San Francisco - Nicht weniger als eine TV-Revolution verspricht Google mit seiner neusten Entwicklung, über die viel spekuliert wurde - jetzt ist sie offiziell. Wie Anfang der Woche bereits durchsickerte, hat der Suchmaschinen-Gigant am Donnerstag bei der Konferenz Google I/O in San Francisco Google TV vorgestellt, eine Kooperation mit Chiphersteller Intel, dem Elektronikkonzern Sony und dem PC-Zubehörhersteller Logitech. Verkaufsstart erster Geräte soll im Herbst sein.
Die Grundidee ist, dass TV-Programme und Web-Dienste nahtlos zusammen genutzt werden können. So kann man sich zum Beispiel eine Fernsehsendung ansehen, währenddessen darüber twittern und gleich danach Videos von YouTube oder einer anderen Plattform aufrufen. Ein Sahnehäubchen sollen automatische Untertitel in beliebiger Sprache sein.
Techcrunch.com fasst die großen Ziele des Internet-Unternehmens in puncto Fernsehen der Zukunft so zusammen: schneller finden, was man gucken möchte, und noch mehr Möglichkeiten Inhalte zu personalisieren. Und - natürlich -verspreche Google "mehr als nur Fernsehen". Bei all dem geht es dem Branchenprimus mit seinem neusten Projekt darum, endlich den Fernsehwerbemarkt mit einem Umfang von 70 Milliarden Dollar zu erschließen.
Google TV soll in Fernseher, Blu-Ray-Player und Settop-Boxen integriert werden. Sie können dann auch über Smartphones mit Googles Betriebssystem Android gesteuert werden, und auf den Handys abgespielte Videos landen direkt auf den großen Fernsehbildschirmen. Technisch baut Google TV auf dem Android-Betriebssystem auf, der Browser Chrome ist integriert, und auch Flash, gegen das der Wettbewerber Apple derzeit massiv ins Feld zieht, wird unterstützt.
Kann der Internet-Konzern seine Vision durchsetzen, wäre eine neue Art des Fernsehens, das mit interaktiven Web-Angeboten gepaart ist, in Aussicht. So demonstrierte die Basketball-Liga NBA bei der Google-Konferenz am Donnerstag eine angepasste Version ihrer Website, auf der Aufzeichnungen aktueller Spiele oder Statistik-Ergebnisse auf den Fernseher kommen. Google-Manager kündigten an, dass an neuen Fernbedienungen gearbeitet werde, die traditionelle TV-Steuerung mit einer Computer-Tastatur verbinden.
Google betritt mit dem Projekt allerdings auch Terrain, auf dem schon einige gescheitert sind: Diverse große und kleine Unternehmen aus Computer- und Elektronik-Branche haben es bisher nicht geschafft, das Internet auf den Wohnzimmer-Fernsehern zu etablieren.
can/dpa/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
Wird dazu eine Webcam im TV pflicht? Dann kann Google zu Streetview gleich noch die Innenbilder liefern. Der Anfang von Google Homeview (oder besser Couchview). mehr...
Die Proprietären Formate "Flash" und "H.264" werden es schwer haben gegen die freien Formate Vorbis/VP8 in einem Ogg Container. Der Benutzer wird es danken. Es erscheint mir undenkbar das Werbepannels, [...] mehr...
noch ein grund mehr, das TV abzuschaffen. die monopolistenheinis von G*probieren aber auch hartnäckig wie eine ausgehunderte ratte, den leuten auf den pelz zu rücken. ich nutze deswegen schon nichteinmal mehr deren suchmaschine. mehr...
dann braucht es bald wohl auch Adblock Plus auf dem Fernseher mehr...
ich surfe ja im Internet, weils im Fernsehen nur noch Mist läuft. Oder sollte ausgeechnet Google jetzt die besseren Inhalte haben? mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gadgets | RSS |
| alles zum Thema Medienbranche | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH