Von Matthias Kremp
Wirklich überrascht muss man da nicht sein: Am Montagabend deutscher Zeit verschickte Apple per E-Mail Einladungen zu einer Veranstaltung, die kommende Woche stattfinden soll. Geladen wird ins Yerba Buena Center of the Arts in San Francisco, jenes Veranstaltungszentrum, in dem Apple seit Jahren seine großen neuen Produkte der Welt offenbart. Insofern hatte das "Wall Street Journal" recht, als es vor zwei Wochen den 27. Januar als Termin für Apples Event meldete.
Ungewöhnlich ist das Datum dann aber doch. Traditionell legt der iPod-Konzern seine Veranstaltungen stets auf einen Dienstag. Der 27. ist jedoch ein Mittwoch. Ohnehin scheint die Firma für die anstehende Produktvorstellung mit einigen Traditionen zu brechen. So wurde in den letzten Jahren für die europäische Presse immer eine zum Haupt-Event in San Francisco parallel laufende Veranstaltung in London angeboten, die in diesem Jahr entfällt.
Aber bisher nutzte Apple stets die Macworld Expo für seine Neuankündigungen. Seit diesem Jahr aber hat das Unternehmen sich endgültig auch von dieser Messe verabschiedet, nimmt an keiner wichtigen Branchenmesse mehr teil, auch nicht an Cebit oder CES. Offensichtlich will Apple-Chef Steve Jobs sich nicht vorschreiben lassen, wann und in welchem Umfeld er neue iPods, iPhones oder iMacs ankündigt.
Doch selbst wenn man davon ausgehen kann, dass er am nächsten Mittwoch auch neue Macbooks aus dem Hut zaubern wird, weil deren Update einfach überfällig ist, dürfte ein anderes Gerät der Star der Veranstaltung werden, das vermutlich als iSlate bezeichnete Apple-Tablet. Um dessen Existenz oder Nicht-Existenz, mögliche und unmögliche Features und Details wird seit Monaten immer intensiver spekuliert. Apple selbst äußerte sich zu den Gerüchten bisher nicht.
Es wird bunt
Einen kleinen Hinweis darauf, was der Tablet-Mac können wird, gibt die jetzt verschickte Einladung dann aber doch. Denn über dem Titel "Come see our latest Creation", "komm und schaue Dir unsere neueste Kreation an", ist dort Apples Logo abgebildet, unterlegt von einer Vielzahl von Farbklecksen, in denen manch Blogger die Farben der aktuellen iPod nano erkennen will. Gut möglich aber auch, dass Spruch und Farben darauf hinweisen sollen, dass das iSlate auf einem Farb-Display basiert.
Behält das "Wall Street Journal" mit seiner These recht, dass das Gerät zudem vornehmlich als E-Book-Reader konzipiert ist, wäre das ein echtes Novum, da alle bisherigen Geräte dieser Kategorie nur Schwarzweiß-Bildschirme haben. Berichte, Apple habe bereits Verhandlungen mit verschiedenen US-Verlagen über einen digitalen Buch- und Zeitschriftenvertrieb aufgenommen, kursieren seit Monaten. Jetzt wurde gemeldet, es gebe auch Gespräche mit dem Verlag Harper Collins.
Als Onlineshop für E-Books könnte Apple eine neue Version des iTunes Store anbieten. Der könnte, analog zum App Store, um einen Book Store ergänzt werden. Damit würde Apple in direkte Konkurrenz zum derzeitigen Marktführer Amazon treten. Die mit Auflagen-Rückgängen kämpfende Print-Branche erhofft sich, mit Hilfe der Tablet-Computer neue Erlösquellen erschließen zu können.
Fraglich ist allerdings, ob Apple ein solches Gerät sofort weltweit einführen würde. Langwierige Verhandlungen mit Rechteinhabern haben beispielsweise die Einführung des iTunes Store außerhalb der USA seinerzeit um mehr als ein Jahr verzögert. Zwischen der Einführung des iPhone in den USA und Europa lag fast ein halbes Jahr. Gut möglich also, dass man hierzulande noch lange auf das iSlate warten muss, selbst wenn Apple es tatsächlich nächste Woche vorstellen sollte.
Auf anderen Social Networks posten:
Als sicher wird von vielen Beobachter angesehen, dass Apple seinen iTunes Store bis Mitte des Jahres komplett in den Webbrowser auslagern wird. Das würde auch zu Gerüchten passen die erklären, Apple habe den Musikdienst Lala [...] mehr...
Aus den meisten Kommentaren spricht viel Neid und Frust darüber, dass solche Innovationen wie das Betriebsystem MAC OS X, die iMacs, die iPods, der iTunes-Shop, das iPhone und nun wohl das iSlate nicht in Deutschland (oder Europa) [...] mehr...
Um es deutlich zu sagen: Das Post wirft kein gutes Licht auf die Kentnisse des Verfassers um die Realitäten da draussen. mehr...
Klar, könnt Ihr. Hört auf zu jammern und kreiert ein Produkt wie Apple und los geht's. Nur kein Neid. Leute, Steve Jobs ist einfach ein genialer Marketing-Mann. mehr...
Apple macht den Hauptumsatz mittlerweile mit iTunes und dem iPhone.. die Macs sind nur noch Peripherie! Auch der Name wurde von Apple Computer Inc. auf Apple Inc. geändert! Erst schlau machen, dann lästern.. mehr...
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