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03.02.2010
 

Hightech-Folie

Multitouch fürs Küchenfenster

Von Matthias Kremp

Wer braucht da noch ein iPhone? Eine dünne Kunststofffolie soll fast jede Oberfläche zum digitalen Eingabemedium machen. Glaubt man dem Hersteller, könnten sogar Fußbälle und Couchtische zum interaktiven Mausersatz werden, auf dem sich virtuelle Gegenstände herumschieben und -pusten lassen.


Könnte diese Folie das Ende der Computermaus einläuten? Die auf interaktive Technologien spezialisierte portugiesische Firma Displax hat am Dienstag eine Multitouch-Folie vorgestellt, die auf nahezu jede Oberfläche aufgebracht werden kann - solange die nur nichtleitend ist.

Egal also, ob Küchenfenster, Plexiglastisch oder Frühstücksbrett, fast jeder Gegenstand soll damit künftig zur Benutzeroberfläche für Computer werden, sagt der Hersteller. Die entsprechenden Bildinhalte können beispielsweise mit einem Projektor darauf projiziert werden. Alternativ kann die Folie auch auf herkömmliche Bildschirme aufgeklebt werden. Anwendungen sieht das Unternehmen vor allem in öffentlichen Bereichen - aber auch für PC-Spiele könnte das Konzept interessant sein.

Dass Multitouch heute in aller Munde ist, längst zu den Fingerfertigkeiten gehört, die Kinder schon im Grundschulalter erlernen, ist vor allem Apples iPhone zuzuschreiben. Denn per Finger bedienbare Computer gibt es schon seit Jahren, doch waren die meist darauf beschränkt, die Bewegungen eines Fingers zu registrieren. Erst das iPhone machte Multitouch, also die Fähigkeit, Bewegungen mehrerer Finger zu verfolgen, populär. Die neue Technik ermöglicht es auch, sogenannte Steuerungsgesten zu verwenden. Die bekannteste ist jene, bei der man zwei Finger auseinander oder zueinander bewegt, um Bilder zu vergrößern oder zu verkleinern.

Genau solche Gesten soll man künftig auch mit der Displax-Folie nutzen können. Allerdings ist man dabei nicht auf zwei Finger beschränkt. Stattdessen soll die Folie bis zu 16 Finger gleichzeitig erkennen können. Weil selbst Menschen die mit einer sogenannten Polydaktylie, also mehr Fingern als üblich, geboren werden, es nie auf mehr als zwölf Finger bringen, sollen also mehrere Personen gleichzeitig damit arbeiten können.

Vom Multitouch- zum Puste-Display

Weil das aber auf kleinen Flächen unweigerlich zu verhedderten Gliedmaßen, schlimmstenfalls zu körperlichen Auseinandersetzungen führen könnte, will der Hersteller seine Folie auch für großflächige Installationen anbieten. Diagonalen von bis zu drei Metern seien problemlos zu verwirklichen, sagt der Hersteller. Und weil das Material außerordentlich flexibel und dünn ist, sollen sich damit sogar Kugeln überziehen lassen.

Zudem, so Displax, sei das in den Kunststoff eingearbeitete Geflecht aus Nanodrähten so sensibel, dass man die Folie nicht einmal berühren müsse, um damit Aktionen auszulösen. Dem Hersteller zufolge können damit auch sanfte Luftbewegungen ausgewertet werden. Fotos oder Dateisymbole sollen sich dadurch quasi über den Bildschirm pusten lassen.

Vorerst habe man die Technologie mit Blick auf kommerzielle Kunden entwickelt, die damit beispielsweise herkömmliche Großbildschirme in interaktive Displays verwandeln könnten, erklärt Displax-Manager Miguel Fonseca. Man sehe aber auch Möglichkeiten, Anwendungen für Privatkunden zu entwickeln. Fonseca: "Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt."

Kaufen kann man die sensible Wunderfolie trotzdem nicht, zumindest noch nicht. Erst ab Juli dieses Jahres will Displax mit der Vermarktung beginnen, seine Technologie in Lizenz anbieten und gleichzeitig selbst entsprechende Multitouch-Folien anbieten. Was man dann dafür wird bezahlen müssen, wollte das Unternehmen auf Anfrage noch nicht preisgeben.

Hoffentlich kommen dabei günstige Konditionen heraus - wer würde sich nicht gern den Traum vom interaktiven Frühstücksbrett erfüllen?

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insgesamt 16 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
04.02.2010 von sadmir: Ein Bild, drei Fotos

Ist dem Redakteur eigentlich aufgefallen, dass die Fotos der Fotostrecke ausnahmslos das selbe Bild der Folie zeigen, nur eben aus verschiedenen Richtungen? => Fake-Folie? mehr...

04.02.2010 von berliner_kind_79: grillen?!:)

^^ super finde ichauch das man dadurch endlich seinen toaster entsorgen kann - die funkwellen in der küche machen das dann schon alleine, man sollte aber vllt über einen alu - hut nachdenken... sonst sieht man innerlich vllt [...] mehr...

04.02.2010 von Statler-Waldorf: Ein Klavier! Ein Klavier!

Eine Anwendung fällt mir spontan ein: damit könnte man eine virtuelle Klaviatur realisieren. Touchscreen Keyboard.... why not? mehr...

04.02.2010 von Paul Panda: ... dann macht es "Puff"

Das Ganze erinnert irgendwie an Loriots Atomkraftwerk aus dem Spielzeugladen (... dann macht es "Puff"): Mit einem praktischen interaktiven Frühstücksbrett zum Beispiel könnte man seine Gäste sicher verblüffen, aber mir [...] mehr...

04.02.2010 von sample-d:

Eigentlich nicht - es geht hier beim "Multitouch" ja um die Registrierung 16 verschiedener Positionen >> gleichzeitig <<, um z.B. Gesten zum zoomen / verschieben verschiedener Objekte einzugeben. Zum [...] mehr...

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