München - Windows 7, das bei Kritikern und Kunden positiv aufgenommene neue Betriebssystem von Microsoft, entwickelt sich für viele PC-Nutzer in diesen Tagen zu einem Ärgernis: Alle zwei Stunden startet nicht nur der Rechner neu, ohne dass man dies verhindern könnte, es geht auch alle zu diesem Zeitpunkt nicht gesicherte Arbeit verloren, da das Programm vor dem Herunterfahren keine Daten mehr sichert. Der individualisierte Desktop wurde am 1. März durch eine schwarze Version ersetzt, zudem nervt das Programm seine Nutzer mit einer sogenannten Ablaufbenachrichtung, die den Warnhinweisen von Programmversionen ähnelt, die die sogenannte Echtheitsprüfung nicht bestanden haben. Die Botschaft: Diese Windows-Version ist keine gültige Lizenz, die Uhr tickt, der Countdown läuft, die Selbstzerstörungssequenz hat begonnen.
Grund, sich darüber zu erregen, haben die betroffenen Nutzer trotzdem nicht, denn all das war lang vorher angekündigt worden: Betroffen sind nur Nutzer der im vergangenen Jahr kostenlos als Release Candidate verteilten Programmversion.
Von denen gibt es aber wohl eine ganze Menge. Über drei Millionen Mal wurde die Testversion weltweit heruntergeladen und installiert, wie viele Downloads auf deutschen Rechnern landeten, ist nicht bekannt. Microsoft geht jedoch davon aus, dass "die meisten Benutzer, die Windows 7 getestet haben, (...) nun die endgültige Version" verwenden. "Nur wenige verwenden noch immer die Vorabversion", heißt es auf einer Infoseite zum Ablauf der Testaktion.
Es war das erste Mal, dass Microsoft ein ganzes Betriebssystem auf Zeit verschenkte. Wer dieses Geschenk mit Ablaufdatum allerdings noch immer nutzt, sollte langsam an den Umstieg denken: Am 1. Juni läuft der Release Candidate endgültig ab, dann geht nichts mehr. Wer bis dahin seine zwischenzeitlich angehäuften Daten nicht sichert, verliert sie. Um das Programm weiter zu nutzen, kann man ein Upgrade auf eine Lizenz erwerben (120 bis 220 Euro). Deutlich billiger ist allerdings der Kauf einer Win7-DVD-Version (ab 85 Euro) oder aber die Neuinstallation eines anderen Betriebssystems. In Frage käme da die vorher installierte Windows-Version. Auch Windows Vista ist aber noch im Verkauf (ab 50 Euro).
Wer stattdessen gleich den nächsten Testlauf wagen will, kommt noch billiger weg: Linux-Betriebssysteme gibt es kostenlos als Download, als Beipack-DVD auf PC-Zeitschriften oder im Handel als DVD-Pack mit Handbüchern ab 15 Euro. Die Stärken solcher Systeme: Sicherheit, Ausstattung mit freien Programmen. Schwächen: Geringes Spieleangebot, Lücken bei Gerätetreibern, umständliches Verfahren bei der Installation weiterer Programme.
pat/ddp
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