Von Frank Patalong
Eine echte eierlegende Wollmilchsau, könnte man meinen - wenn man ignoriert, dass es so manches natürlich weniger gut kann als die Geräte, die normalerweise dafür eingesetzt werden. Wir haben die Vor- und Nachteile des Gerätekonzeptes zusammengetragen.
Display, Reader-Features und Multimedialität
Plus: 9,7-Zoll LED mit Hintergrundbeleuchtung, 1024 zu 768 Pixel und 132 dpi - das klingt gut. Die Auflösung kann mit E-Book-Readern (Amazons Kindle: 150 dpi) konkurrieren, Video mit HD-Auflösung 720p ist drin, H.264- und Mpeg-4-Codecs werden unterstützt.
Minus: Kein HDMI-Ausgang. Die Bilder lassen sich per VGA-Buchse in 720p auf einen externen Bildschirm übertragen, doch VGA überträgt nur Bild, keinen Ton. Wer das iPad als Medienserver für den Fernseher einsetzen will, kann das per AV-Buchse tun - allerdings nur in 480p respektive 576p. Da ist fast jedes Netbook besser: 480p ist der Standard des alten Röhrenfernsehers. Unverständlich.
Produktdesign
Plus: Chic. Elegant. Flach. Weitgehend intuitiv zu bedienen.
Minus: Kein Griff, kein Ständer, keine Auflage. Wer das Gerät abstellen, entspannt sitzend oder liegend mit den Händen hinter dem Kopf einfach nur ein Video anschauen will, braucht Zubehör. Werden wohl viele machen, denn frei gehalten sind auch 680 Gramm eine Menge, wenn man eine Spielfilmlänge auf das Gerät schaut (siehe Bilderstrecke oben). Gut für Apple.
Gewicht
Plus: 680 Gramm. Im Vergleich selbst zu Netbooks ist das wenig.
Minus: 680 Gramm. Im Vergleich zum iPhone, anderen Smartphones und auch Amazons Kindle (klein: 289 Gramm, groß: 560 Gramm) ist das viel.
Mobilität
Plus: Die teureren Varianten haben UMTS. Gut für die Web-Anbindung, für gestreamte HD-Videos aber je nach Auslastung der Zelle etwas dünn. Medienkonsum läuft also eher nicht mobil, wird in der Praxis eher vorgefüttert werden müssen, bevor man das Haus verlässt.
Minus: Der Aufpreis für UMTS-Varianten wird wohl deutlich höher ausfallen als z.B. bei Netbooks üblich. Der geringe Festspeicher bedeutet aber, dass man auch unterwegs auf die gestreamte Zufütterung von Inhalten angewiesen ist. Ist das iPad also in Wahrheit ein Sofa-Gerät?
Ausstattung
Plus: Funktionsvielfalt bei einfachstem Design. Mit Zubehör von Apple zur echten Schreibmaschine erweiterbar.
Minus: Wo ist die Web-Cam für Videotelefonie?
Schnittstellen
Plus: Sehr übersichtlich, da kaum vorhanden.
Minus: Das Angebot an Schnittstellen ist ein schlechter Witz: Kein USB, kein HDMI, kein Slot für Speicherkarten. Wer mehr will, muss teures Zubehör kaufen, Adapter mit sich herumschleppen. Gut für Apple.
Speicherkapazität
Plus: ... ?!?
Minus: 16 GB in der 499-Dollar-Variante. Höchstkapazität 64 GB für voraussichtlich 200 Dollar Aufpreis. Keine Card-Slots, keine USB-Schnittstelle. Damit konkurriert das iPad in Sachen Speicherplatz mit MP3-Playern der Baumarkt-Wühltisch-Kategorie um 39 Euro.
Performance
Plus: Viele Anwendungen in hinreichender Geschwindigkeit. Was das iPad bietet, bietet es wohl souverän.
Minus: Kein Multitasking. Kein Flash.
Versorgung mit Inhalten
Plus: Bücher, Magazine, Zeitungen, Musik, TV und Filme flattern bequem über die Apple-übliche Shop-Anbindung herein.
Minus: Sie kommen bequem nur über Apple-übliche Anbindung à la iTunes auf das iPad - also gegen Bezahlung. Kostenlose Streaming-Angebote sind oft nicht nutzbar, weil das iPad kein Flash versteht. Die attraktivsten legalen und kostenlosen Multimediaangebote sind zudem in Europa nicht nutzbar, da sie hier einfach nicht angeboten werden. Ergo: Man wird für alles mögliche bezahlen müssen. Gut für Apple.
Wessen Bedürfnisse bedient das iPad also? Es ist ein Kleinrechner, der viele Funktionen zusammenfasst, ohne dabei aber einen regulären Rechner wirklich zu ersetzen. Es ist ein Multimediaplayer mit minimaler Speicherkapazität. Im Kern ist es ein Surf-, Spiel- und Lesegerät mit multimedialen Features, die aber auf die Zufütterung gestreamter Inhalte angewiesen ist. Preiswert ist es nur in Varianten mit ausgesprochen wenig Speicher und ohne Mobilfunkanbindung.
Somit ist es primär ein Infotainment-Gerät mit ungewöhnlich großer Funktionsfülle - ein Nicht-Arbeits-Rechner. Es fasst Funktionen gut zusammen, die eher im Freizeit- und Luxusbereich liegen. Es ist somit kein "Must-Have", das Möglichkeiten erschlösse, die man sonst nicht hätte, sondern ein "Me-too"-Produkt, dass man aus verschiedenen Gründen vielleicht gern hätte.
Eine vorstellbare Zielgruppe ist die Generation iPod. Doch gerade sie, die das Design, die Benutzerführung und die Marke zu schätzen wissen wird, erwartet wahrscheinlich am meisten von dem Gerät - und wird seine Schwächen als Mängel empfinden. Andererseits: Es gibt Menschen, die auch schon bisher gern 500 Euro in die Hand nahmen, um sich einen portablen Medienplayer oder einen E-Reader zu kaufen.
Nicht Technik-affine Menschen mag das iPad ebenfalls ansprechen. Man braucht keine Maus zu bedienen, sich nicht mit der verqueren Logik umständlicher Betriebssysteme auseinandersetzen. Diese Zielgruppe aber ist hochgradig preissensibel. 500 Euro werden ihr schon schwer vermittelbar sein, 600 bis 800 Euro aber für die größeren Versionen stellen eine Hürde da, die nur von wenigen überschritten werden dürfte.
Unter dem Strich hat man den Eindruck, dass das iPad in seiner ersten Version die Bedürfnisse der Kunden weniger gut bedient als die von potentiellen Geschäftspartnern in der Verlags-, Musik- und Filmwelt sowie die von Apple selbst. Das Tablet ist perfekt vor allem als Schnittstelle zu einem von Apple betriebenen Inhalte-Shop. Wirklich massenhafte Verbreitung wird es darum wohl nur mit Unterstützung von Partnern finden - als subventioniertes Surfbrett in Kooperation mit Netzbetreibern, als Abo-Anreiz von Verlagen, die ihren digitalen Vertrieb ankurbeln wollen.
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Ob Sie das überzeugt oder nicht, ist zum Glück völlig egal. Es ist eben so wie es ist und das ist gut. Wer sagt, das Erfinder benachteiligt werden? Wenn Sie das glauben, haben Sie das Wesen von Urheberrecht und Patentrecht [...] mehr...
Das beantwortet meine Frage nicht. Die Erlöse aus dem Verkauf von Tonträgern - wem sollen die zufließen? Dem Künstler wollen Sie es nicht geben - wem also dann? Und warum? mehr...
Zwei Dinge fallen dem neugierigen Leser diese Threads sehr irritierend, ja sehr befremdend ins Auge: (1) Seit viele Seiten geht es den Diskutanten nicht im Mindesten mehr um die Ausgangsfrage des Threads, oder wenigstens um [...] mehr...
es geht darum, dass Firmen vorschreiben wollen, dass man das Handy z.B. zwei Jahre nur mit einem bestimmten Provider nutzt, Stichwort Sim-Lock, und genau daran muss sich der Verbraucher nicht halten, egal was der Vertrag sagt. [...] mehr...
darauf hat eben niemand Anspruch, wer viel Geld will, muss auch viel arbeiten, einmal was hin schreiben oder einsingen, reicht eben nicht mehr. mehr...
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