Helsinki - Treten für Gesprächsminuten: Der weltgrößte Mobiltelefonhersteller Nokia hat ein Ladegerät für Handys entwickelt, das seinen Strom beim Fahrradfahren bezieht. Ein Generator produziere aus der Drehung der Räder die nötige Energie, teilte das finnische Unternehmen am Donnerstag in Helsinki mit.
Das neue Akku-Ladegerät, das offiziell in Kenia vorgestellt wurde, ist vor allem für Entwicklungsländer gedacht, in denen es oftmals keine regelmäßig funktionierende Stromversorgung gibt. "Fahrräder sind die am weitesten verbreiteten Transportmittel auf vielen Märkten rund um die Erde. Also ist diese Methode nur ein weiterer Vorteil, der sich aus etwas ziehen lässt, was die Leute ohnehin tun", erklärte Nokia-Manager Alex Lambeek.
Zugleich präsentierte das Unternehmen in Kenia vier billige Handy-Modelle, die ebenfalls speziell für Entwicklungsländer gedacht sind. Auch sie sind auf die Bedürfnisse von Menschen in Staaten mit unzuverlässiger Energieversorgung ausgelegt. Den Angaben nach sollen ihre Akkus Standby-Zeiten von bis zu sechs Wochen ermöglichen. Die sogenannte Dritte Welt ist für Nokia ein wichtiger Wachstumsmarkt: In Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt es oft an der Infrastruktur zum Aufbau eines Telefonfestnetzes. Mobile Infrastrukturen sind hier schneller, einfacher und preiswerter aufzubauen.
Das fahrradbetriebene Ladegerät liefert laut Nokia ab einer Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde Strom - je schneller der Fahrer fährt, desto mehr. Eine zehnminütige Fahrt bei zehn Stundenkilometern erzeugt demnach genug Energie für 28 Minuten Gesprächsdauer oder 37 Stunden Standby-Zeit. Das Handy wird mit einer dazu gehörenden Halterung am Rad befestigt. Das Ladegerät ist für alle Nokia-Modelle geeignet, die eine Zwei-Millimeter-Ladegerätstecker-Buchse haben.
Der Verkauf des Geräts soll bis Ende des Jahres beginnen. Der Preis variiert je nach Land und soll nach Angaben eines Firmensprechers in Staaten wie Kenia bei etwa 15 Euro liegen. Die neuen Handy-Modelle, die ab September ausgeliefert werden, sind voraussichtlich für etwa 30 bis 45 Euro zu haben.
mak/AFP
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