Von Matthias Kremp
Wer die Keynote von Steve Jobs am Montagabend live erleben wollte, musste entweder von Apple eingeladen worden sein oder tief in die Tasche greifen. 1599 Dollar kostete eine Eintrittskarte, die außerdem den Zugang zu den Veranstaltungen der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC beinhaltet. Viel Geld, könnte man meinen und doch dauerte es nur wenige Tage, bis Apple alle 5200 Tickets für diese Veranstaltung losgeworden war.
Das Medienaufgebot war wie immer gewaltig. Springers "Bild" und "Welt" waren ebenso mit Reportern vor Ort wie "New York Times" und "Wall Street Journal". Und natürlich waren Hightech-Journalisten und Blogger zu Hunderten angereist. Engadget etwa hatte zwei Mitarbeiter zu der Show geschickt, Techcrunch gleich drei: Zwei tippten im Akkord in die Tasten, während ein Dritter Fotos machte und gleichzeitig ins Netz stellte. Nur die Blogger von Gizmodo waren nicht mit dabei. Sie waren nicht eingeladen worden, sind bei Apple offenbar in Ungnade gefallen, seit sie den berühmten verlorenen Prototypen des iPhone 4 gekauft und darüber berichtet hatten.
Eine Live-Übertragung der Veranstaltung gab es, wie seit Jahren, nicht. Welche absurden Blüten diese Einschränkung seitens Apple mittlerweile treibt, bekam Steve Jobs selbst zu spüren. Als er mit einem vorbereiteten iPhone dessen Internetfähigkeiten und den neuen Bildschirm demonstrieren wollte, bekam er keine Verbindung, das Netz war zusammengebrochen.
Künftig muss man mehr putzen
Im Anschluss an Jobs Vorstellung gab es für die Presse Gelegenheit, das neue Handy zumindest kurz in die Hand zu nehmen. Engadgets erstes Urteil fällt dabei knapp und eindeutig aus. " Es ist unheimlich sexy", schreiben die Tech-Blogger. Vor allem sei es "schockierend dünn", so dass ein iPhone 3GS dagegen aufgeblasen wirke, der Bildschirm sei der beste, den sie jemals angeschaut hätten. Und auch für den neuen A4-Prozessor haben sie Lob, beschreiben, dass vor allem die Kamera-Anwendung damit viel schneller arbeite, schnellere Schnappschüsse ermögliche.
Einen Nachteil der neuen Rückseite, die jetzt wie die Front auch von einer Glasscheibe abgedeckt wird, hat " Wired"-Redakteur Brian Chen entdeckt: Während man bisher nur auf der Vorderseite mit Fingerschmutz zu kämpfen hatte, muss man nun auch den Rücken des Geräts regelmäßig reinigen.
Hat die Konkurrenz aufgeholt?
Kritiker, die schon aufgrund der technischen Daten etwas an dem neuen Handy auszusetzen haben, findet man dagegen kaum. Der Handy-Blog Mobile Mentalism etwa ätzt, Jobs Behauptung, das iPhone 4 sei "der größte Fortschritt seit der Einführung des ersten iPhone", sei "offensichtlich falsch". Die neuen Funktionen seien zwar gut, aber sie seien auch "derzeit typisch für fast alle besseren Smartphones". Gegenüber seinem Vorgänger allerdings sei das iPhone 4 durchaus ein Fortschritt, wenn auch nur ein kleiner.
Auch an der Benutzerführung habe sich nichts Signifikantes getan. Kein gutes Haar lässt Mobile Mentalism aber vor allem an die Videochat-Funktion FaceTime. Videotelefonie per UMTS gebe es schließlich schon seit sieben Jahren in vielen Handys und habe dennoch keinen Durchbruch gebracht. Apple habe diese Alt-Technik nur noch weiter verkrüppelt, indem sie auf dem iPhone nur per W-Lan funktioniert.
Unterm Strich sei das iPhone 4 zwar ein gutes Handy, aber eben auch nicht mehr. Es sei jetzt so gut wie beispielsweise das Xperia X10 von Sony Ericsson, habe nur einen besseren Bildschirm. Apple setze damit nicht mehr selbst die Agenda, sondern folge den Innovationen anderer und verbreite mit FaceTime einen Rauchschleier, der suggerieren soll, dass das iPhone 4 mehr sei als es tatsächlich ist. Im Vergleich zu früheren Modellen, so der Schluss, habe das neue Modell seinen Vorsprung zur Konkurrenz verloren.
Ein Jahr Vorsprung vor der Konkurrenz
Analysten freilich sehen das anders. In der " New York Times" etwa kommt Tim Bajarin von Creative Strategies zu Wort, der in dem neuen Modell "das beste Smartphone" sieht, das Apple "ein Jahr Vorsprung vor der Konkurrenz - wenn nicht mehr" bringe. Ähnlich euphorisch äußert sich Charles Wolf. "Ich glaube, Videochat wird etwas, wodurch sich das iPhone von der Konkurrenz unterscheidet", sagte der Needham & Company-Analyst.
Worüber sich mangels Erfahrung bisher allerdings niemand geäußert hat, ist eine jener Fähigkeiten des iPhone 4, die vor allem Nutzer aktueller oder älterer iPhones interessieren dürfte: die verlängerte Akku-Laufzeit. Bis zu 40 Prozent länger als bisher soll das iPhone 4 ohne Steckdose auskommen. Der Grund hierfür ist aber nicht etwa ein größerer Akku, sondern Apples A4-Prozessor.
Derselbe Chip kommt schon im iPad zum Einsatz, sorgt dort nicht nur für gute Leistung, sondern vor allem für lange Laufzeiten. Selbst beim Videogucken hält das Apple-Tablet zehn Stunden auf Akkustrom durch. Dieselbe Ausdauer soll nun endlich auch das iPhone erreichen. Bisher musste man zu Stromspar-Tricks oder Zusatzakkus greifen, um ein iPhone über einen langen Tag voller Telefonate und Web-Sessions zu bringen. Für dieses Extra an Laufzeit dürfte wohl mancher Bestandskunde seinen Vertrag verlängern, um an ein iPhone 4 zu kommen.
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ich glaube, die von mir erwähnte Version heisst nicht personal bei MS sondern Express. mehr...
MS reagiert - wie immer. Nach MS SQL personal (wegen MySQL) kommt auch demnächst ein Wuschel Studio (inkl. Mobile) für Privatanwender. mehr...
Das ist hier normal und noch nicht einmal besonders billig. Für unterwegs kostet es mich halt fast nix weil ich es fast nie brauche. Erstens weil im Auto das Ding grundsätzlich aus ist und weil man egal wo man ist schon mit [...] mehr...
Is ja gut Sie haben Recht und koennen sich freuen, soooo BILLIG (in jeder Hinsicht) wegzukommen. Ist ja auch einfach, Sachen zu vergleichen welche nichts miteinander zu tun haben (Ihre 20Mb Flat zu Hause bringt auch so viel wenn [...] mehr...
Das ist keineswegs krank. Ich meine, nur weil ein elektronisches Gerät im Prinzip ein Computer ist, auf den ich Software laden und benutzen kann, muss das Gerät doch nicht automatisch so benutzbar sein, wie man das von PCs [...] mehr...
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