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20.04.2010
 

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Zwischen Laptop und Fernseher hat's gefunkt

Push2TV: PC-Videos auf den Fernseher funken
Fotos
Matthias Kremp

Schluss mit der Strippenzieherei: Eine neue Technik soll Filme in HD vom Laptop auf den Fernseher funken. So könnte man auch ohne Netzwerkfestplatte oder Medienserver Webvideos auf dem großen Bildschirm anschauen. Matthias Kremp hat ausprobiert, ob das auch ruckel- und stressfrei funktioniert.

Wer Filme vom Laptop auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer ansehen will, hat verschiedene Möglichkeiten: Man kann die Filme auf eine Netzwerkfestplatte (NAS) kopieren und von dort aus über einen Mediaplayer abrufen, der an den Fernseher angeschlossen ist. Man kann sie auf eine Multimediafestplatte kopieren, die direkt mit dem TV verbunden ist. Oder man schließt das Laptop direkt an, was nur klappt, wenn es die dafür notwendigen TV-Ausgänge hat. Eine neue Technik soll das jetzt vereinfachen, es ermöglichen, Filme ohne Kopiermarathon oder Strippenzieherei vom Mobilrechner auf den Wohnzimmerbildschirm zu bringen.

Wireless Display, drahtloser Bildschirm, nennt Chiphersteller Intel das, baut entsprechende Funktionen in seine neuen Notebook-Prozessoren ein - nachrüsten kann man das nicht. Die Technik kapert einfach in Stück der drahtlosen W-Lan-Verbindung, um eine Funkstrecke zwischen Laptop und TV aufzubauen. Weil es aber keinen Fernseher gibt, der diese Signale empfangen kann, braucht man eine Settop-Box, die diese Aufgabe erledigt. Der einzige Hersteller, der ein solches Kästchen aktuell anbieten kann, ist das auf Netzwerk-Hardware spezialisierte Unternehmen Netgear.

Die Push2TV genannte Box zu installieren, ist in einer Minute erledigt: Netzteil in die Steckdose, Videokabel von der Box zum Fernseher (ein HDMI-Kabel wird mitgeliefert), Software auf dem Notebook starten, fertig. Sind der Mobilcomputer und die Netgear-Box auf diese Weise miteinander verbunden, wird der komplette Bildschirminhalt des Notebooks auf dem TV-Bildschirm inklusive Ton wiedergegeben. Zum Anschauen von Filmen empfiehlt es sich daher, diese im Vollbildmodus wiederzugeben, um den Desktop auszublenden.

HD ist nicht gleich HD

An der Qualität von Bild und Ton gibt es dabei nichts auszusetzen. Alle zum Test abgespielten Videos wurden knackscharf auf dem Fernseher angezeigt. Der direkte Vergleich mit dem zum Test verwendeten Toshiba-Laptop zeigte dabei nicht nur, dass das Bild auf dem angeschlossenen Philips-Fernseher erheblich kontrastreicher dargestellt wurde, sondern auch, dass durch die Funkübertragung ein Zeitversatz von etwa 1,5 Sekunden zwischen der Videodarstellung auf dem Laptop und der auf dem Fernseher entsteht. Ein wenig lästig auch: Die Verbindung zwischen TV und Notebook wird nicht automatisch hergestellt, muss immer manuell eingeleitet werden, auch wenn man den Rechner nur kurz abgeschaltet hat. Abgesehen davon aber ist diese Drahtlos-Lösung die bisher wohl einfachste Möglichkeit, Videos vom Notebook auf den großen Bildschirm zu bekommen.

Aber es gibt auch ein paar Haken, die einem den Spaß an Push2TV etwas versauern können. So beträgt die maximale Auflösung, die das Netgear-Kästchen auf einen Bildschirm übertragen kann, 720p, also 1280 x 720 Bildpunkte. Full-HD-Filme, wie man sie in Online-Videotheken wie dem iTunes Store ausleihen oder über die integrierten Blu-ray-Laufwerke einiger Notebooks anschauen könnte, müssen also heruntergerechnet werden. Die vollen 1920 x 1080 Pixel, mit denen solche Filme abgespeichert sind, bekommt man so nicht zu sehen, kann die volle Auflösung entsprechender Fernseher nicht ausnutzen. Für etliche denkbare Anwendungen ist das aber unbedeutend. Bei YouTube etwa liegen HD-Videos meist in 720p vor. Dasselbe gilt für die Mediatheken von ARD und ZDF sowie die HD-Angebote von Maxdome.

Wo bleibt die Hardware?

Lästig ist aber vor allem, dass das Notebook beim Abspielen der Videos ständig geöffnet bleiben muss. Klappt man das Gerät zu, versetzt es sich in der Regel in einen Ruhemodus. Was normalerweise sehr sinnvoll ist, stört hier ein wenig, da das Flackern des Laptop-Displays vom Geschehen auf dem Fernseher ablenkt. Natürlich kann man das Laptop ein wenig zur Seite drehen, dann aber hört an immer noch dessen Lüfter- und Laufwerksgeräusche. Dank der Wireless-Display-Technik wäre es auch denkbar, den Rechner ganz wegzupacken, dann aber hat man keinen Zugriff mehr auf die Steuerfunktionen des Players, kann einen Film nicht anhalten, wenn das Telefon klingelt, und nicht Vorspulen, wenn einen Szene kommt, die man überspringen will. Problematisch ist auch, dass man im Zweifelsfall die Energieeinstellungen seines Laptops in unvernünftige Regionen verstellen muss - damit das Gerät nicht Bildschirmschoner oder gar Stand-by-Modus aktiviert, wenn längere Zeit weder Maus noch Tastatur angerührt worden sind.

Das größte Manko aber ist, dass es in Deutschland bislang weder Netgears Push2TV-Box, noch irgendein dazu passendes Notebook gibt. In den USA ist man da schon weiter. Dort allerdings wird die Technik derzeit exklusiv von der Kaufhauskette Best Buy angeboten, die 99 Dollar für das TV-Kästlein verlangt. Passende Notebooks, in denen bereits Intels Wireless-Display-Technik eingebaut ist, sind Mangelware. Dell, Sony und Toshiba haben ein paar entsprechende Modelle im Angebot, mehr nicht.

Feine Technik für Faulpelze

Wann man Push2TV auch in Deutschland wird kaufen können, kann nicht einmal Netgear selbst beantworten. Man will die Streaming-Box verständlicherweise erst dann in den Markt einführen, wenn entsprechende Notebooks verfügbar werden. Vermutlich wird Toshiba hier die Nase vorn haben. Einige Modelle der für das zweite Quartal 2010 angekündigten Satellite-A660-Notebookserie sollen mit Intel Wireless Display ausgestattet werden. Während über deren Preise noch nichts bekannt ist, geht man bei Netgear davon aus, dass der Preis für die Push2TV-Box bei 99 Euro liegen wird.

In den USA allerdings gibt es bereits Bundle-Angebote aus Notebook plus Settop-Box. Das von uns zum Test genutzte Toshiba Satellite E205-S1904 etwa wird von Best Buy für 900 Dollar (670 Euro) zuzüglich Steuern angeboten. Für Leute, die sich nicht mit Netzwerkfestplatten und Mediaservern herumschlagen wollen, die Wert darauf legen, alle ihre Daten an einem Platz zu haben, ist das eine feine Sache. Vor allem, wenn sie nur gelegentlich einen Film von der Festplatte oder einen Live-Stream aus dem Web auf dem großen Bildschirm ansehen wollen. Jäger und Sammler dagegen, die alles und jedes archivieren, Gigabytes an Videos anhäufen, müssen weiter zur Netzfestplatte greifen. Ihnen werden die vergleichsweise kleinen Festplatten im Notebook zu schnell zu eng.

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insgesamt 24 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
21.04.2010 von karsten112: Welche Datenrate..?

Das genannte Gerät kann nur 720p?? Welche Datenrate denn? Das ist so ein Punkt den alle Anbieter gerne verschweigen. Es heißt immer nur HDTV 1080p ect. Das die medien auch verschiedene Datenraten haben weis kaum jemand und [...] mehr...

21.04.2010 von nbwDocSnyder: appletv

Naja, gibt's doch schon: http://www.apple.com/de/appletv Hat sich nur nicht so gut verkauft wie anderes von Apple, weil das kaum jemand braucht - wer neue Technik haben will, kauft sich lieber gleich was richtiges, wo Fernsehen [...] mehr...

20.04.2010 von m-pesch: ...

Wäre ja viel billiger als sich den Kram einzaln zu kaufen. Im Festplattenrecorder ist der Computer ja sogar schon drin. Wenn ich mir heutzutage einen Fernseher kaufe ist da meistens der DVB T Receiver schon mit drin obwohl [...] mehr...

20.04.2010 von CobCom: Noe...

Man kann sie kopieren, problemlos und legal. CSS ist KEIN Kopierschutz, sondern ein Abspielschutz, der die Wiedergabe auf lizensierten Playern gewaehrleisten sollte. Bei Blueray ist es etwas anders. Aber es gibt ja auch noch [...] mehr...

20.04.2010 von lassmabessersein: Dank Kopierverbot ist die Technik sinnbefreit!

was meint denn wohl der autor, welche filme man damit uebertragen kann? da alle relevanten DVDs mit CSS verschlüsselt sind, kann man sie nicht auf den laptop kopieren! bei bluray ist es noch schlimmer. wozu also eine technik, [...] mehr...

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