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31.05.2010
 

Handy-Navigation

Frau verklagt Google wegen gefährlicher Fußwege

Google Maps Navigation: Gefahr für Fußgänger?Zur Großansicht
REUTERS/ Google

Google Maps Navigation: Gefahr für Fußgänger?

Sie wollte nur einen kurzen Fußweg zurücklegen, ließ sich den Weg per Handy anzeigen und wurde unterwegs von einem Auto erfasst: Eine Amerikanerin fühlt sich von Googles Navigationssoftware in die Irre geführt, verklagt den Konzern auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Auf Bundesstraßen sollte man lieber nicht spazieren gehen. Was normalerweise jeder Fußgänger schon deshalb vermeidet, hat Lauren Rosenberg trotzdem getan. Ihr Handy hatte es ihr so vorgeschrieben. Per Google Maps Navigation hatte sie sich eine Fußgängerroute zwischen zwei Adressen in Park City im US-Bundesstaat Utah heraussuchen lassen, geriet dabei auf eine viel befahrene Straße, auf der sie von einem Auto angefahren wurde.

Insgesamt 100.000 Dollar Krankenhaus- und Arztkosten habe sie die Behandlung der Verletzungen gekostet, die sie dabei erlitten hat, sagt Rosenberg nun. Die will sie sich jetzt von Google zurückholen. Plus Verdienstausfall und Schmerzensgeld. Ihr Vorwurf: Googles Navigationssoftware hat sie auf eine Strecke geführt, die für Fußgänger nicht geeignet, eigentlich viel zu gefährlich zum Spazierengehen war.

Rosenberg hatte auf ihrem Blackberry in Google Maps eingegeben, dass sie zu Fuß von der Daly Avenue 96 zum Prospector Drive 1710 laufen wollte, eine Strecke von rund drei Kilometern Länge. Zu Fuß in einer halben Stunde bequem zu bewältigen. Gibt man diese Route auf einem PC in Google Maps ein, erscheint dort über die Routenanweisungen eine eindringliche Warnung: "Die Routenplanung für Fußgänger ist noch im Beta-Stadium. Seien Sie vorsichtig! - Auf dieser Route gibt es möglicherweise keine Bürgersteige oder Fußwege." Auf ihrem Blackberry jedoch habe es einen solchen Hinweis nicht gegeben, wirft Rosenberg Google jetzt vor.

So wanderte sie also, brav den Anweisungen ihres Handys folgend, den Deer Valley Drive entlang, eine Straße, die man in Google Maps schnell als vierspurige Schnellstraße erkennt. Der rund einen Kilometer lange Streckenabschnitt, auf den Rosenberg geführt wurde, ist Teil der State Route 224, einer Überlandstraße, die sich ohne begleitenden Fahrrad- oder Fußweg durch die Landschaft zieht.


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In der Klageschrift heißt es dazu: "Als direkte Folge der fahrlässigen, rücksichtslosen, nachlässigen und unsicheren Routenanweisungen des Angeklagten Google, wurde die Klägerin Lauren Rosenberg auf eine gefährliche Schnellstraße geführt und dort von einem vorbeifahrenden Fahrzeug erfasst, wodurch sie schwere physische, emotionale und mentale Schäden erlitt".

Welche Aussichten auf Erfolg die Klage hat, ist noch unklar. In den USA allerdings enden derartige Prozesse nicht selten mit hohen Schmerzensgeldzahlungen an die Kläger. Einer der berühmtesten Fälle ist jener der mittlerweile verstorbenen Stella Liebeck, die sich 1992 im Auto mit einem Kaffee verbrühte, den sie kurz zuvor bei McDonald's gekauft hatte. Sie verklagte die Fast-Food-Kette mit der Begründung, sie sei nicht darauf hingewiesen worden, dass eine solche Gefahr bestehe. Liebeck wurden von einem Gericht mehrere hunderttausend Dollar Schmerzensgeld und Schadensersatz zugesprochen. Seither werden Kaffeebecher in den USA mit einem Warnhinweis bedruckt.

Ob die Klage von Lauren Rosenberg eine ähnlich anhaltende Wirkung auf Navigationssysteme haben wird, bleibt abzuwarten.

mak

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