Von Matthias Kremp
Diesem Anspruch muss nicht nur Apple genügen - auch die Konkurrenten des US-Konzerns stehen unter Erfolgsdruck. Als Sony im August 2009 neue E-Book-Reader ankündigte, war vieles davon heiße Luft. Der große PRS-900 "Daily Edition" kam erst kurz vor Weihnachten und nur in den USA in den Handel, der kleine und mit 199 Dollar ausgesprochen günstige PRS-300 "Pocket Edition" wurde außerhalb der USA gar nicht erst angeboten. Einzig der 299 Euro teure PRS-600 "Touch Edition" ist seit Monaten auch hierzulande erhältlich. Das untere Ende der Produktpalette wurde bisher weiter vom Alt-Modell PRS-505 gehalten. Jetzt endlich bringt Sony auch hierzulande den PRS-300 auf den Markt - für 199 Euro.
Doch der günstige Preis bedeutet, dass der Nutzer auf manches verzichten muss. Das fällt sofort auf, wenn man den Reader zum ersten mal in die Hand nimmt. "Mensch, ist der klein", möchte man sagen: 12,7 Zentimeter misst die Bildschirmdiagonale - damit deutlich weniger als beispielsweise beim Touchscreen-Reader PRS-600 oder dem Amazon Kindle, die schon mit 15,2 Zentimetern nicht gerade geräumig geraten sind. Sony sieht das freilich als Vorteil, schließlich passe der Kleine dadurch "in nahezu jede Tasche".
Umgekehrt passt allerdings nicht viel Text auf das handliche Bildschirmchen. Knauserig gibt Sony sich auch bei der Speicherausstattung. Nur 512 Megabyte misst der interne Speicher und ist - anders als bei den anderen Sony-Readern - nicht erweiterbar. Viele Leser wird das nicht stören, denn laut Sony passen trotzdem noch 330 Bücher im EPUB-Format in das 220 Gramm leichte Gerät. Da der PRS-300 zudem keine speicherraubenden MP3-Dateien wiedergeben kann, dürfte das tatsächlich meist reichen. Füttert man den Sony-Reader allerdings mit Handbüchern im PDF-Format oder aufwendigen Word-Dateien, kann es doch mal eng werden.
Kommt der kleine Sony zu spät?
Der PRS-300 ist damit ein Gerät, das perfekt auf eine Anwendung zugeschnitten ist: Zum Lesen soll man ihn benutzen - und zu sonst nichts. Das klappt auch sehr gut, das Display ist über alle Makel erhaben, nur eben ein bisschen klein geraten. Dass Sony mit dem PRS-300 jetzt noch ein Verkaufserfolg gelingt, ist allerdings längst nicht gesichert. Anfang Oktober, als die Auswahl an E-Readern noch übersichtlich war und Amazons Kindle noch nicht nach Deutschland geliefert wurde, hätte das noch anders ausgesehen. Mit einem Preis von unter 200 Euro und dem Namen Sony auf der Front hätte der PRS-300 die Schlacht im Weihnachtsgeschäft für sich entscheiden können.
Angesichts des Apple-Tablets, das an diesem Mittwoch enthüllt werden soll, sowie diverser anderer Tablets und E-Reader, die in den vergangenen Wochen vorgestellt wurden, wird die Luft für Sonys Kleinen allerdings dünn.
Sehen Sie hier, womit Apples Konkurrenten punkten wollen und wie viel Multimedia in den E-Book-Readern der nächsten Generation steckt:
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