Von Konrad Lischka
Das wird Brook wohl nicht ganz so gemeint haben. Aber bezeichnend ist die Aussage schon: Die Macher des wohl angesehensten US-Verlagshauses für journalistische Produkte arbeiten nicht daran, etwas Neues zu erfinden. Sie wollen vor allem ihre alten Produkte auf neue Vertriebswege übertragen.
Das könnte etwas zu kurz gedacht sein. Warum, war bei der iPad-Show ebenfalls zu sehen.
Da zeigte die US-Baseballliga MLB ihre iPad-Anwendung, die den beliebten Sport zu einem neuartigen Erlebnis machen soll. Man kann zwischen mehreren Video- und Audioübertragungen von Spielen wechseln. Man kann währenddessen Statistiken zu einzelnen Spielern aufrufen. Man kann die Spielhistorie des Hitters und Pitchers vergleichen, die gerade gegeneinander antreten. Und in einer Fülle von interessant aufbereiteten Daten wühlen, die für das aktuelle Spiel relevant sind. An der kurzen MLB-Präsentation sind zwei Dinge bemerkenswert, mit denen klassische Medienunternehmen sich wohl auseinander setzen müssen, wenn mobile Endgeräte Mainstream werden - egal, ob das iPad nun floppt oder nicht:
Ob sich nun Tablets wie das iPad durchsetzen oder Mobiltelefone mit weiterentwickelten Displays, ist letztlich egal - klar ist, dass in ein paar Jahren viele Menschen solche Geräte nutzen werden. Und um ihre Aufmerksamkeit und ihr Geld ringen dann nicht nur die Angebote der Zeitungs- und Magazinbranche. Sondern auch jene von Fernsehsendern, Onlineangeboten und völlig neuen Anbietern wie MLB.
Auf dem Vertriebskanal Überallgerät (um es mal nicht Tablet, iPad oder Smartphone zu nennen) wird also mit Sicherheit mehr Vielfalt, aber auch mehr Wettbewerb herrschen. Wer jetzt darauf hofft, mit Apps beim Konsumenten zu kassieren, für den ist es höchste Zeit, sich zu überlegen:
Der Common Sense in der Medienbranche ist gerade: Man kann für digitale Inhalte künftig Geld verlangen, sobald es neue, bessere Endgeräte gibt - nachdem die Leser im Internet bisher kaum zum Zahlen bereit sind. Zeitungs- und Magazinverlage hoffen, dass Apple mit dem iPad diese Revolution gelingt. Das ist nicht ausgemacht, aber auch nicht völlig abwegig.
Wenn denn das Angebot stimmt.
Bisher werden sie werktags vor allem im Büro am Schreibtisch gelesen. Die Menschen suchen bei ihnen einen schnellen Überblick mit den wichtigsten Nachrichten und klarer Einordnung.
Anders bei Überallgeräten, die gut, leicht, billig, genügsam und kontrastreich genug sind, um auch im Zug, Bett oder Park, auf dem Sofa oder der Wiese und am Strand genutzt zu werden. Da können andere Darstellungsformen und Themen Zuspruch finden.
Die Essenz der Zeitung ist guter Journalismus - nicht Text
Wie die Nutzungsumgebung die Nachfrage verändert, merkt man heute schon bei Online-Videos. Sie werden im Vergleich zum übrigen Internetangebot besonders gern am Abend abgerufen. Eben nicht am Schreibtisch.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Menschen jetzt Fernsehen im Web sehen wollen. Wer digitale Inhalte nutzt, will zwar nicht ständig interagieren und irgendwas anklicken - aber er will die Möglichkeit dazu haben, wenn es ihm in den Sinn kommt. 15 Minuten Internet-Tagesschau zum Stillsitzen und Zugucken sind wohl nicht das ideale Medienangebot für iPad-Nutzer. Da sieht die iPad-Anwendung von MLB schon attraktiver aus, die Text und Video zu einer neuen interaktiven Darstellungsform verbindet.
Sollen nun alle Medienunternehmen diese Darstellungsform übernehmen? Sicher nicht. Das Beispiel zeigt vor allem, dass jetzt Kreativität gefragt ist.
Die Essenz der Zeitung ist guter Journalismus. Wie er auf Überallgeräten wie dem iPad funktionieren kann, ist eine drängende Frage - die mindestens genauso wichtig ist wie die Frage nach Vertriebserlösen.
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Ob Sie das überzeugt oder nicht, ist zum Glück völlig egal. Es ist eben so wie es ist und das ist gut. Wer sagt, das Erfinder benachteiligt werden? Wenn Sie das glauben, haben Sie das Wesen von Urheberrecht und Patentrecht [...] mehr...
Das beantwortet meine Frage nicht. Die Erlöse aus dem Verkauf von Tonträgern - wem sollen die zufließen? Dem Künstler wollen Sie es nicht geben - wem also dann? Und warum? mehr...
Zwei Dinge fallen dem neugierigen Leser diese Threads sehr irritierend, ja sehr befremdend ins Auge: (1) Seit viele Seiten geht es den Diskutanten nicht im Mindesten mehr um die Ausgangsfrage des Threads, oder wenigstens um [...] mehr...
es geht darum, dass Firmen vorschreiben wollen, dass man das Handy z.B. zwei Jahre nur mit einem bestimmten Provider nutzt, Stichwort Sim-Lock, und genau daran muss sich der Verbraucher nicht halten, egal was der Vertrag sagt. [...] mehr...
darauf hat eben niemand Anspruch, wer viel Geld will, muss auch viel arbeiten, einmal was hin schreiben oder einsingen, reicht eben nicht mehr. mehr...
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