beruflichen Umfeld einzusetzen, stellt für die meisten EDV-Spezialisten ein nicht kalkulierbares Risiko dar. Selbt der "härteste Algorhythmus" in der Verschlüsselung ist irgendwann geknackt. Er wird einfach [...] mehr...
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