Das fängt schon, ganz oberflächlich, beim Design an. Der Zune HD steckt in einer stabilen Metallhülle, macht mit seinem Hochglanz-Display einen wertigen Eindruck. Die Vorderseite wird fast vollständig von diesem Bildschirm eingenommen. Von der Seite betrachtet, ist er deutlich dünner als ein iPod touch, sein Display aber auch erheblich schmaler. Die Form liegt irgendwo zwischen iPod touch und iPod nano.
Ehrliches Lob verdienen sich die Zune-Entwickler aber vor allem mit der Benutzeroberfläche des Players. Nur drei dezente Tasten sind am Gehäuse angebracht, die Einschalttaste, eine Home-Taste und eine Lautstärkewippe. Alle übrigen Eingaben macht man direkt auf dem berührungsempfindlichen Display.
Die Art und Weise, wie man dabei mit dem Zune umgeht, zwischen Menübebenen wechselt und Objekte auswählt, ist durchaus einzigartig, weitgehend intuitiv erlernbar und vor allem ausgesprochen eigenständig. Hier hat sich Microsoft tatsächlich getraut, eine Form der Interaktion zu finden, die sich wohltuend von dem abhebt, was manche andere Hersteller bei dem Versuch treiben, Apple nachzuäffen.
Das fängt schon beim Bildschirmschoner an, den man wie eine Jalousie nach oben hin einfach wegschiebt. Was man dann sieht ist zunächst einmal ein schlichtes Textmenü mit Einträgen wie Music, Video, Radio und Marketplace. Sobald man aber von dort aus in eine der Kategorien verzweigt, brilliert der Zune mit seinen Grafikfähigkeiten. Wählt man beispielsweise einen bestimmten Musiker aus, wird im Hintergrund ein Bild es Künstlers eingeblendet, während vorne beispielsweise die Alben angezeigt werden.
Spieler-Qualitäten
So etwas wie Apples Coverflow-Ansicht hat der Zune allerdings nicht vorzuweisen, auch wenn es durchaus die Möglichkeit gibt, durch die Cover-Ansichten der gespeicherten Musik zu blättern. Vor allem aber fällt auf, dass der Zune, obwohl er über die entsprechenden Sensoren verfügt, beim Kippen des Geräts nicht automatisch in eine Queransicht umschaltet, so wie es viele von Apples MP3-Playern tun. Dafür hat man bei Microsoft eine schöne Methode gefunden, um durch Menüs zurück zu navigieren: Es wird immer ein Bruchstück der Bezeichnung des jeweils nächsten Menüs stark vergrößert oben auf dem Display angezeigt. Einmal drauf getippt und man wird eine Ebene weiter geleitet.
Was bei all diesem Hin- und Hernavigieren auffällt ist, dass sämtliche Animationen ausgesprochen angenehm fließend über den Bildschirm gleiten. Dasselbe gilt auch für die wenigen Spiele, die es für den Zune gibt. Das Autorennspiel "PGR: Ferrari Edition" beispielsweise hat Qualitäten, die man sonst nur von Spielkonsolen kennt.
Dass der Zune so brillant aufspielen und auf Wunsch sogar HD-Videos per Spezialkabel auf einen HD-Fernseher übertragen kann, verdankt er der Integration von nVidias Tegra-Grafikchip. Der ist weit leistungsfähiger als die üblicherweise in solchen Geräten verbauten Grafikprozessoren - und das nutzt Microsoft auch aus. Befürchtungen, diese Zusatzleistung könnte den Akku rasend schnell leer saugen, bestätigte zumindest der Test-Zune nicht. Tagelang lief er ohne Murren weitab jeder Steckdose als Audioplayer. Im Videomodus änderte sich das erwartungsgemäß. Aber für die Videounterhaltung auf einem Transatlantikflug von New York nach Frankfurt reicht die Kapazität allemal, sofern man den Player wenigstens während der Mahlzeiten abschaltet.
Nichts geht ohne Microsoft Points
Problematisch ist beim Zune allerdings die Versorgung mit Inhalten Kaufmusik, Apps und Videos bekommt man nur aus Microsofts Zune-Marketplace, in den nur Kunden mit US-Rechnungsadresse Einlass gewährt wird. Aber auch wenn man einen solchen Account angelegt hat, macht Microsoft den Einkauf in seinem Shop nicht leicht. Denn für den hat sich die Firma eine eigene Währung, die Microsoft Points, ausgedacht. Pro Song werden damit 79 dieser Points fällig, was ungefähr 99 US-Cent entspricht. Lästig dabei: Man muss, um einkaufen zu können, erst einmal Points erwerben, die sich nur bei Microsoft einlösen lassen.
Die Alternative: Man abonniert einen Zune-Pass. Der kostet 15 Dollar pro Monat, inklusive zehn Download-Songs. Allerdings darf man damit auch beliebig viele weitere Songs auf seinen Zune laden, die allerdings nicht mehr abspielbar sind sobald man sein Abo kündigt. Ein weiteres Problem ist die eingeschränkte Formatwahl. Der Zune HD spielt Musik nur ab wenn sie als WMA, AAC oder MP3 vorliegen. Ähnlich dünn sieht die Unterstützung von Videoformaten aus.
Ist es nun also ein großer Verlust, dass Microsoft den Zune nicht außerhalb Amerikas anbietet? Grundsätzlich ja, denn von der technischen Ausstattung, der Software und seiner Benutzeroberfläche hätte Microsofts Player das Zeug, Apples iPods Marktanteile abzujagen. Dem stünde aber, so oder so, ein mageres Angebot an Apps, die für die iPods immer wichtiger werden, und vor allem Microsofts Punktesystem im Wege. Einkaufen, egal ob Musik, Videos oder Software, geht bei Apple immer noch viel leichter als im Zune-Marketplace - und genau das ist es, was offensichtlich für immer mehr Käufer solcher Geräte immer wichtiger wird: Eine schnelle, unkomplizierte Versorgung mit Inhalten. Da muss Microsoft noch nachbessern, der Zune HD selbst ist schon auf dem richtigen Weg.
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Ich kann an mein Handy so gut wie jedes beliebige Headset anschließen und nutze auch nicht das originale. ---Zitat--- Zudem ist es mir echt zu blöd, jedesmal das Telefon rauszukramen, wenn ich nur einen Song weiterschalten [...] mehr...
Weil die mehr als bescheidenen Headsets dieser Telefone für RICHTIGEN Musikgenuss einfach einen Nullinger taugen. Zudem ist es mir echt zu blöd, jedesmal das Telefon rauszukramen, wenn ich nur einen Song weiterschalten will. Da [...] mehr...
Und was passiert, wenn sie plötzlich mal ganz spontan Musik hören oder jemanden anrufen wollen? Warum so kompliziert, wenn es doch einfach geht. mehr...
Leider haben Sie meinen Beitrag ( http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=4747371&postcount=42 ) überlesen. Warum soll ich irgend etwas mitnehmen, was ich nicht brauche ? Um auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Fussweg in [...] mehr...
Vielen Dank für den Beitrag jarod02! Ich frage mich wirklich, ob man bei "Angefasst" die beschriebenen Geräte oder mittlerweile doch eher den Moderator anfassen soll. Ein Gerät, das vorgestellt werden soll, zu Beginn [...] mehr...
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