Mensch: Technik, du bist mein Diener!
Technik: Okay, aber du wirst für mich zahlen, oder?
Mensch: Klar! Mach ich.
Technik: Wirst du mich auch von Zeit zu Zeit updaten?
Mensch: Okay, kann ich machen.
Technik: Kannst du dich auch noch um meine Kabel kümmern? Ich hab da so einige.
Mensch: Kabel? Hmm, na gut, wenn dir das weiterhilft...
Technik: Überwach doch bitte auch ab und zu meine blinkenden Knöpfe und Anzeigetafeln.
Mensch: Ja, okay...
Technik: Und reparier mich hin und wieder.
Mensch: Ja ja, geht in Ordnung...
Technik: Und sorg doch bitte dafür, mich sicher wegzusperren, damit ich nicht gestohlen werde.
Mensch: Werd ich natürlich machen!
Technik: Ach, und halte doch auch immer Ersatzlösungen bereit, falls ich mal ausfalle, okay?
Mensch: Hmmm, sicher, kein Problem...
Technik: Ich werde ab und zu piepen oder klingeln. Das bedeutet dann, dass ich deine Aufmerksamkeit brauche.
Mensch: In Ordnung, geht klar, ich werd dir ab und an meine Aufmerksamkeit schenken.
Technik: Aber Achtung, sei dir bitte im Klaren darüber, dass eine Fehlbenutzung von mir schnell desaströse Folgen haben könnte.
Mensch: Klar, weiß ich doch. War es das dann jetzt? Ich hab da nämlich noch einige Sachen, die ich...
Technik: ...und stöpsele mich doch bitte immer ein, ich brauche jede Menge Strom.
Mensch: Ja, ich weiß, ich...
Technik: ...manchmal brauche ich auch kabellosen Input, in dem Fall solltest du mich solange rumtragen, bis ich den geeigneten Ort gefunden habe ...
Mensch: Selbstverständlich, ich meine ich...
Technik: Apropos, nicht all meine Kabel sind von derselben Sorte, also sorg bitte dafür, da nichts zu verwechseln, und immer alles richtig einzustöpseln.
Mensch: Technik, ich bin mir dessen wirklich bewusst... gibt es sonst noch was, oder...?
Technik: Nein, ich bin dein Diener. Ich möchte wirklich keine Umstände bereiten.
Mensch: Sehr aufmerksam von dir. Ich...
Technik: Hab ich schon erwähnt, dass ich oft schlecht für die Umwelt bin?
Mensch: Technik! Ich denke, es ist jetzt wirklich Zeit, dass du...
Technik: Ach so, manchmal hab ich auch kleine Fehler oder Viren, sagte ich das schon?
Mensch: Also ich...
Technik: Und schreckliche Benutzbarkeit? Und Knöpfe ohne erkennbaren Zweck? Und unverständliche Handbücher? Und betrügerische Werbeversprechen?
Mensch: ...du kleines unverschämtes... Kannst du einfach mal die Klappe halten, still sein?
Technik: Still sein?
Mensch: Also ich meine, ich...
Technik: Meister, du hast mich doch in deinen Dienst berufen. Du weißt, es braucht nur einen Knopfdruck, und ich bin absolut still.
Mensch: Also ganz so meinte ich es jetzt nicht. Was ich sagen wollte, du...
Technik: Bitte wart mal grad eine Sekunde, ich werde kurz erstarren, weil ich was laden muss.
Mensch: Bitte was??
Technik: ...
Mensch: Sei's drum. Muss ich halt kurz warten.
Technik: Vielen Dank, ich bin wieder da. Leider gab es gerade einen kleinen Programmfehler, der mein Kurzzeitgedächtnis gelöscht hat.
Mensch: Was?
Technik: Worüber sprachen wir gerade?
Mensch: Dass du mein Diener bist, was sonst!
Technik: Klar. Das weiß ich doch. Aber du wirst für mich zahlen, oder?
Philipp Lenssen ist Autor von Blogoscoped.com. Er schreibt dort über Google und andere Tücken der Technik.
Welche Technikmacken nerven Sie?
Versteckte Einschaltknöpfe, verschiedene Akku-Größen bei den Handys desselben Herstellers - was ärgert Sie im Alltag an Ihren Gadgets? Schicken Sie uns Ihre Anregungen mit einer kurzen Begründung. Am besten per E-Mail: Klicken Sie hier. Oder teilen Sie Ihre Erfahrungen auf der Facebook-Seite "Fehlfunktionen".
Mehr Alltagsärger mit Fehlfunktionen, technische Hintergründe und absurde Entschuldigungen der Hersteller stehen im SPIEGEL-ONLINE-Buch "Fehlfunktion - Warum Frischhaltefolie nie gerade abreißt und andere Alltagsärgernisse" (Goldmann, 8,95 Euro). Eine kostenlose Leseprobe bietet der Goldmann Verlag an.
Auf anderen Social Networks posten:
Der Artikel beschreibt einen typischen DAU-Technik-Dialog. mehr...
So lange es wichtiger ist, dass man mit einem Produkt viel Geld verdient, ist ein schlechtes häufiger als ein gutes. Wenn man einen Klump verkauft muss der Kunde bald wieder kaufen, also muss das Produkt gerade mal gut genug [...] mehr...
Kommt drauf an wie man Updates für den Spiegel definiert! Also man könnte zum Beispiel das Putzen als "Update" definieren! Dementsprechend ist an Kommentar nichts falsches. Gut der Vergleich mit dem Pferd hinkt, [...] mehr...
Und vorher muss man auch noch Lesen und Schreiben lernen ... Stimme dem Vorposter vollkommen zu. Immer mehr Menschen wollen technisches Spielzeug nutzen, ohne dafuer einen Finger krumm zu machen - oder ein Handbuch zu lesen. [...] mehr...
Ach, wenn's nur so einfach wäre. Aber Pferd und Technik sind dann doch nicht völlig gleichzusetzen. Wann habe Sie denn an Ihrem Spiegel zuletzt ein notwendiges Update durchgeführt? mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gadgets | RSS |
| alles zum Thema Fehlfunktion | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH