Aus Las Vegas berichtet Roland Austinat
Das Lesegerät, das er mit einem dünnen Papierstapel vergleicht, besitzt eine Bildschirmdiagonale von 26,67 Zentimetern, ist gerade mal 7,6 Millimeter dick und knapp 500 Gramm schwer. Es besitzt, anders als etwa Amazons Kindle, keine Tastatur, sondern wird komplett per Touchscreen gesteuert. Das vom renommierten Designhaus IDEO entwickelte System erinnert an einen digitalen Bilderrahmen mit schwarzem Rand und setzt auf bewährte E-Ink-Technik.
Der QUE ist kontaktfreudig: Er verbindet sich schnurlos als Quasi-Drucker mit dem eigenen Computer und verarbeitet alle nur erdenklichen Dateien. Per Bluetooth-Übertragung finden Dokumente aus einem Blackberry-Smartphone den Weg ins Lesegerät und können dort mit Post-it-ähnlichen Notizen versehen werden. Bis zum US-Verkaufsstart im April soll noch ein Mail- und Kalenderprogramm fertig werden, das Daten aus Microsofts Exchange- und Live-Diensten, Google- und Yahoo Mail übernimmt. Auch in Europa soll das Gerät verkauft werden, allerdings gibt es dafür noch keinen Termin.
QUE proReader: ein E-Reader für Berufstätige
Dass sich Plastic Logic mit dem QUE vor allem an Geschäftskunden richtet, zeigt auch, dass Wirtschaftsmagazine und -zeitungen wie "Fast Company" und "The Wall Street Journal" im digitalen Abo erhältlich sind. Gleiches gilt für Fachliteratur, die pikanterweise über den Internet-Shop der Buchladenkette Barnes & Noble angeboten wird.
Pikanterweise deshalb, weil Barnes & Noble mit dem Nook einen eigenen E-Reader ins Rennen schickt. Nook und QUE sollen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Zielgruppen allerdings keine Konkurrenz machen. Kevin Frain, Vizepräsident für E-Commerce des Buchriesen: "Für den QUE liefern wir beispielsweise die Top-Titel der 'Business-Week'-Bestsellerliste, der Nook bekommt die eher allgemein gehaltenen Verkaufsfavoriten der 'New York Times'."
Beim ersten Test des Gerätes fallen die einfache, durchdachte Steuerung und das gut lesbare Display positiv auf. Das Blättern von einer Seite zur nächsten lahmt jedoch noch - eine knappe Sekunde Wartezeit, das scheint noch verbesserungswürdig. Businesslike ist auch der Preis des QUE proReaders: Mit 4 Gigabyte Hauptspeicher, WiFi-, Bluetooth- und USB-Support soll er 649 Dollar, mit 8 GByte RAM und zusätzlicher 3G-Funknetzwerk-Unterstützung gar 799 Dollar kosten. Amazons Kindle beziehungsweise den Nook von Barnes & Noble gibt es schon ab 259 Dollar.
Skiff-Reader: der Retter der Tageszeitung?
Deutlich massenkompatibler will Skiffs gleichnamiger E-Reader sein. Die Firma versteht sich gleichzeitig als Anwalt der in den USA wirtschaftlich massiv bedrohten Printmedien: "Wir wollen den Verlagen helfen, ihre Zeitungen und Zeitschriften zu retten und ihnen den Sprung ins digitale Zeitalter erleichtern", erklärt Kiliaen van Rensselaer, Marketing-Chef von Skiff. "Ich kenne kaum einen anderen Entwickler von E-Readern, der sich so stark wie wir um diese beiden Mediengattungen kümmert."
Auch am Text-Layout bereits existierender E-Reader lässt van Rensselaer kein gutes Haar: "Oft sieht ein Artikel darauf wie eine überlange SMS aus. Wir arbeiten deswegen eng mit den Redaktionen zusammen, um etwa eine Zeitung so authentisch wie möglich darzustellen."
Ein Probelauf mit der tagesaktuellen Ausgabe des "San Francisco Chronicle" zeigt, dass die Entwickler damit auf der richtigen Fährte sind: Die Skiff-Version sieht mit Print-Typographie, Layout-Elementen und den Top-News über dem Titelschriftzug dem Print-Original ähnlicher als die offizielle Online-Fassung. Einige Magazine bieten die Wahl zwischen einer an das Gerät angepassten Artikelfassung oder dem ursprünglichen Layout der Printausgabe. Eigene Dokumente im PDF-Format versteht der Reader ebenfalls.
Von der E-Reader-Anzeige zur Probefahrt
Bislang einzigartig ist, wie der Skiff-Reader mit Anzeigen umgeht. In der digitalen Ausgabe des "San Francisco Chronicle" führt beispielsweise ein Fingerdruck auf eine angenehm unanimierte Audi-Werbung zu einer Übersicht der technischen Daten. Ein erneutes Tippen öffnet eine Landkarte aller Audi-Händler der näheren Umgebung, die eine Testfahrt des beworbenen Fahrzeugs anbieten - dem eingebauten GPS-Chip sei es gedankt. Der Seitenwechsel läuft dabei erfreulich flink und ohne Wartezeiten ab, wie auch der Wechsel zwischen einzelnen Zeitungsteilen.
Durch die in den USA bestehende Partnerschaft mit dem Mobilfunkanbieter Sprint versorgt Skiff sein Lesegerät mit Inhalten und erlaubt gleichzeitig, etwa auf einem Palm-Pre-Smartphone Abonnements für Skiff-Inhalte abzuschließen. "Wir verstehen uns primär als Anbieter von Inhalten, nicht von Hardware", unterstreicht Kiliaen van Rensselaer damit die Zielsetzung seiner Firma. "Wir wollen mit unserem Reader mit gutem Beispiel voran gehen und hoffen, uns danach auf das Anbieten von Inhalten zu konzentrieren" - etwa auch für Notebooks und Tablet-PCs. Zu einem noch geheimen Preis soll der Skiff-Reader noch in diesem Jahr in den USA erscheinen, in Europa nicht viel später.
Die beiden Newcomer reihen sich ein in eine ganze Phalanx neuer E-Reader, die auf der CES vorgestellt wird (siehe Bildergalerie). Auch Sony legt mit seiner "Daily Edition" ein Lesegerät nach, das sich schon durch seine Namensgebung Zeitungsverlegern und -lesern als Zielgruppe empfiehlt. Die Zeiten, in denen Amazon mit seinen Kindle-Geräten den Reader-Markt weitgehend konkurrenzlos dominieren konnte, sind also vorbei.
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Den Skiff würde ich mir sofort kaufen und damit meine Zeitungsabos ersetzen. Auch als Zuglektüre scheint mir das Ding ne tolle Sache. Das ist der erste Reader, der mich vom Augenschein und beschriebenen Konzept her richtig [...] mehr...
...der Einstieg in die Mehrklassengesellschaft, was die sog. Informationen angeht. Wer alle paar Monate den neusten Hardwarestuss kaufen kann, ist dabei. Die andern eben nicht. Ich weiss allerdings nicht, welche Seite die [...] mehr...
Die Idee des E-books ist faszinierend. Die beschriebenen Geräte kommen der Wiedergabe in einem Buch oder einer Zeitung immer näher. Was mich sehr stört, ist dass kein Gerät alle Standards beherrscht und bei allen Buchshops mit [...] mehr...
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Kindle (klein) können Sie in dem Zusammenhang vergessen. Ich habe den Spiegel per drag&drop transferiert, die Darstellung macht auf dem kleinen Screen keinen Sinn. Die Umwandlung in eine AZW-Datei (Kindle Format) habe ich [...] mehr...
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