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22.12.2009
 

Rückschau/Vorschau

Die IT-Trends des (kommenden) Jahres

Für die ITK-Branche und die Unterhaltungselektroniker war 2009 längst nicht so mies, wie erwartet. Teile der Branche setzten mehr ab als je zuvor - allerdings bei schwindenden Umsätzen, denn alles wurde billiger. Motor eines anhaltenden Wachstums dürfte auch 2010 alles werden, was tragbar ist.


Hamburg - Die Angst vor dem Jahr 2009 in der IT-Branche war groß - doch am Ende schlug die Wirtschaftskrise bei den Computer- und Telekommunikationsunternehmen viel schwächer durch als befürchtet.

Das beste Beispiel sind die Handy-Hersteller: Anfang des Jahres wurde noch viel Wind darum gemacht, dass der Absatz der Mobiltelefone erstmals überhaupt sinken werde, und zwar gleich um mehr als fünf Prozent. Inzwischen gehen die Marktforscher von Gartner aber davon aus, dass 2009 genauso viele Handys verkauft werden wie im Jahr davor - und rechnen für 2010 wieder mit einem kräftigen Plus von zehn Prozent.

Warum? Die Gewichte in der IT-Branche haben sich verschoben. Bei den Handys verkauften sich - auch dank des Interesses der Verbraucher - die teureren Smartphones, Telefone, mit denen man unterwegs ins Internet kann, viel besser als gedacht. Auf 14 Prozent schätzt Gartner ihren Anteil an neu verkauften Geräten in diesem Jahr, 2013 sollen es schon 38 Prozent sein.

iPhone, seine Klone und Konkurrenten sorgen für Umsatz

Das dürfte die Branche umkrempeln, zumal das Handy immer mehr zu einer Software-Plattform wird. Der heutige Marktführer Nokia ist zwar immer noch auch die Nummer eins bei Smartphones - die Initiative liegt jedoch ganz klar bei den Herausforderern, vor allem Apple mit seinem iPhone sowie der Industrie-Allianz um das Google-Betriebssystem Android. Analysten kritisieren die Nokia- Produktpalette als eher schwach, zum Jahresende stufte die Rating-Agentur Fitch sogar Nokias Kreditwürdigkeit herab.

Auch das Geschäft der Computerhersteller lief 2009 anders als früher. Die Unternehmen - sonst die besten Kunden - hielten sich in der Wirtschaftskrise mit der Erneuerung ihrer PC-Parks zurück. Dafür kamen die Verbraucher, angelockt vor allem von den nur einige hundert Euro teuren Mini-Notebooks. Die Folgen für die Branche sind immens. Der Druck auf die Gewinne nahm zu, weil sich mit den billigen Teilen viel schwerer Geld verdienen lässt. Die Zahlen sprechen für sich: Während der Computerabsatz in Stückzahlen 2009 nach verschiedenen Schätzungen um ein bis vier Prozent steigen soll, fallen die Umsätze voraussichtlich um etwa zehn Prozent.

Umsatzmotor: ultramobile Notebooks

Aufsteiger des Jahres im Computermarkt war der taiwanesische Acer-Konzern, der den Trend zu Mini-Notebooks mit ausgelöst hat. Der einst weltgrößte PC-Hersteller Dell mit seinem Fokus auf Unternehmenskunden rutschte dagegen ab. Im kommenden Jahr will der US-Konzern aber von der anstehenden Erneuerungsrunde bei vielen Unternehmen profitieren, auch dank der Einführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 7.

Insgesamt war das Jahr 2009 nur ein Vorgeschmack auf den Wandel, der uns 2010 erwartet. Apple scheint auf Kurs zu sein, seinen seit langem erwarteten Tablet-Computer auf den Markt zu bringen - ein flaches Gerät ohne Tastatur, bei dem der berührungsempfindliche Bildschirm dominiert. Die Lesegeräte für elektronische Bücher dürften auch weiter auf dem Vormarsch sein. Von diesen beiden Geräteklassen erhofft sich auch die kriselnde Printbranche neue Impulse.

Der Internetkonzern Google kündigte für 2010 erste Geräte mit seinem eigenen Betriebssystem Chrome OS an, das konsequent auf das Netz setzt. Und die Mobilfunkanbieter wollen erste Netze der nächsten Übertragungsgeneration LTE in der Praxis erproben. Spätestens mit LTE soll die mobile Internetnutzung endgültig zum Alltag werden - aufhalten können das höchstens noch zu hohe Tarife der Netzbetreiber.

Andrej Sokolow, dpa

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