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27.05.2010
 

Drei Todesfälle

Mobilfunkanbieter sperrt angeblich tödliche Telefonnummer

Gefährliche Wahl: Diese Nummer soll tödlich seinZur Großansicht

Gefährliche Wahl: Diese Nummer soll tödlich sein

0888 888 888: Eine Telefonnummer, die in Bulgarien besonders beliebt war, wurde jetzt aus allen Verzeichnissen gestrichen - sie soll tödliche Folgen für ihre Besitzer gehabt haben.

Wer in Bulgarien die Zahlenfolge 0888 888 888 in sein Telefon tippt, bekommt nur eine Ansage zu hören: "Diese Rufnummer ist vorübergehend nicht erreichbar". Das sei auch besser so für die Gesundheit, scheint man beim bulgarischen Mobilfunkanbieter Mobitel (M-tel) zu glauben. Denn wie die britische Tageszeitung "The Telegraph" berichtet, hat die Firma die Nummer aus dem Verkehr gezogen. Angeblich hat sie zu viele Opfer gefordert. Drei Menschen soll sie das Leben gekostet haben, innerhalb von vier Jahren.

Der erste Nutzer der tragischen Nummer war Vladimir Grashnov, seinerzeit Firmenchef von Mobitel. Der Boss der 1994 gegründeten Telefongesellschaft nutzte seine Möglichkeiten aus, um sich die von seiner Firma herausgegebene Nummer zu sichern. Besonders lange konnte man ihn unter der leicht zu merkenden Zahlenkombination allerdings nicht erreichen. Nur 48 Jahre alt starb der erfolgreiche Geschäftsmann 2001 an Krebs. Der "Daily Mail" zufolge wurde sogar gemunkelt, ein Konkurrent habe Grashnov mit radioaktivem Material vergiftet.

Auf den gestorbenen Firmenlenker folgte der millionenschwere Mafiaboss Konstantin Dimitrov als Halter der begehrten Zahlenfolge. Auch ihm brachten die vielen Achten kein Glück. Während einer Reise durch die Niederlande wurde er 2003 von einem Scharfschützen gezielt niedergestreckt. Der 31-Jährige war gerade mit einem Model zum Abendessen unterwegs gewesen - und hatte sein Handy natürlich dabei. Sein Schicksal soll von konkurrierenden russischen Drogenhändlern besiegelt worden sein.

Drei Tote in vier Jahren

Doch selbst dieser Vorfall hielt Konstantin Dishliev nicht davon ab, sich um die sagenhafte Nummer zu bemühen und sie dann auch zu nutzen. Auch Dishliev tummelte sich in trüben Gewässern. Zum Schein beschäftigte er sich als Immobilienmakler. Tatsächlich aber betrieb er im großen Stil Drogenhandel, war auf Kokainschmuggel spezialisiert. Nachdem Polizeiermittler allerdings eine große, an ihn gerichtete Kokainlieferung aus Kolumbien - Wert etwa 150 Millionen Euro - abfingen, war es nicht nur mit seinen Geschäften schnell aus. 2005 wurde er vor einem indischen Restaurant in der bulgarischen Hauptstadt Sofia erschossen.

So lange die Ermittlungen der Polizei in dem Mordfall andauerten, konnte Mobitel die gefragte Nummer dann nicht mehr vergeben. Doch jetzt, zehn Jahre nach dem ersten Todesfall, beschloss die Geschäftsführung einen Schlussstrich zu ziehen. Drei Tote in vier Jahren, dass war den Managern des Unternehmens offenbar zu viel Unheil und sie beschlossen, die tragische Zahlenfolge ganz aus dem Verkehr zu ziehen.

Ob das aus Aberglaube geschah oder bloß, um künftiges Rätselraten um die Unglücksnummer zu vermeiden, ist unklar. Ein Firmensprecher wollte die Maßnahme der "Daily Mail" gegenüber nicht kommentieren, sagte nur: "Wir diskutieren nicht über einzelne Nummern."

mak

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