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23.12.2009
 

Netbooks

Schneller die Preise nie fielen

Von Frank Patalong

Im Endspurt des Weihnachtsgeschäftes purzeln plötzlich die Netbook-Preise. Das ist kein Wunder, sondern das Signal für den Beginn eines ganz anderen Advents: Die CES naht und mit ihr die nächste Gerätegeneration. Top-Bedingungen, echte Schnäppchen zu ergattern.


"10 Euro Weihnachtsrabatt auf jedes Netbook!" - das ist eine Betreffzeile wie aus dem Lehrbuch für E-Mail-Marketing. Im elektronischen Briefkasten landete sie kurz nach Mitternacht am 23. Dezember, adressiert an alle registrierten Newsletter-Empfänger des Elektronikversenders Cyberport. Wer sie öffnete, erfuhr, dass der kleine Rabatt einzig und allein am 23. Dezember gültig ist. Wer dann zur Web-Seite wechselte, erfuhr, dass die Preise zuletzt schon deutlich gefallen waren. Zu deutsch: Cyberport veranstaltet ein Last-Minute-"Alles muss raus!" zum Fest.

Das kennt und versteht man aus dem Lebensmittelhandel: Vor dem Wochenende und vor Feiertagen werden die Reste verramscht, weil Kohlrabi, Blumenkohl und Möhrchen sonst als Kompost entsorgt werden müssten. Aber sind Netbooks neuerdings eine verderbliche Ware?

Durchaus, wenn man so will. Die erste Generation der Standard-Netbooks wird soeben zum Auslaufartikel. Im stationären Handel sieht man so manches Modell als Sonderangebot. Nettops, das weitgehend gefloppte Konzept, Netbook-Technik dafür einzusetzen, LCD-Fernseher zu Wohnzimmer-Surfstationen zu machen, werden regelrecht verramscht: Wir haben in den letzten Tagen Sichtungen von MSI-Wind- und EeePC-Nettops (bei Staples im Reste-Abverkauf für 189 Euro) teils deutlich unter 200 Euro dokumentiert.

Der Markt spielt Preis-Domino

Jetzt stürzen die so lange Zeit wie zementiert wirkenden Netbook-Preise ganz ähnlich ab. In den letzten Tagen ist das Preisniveau für Standard-Netbooks auf rund 280 Euro eingebrochen, Angebote bewegen sich eher um 250 Euro (siehe Bildergalerie). Und ja, auch die 200er-Marke ist bereits mehrfach geknackt: Die 8- und 9-Zöller der allerersten Generation sind teurer kaum mehr verkäuflich, jetzt erscheinen auch erste 10-Zöller um 200 Euro - der Preisknaller von Cyberport heute liegt bei 189 Euro für ein klein konfiguriertes Lenovo-Netbook S10 (Standardausstattung 30 Euro mehr). Andere ziehen so schnell nach, dass die Preisvergleichssuchmaschinen im Web gar nicht mitkommen: Sie sehen das Gerät noch bei ab 270 Euro, während es auch bei Notebooksbilliger.de längst für 222 Euro über den Tresen geht.

Bei anderen Händlern sieht es ähnlich aus, die Phase der weihnachtlich hohen Preise ist vorbei.

Nicht nur bei Alternate kostet das 12-Zoll-Lenovo-Ideapad ohne ION-Chip inzwischen unter 300 Euro - dort bekommt man aber auch schon einen 10-Zöller mit ION-Technik und 2 GB Arbeitspeicher für 359 Euro - das sind rund 50 Euro unter dem derzeit gängigen Einstiegspreis in dieser Klasse. Selbst der klassische Versandhändler Otto zeigt branchenuntypische Flexibilität und passt seine Preise ständig an die Netzkonkurrenz an: Die ersten 18 Modelle im Katalog liegen unter 300 Euro, insbesondere rosafarbene Mode-Netbooks sind wohl nirgendwo preiswerter zu haben.

Modellwechsel: Das Standard-Netbook wird überholt

Und es geht weiter. Der Versender One leistet sich seit längerem eine eigene Handelsmarke mit Netbooks, die stets an der Unterseite des Preisniveaus kratzen. Aktuell lockt er mit einem 13-Zoll-Subnotebook mit Intel-ULV-Dualcore-Chip für gerade mal 369 Euro - auf dem Niveau bewegten sich noch vor wenigen Wochen die Netbooks, die jetzt 50-100 Euro weniger kosten.

Das alles ist kein weihnachtliches Wunder, sondern ein Zeichen für den Advent der CES Anfang Januar. Dort, erfuhren wir Anfang der Woche, werden allein rund 80 neue Netbook-Modelle mit Intels erweitertem Atom-Chipsatz Pinetrail vorgestellt.

Leistungsmäßig sollen die sich irgendwo zwischen Atom- und ION-Plattform einpendeln. Zuerst aber werden sie die jetzigen Netbooks zu echten Einstiegsgeräten in ihrem Marktsegment degradieren: MSI hat mit dem U135 schon vorab ein neues Pinetrail-Spitzenmodell angekündigt, das bereits ab 299 Euro in den Verkauf gehen soll. Standard-Atom-Netbooks sind dann zu solchen Preisen nicht mehr verkäuflich. Und auch die ION-Netbooks dürften unter Preisdruck geraten, zumal man auf der CES auch eine Fülle neuer ULV-Subnotebooks mit Doppelkernprozessoren sehen wird. Ein erstes ION-Netbook für 299 Euro haben wir bereits entdeckt (siehe Bildergalerie oben).

Da wagen wir doch einmal ganz lässig eine Prognose: Für die nächsten vier Wochen sind weitere Sonder- und Discounter-Wühltischangebote zu erwarten, die das Einstiegspreisniveau der Netbooks weiter nach unten verschieben werden. "Alles muss raus" lässt grüßen: Wer noch schnell ein Weihnachtsgeschenk braucht, macht heute schon nette Schnäppchen, nach dem Fest aber noch bessere - ein Gutschein wäre da keine schlechte Idee.

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insgesamt 11 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
24.12.2009 von GM64: Sie teuschen sich

verstehe nicht was Sie haben ich verwende auch eine Atom Prozessor, aber ich bin davon begeistert. Ich habe ein MB INTEL D945GSEJT iAtomPro.270 mITX Board und eine Solid State Disk von Transcend. Dazu verwende ich Vista. Ein [...] mehr...

24.12.2009 von swissjazz: netbook

Nicht nötig. Die verkaufen sich auch so. Der Grund für Ihr "Nichtverstehen" liegt an anderen Ansprüchen. Ein Netbook ist für mich ein günstiges Zweitgerät für unterwegs. Ich habe mir kürzlich ein Compaq Netbook für [...] mehr...

24.12.2009 von anna1: Was, bitte, ist CES?

Guter Journalismus zeichnet sich auch durch Begriffserklärung aus. Der Spiegel ist kein Eletronikfachblatt. mehr...

24.12.2009 von blowup: Besser etwas mehr

Ich habe diesen ganzen Rummel um die extrem schwachbrüstigen Atom-Netbooks nie verstanden. Und dass die jetzt verramscht werden, ist kein Wunder. Ich habe mir vor ein paar Wochen ein Acer 1810TZ gekauft, 11,6 Zoll und Core 2 Duo [...] mehr...

24.12.2009 von John.Moredread: ...

Komisch, was einige Leute hier wissen. Genau wie im Artikel beschrieben ist die aktuelle Netbook Generation völlig ausreichend für simple Aufgaben, sprich, ein bisschen Office und Internet. Kurioserweise kenne ich bis jetzt [...] mehr...

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