Die Zahlen sprechen für sich: 2010 werden laut dem Branchenverband Bitkom in Deutschland 5,7 Millionen MP3-Player verkauft werden. Was nach einem recht großen Berg Neuelektronik klingt, lässt die Branche zusammenzucken. Denn das wären 14 Prozent weniger verkaufte Geräte als noch im Vorjahr. Der Umsatz wird laut Branchenverband in diesem Jahr sogar noch stärker zurückgehen: 400 Millionen Euro werde der Umsatz 2010 betragen und damit rund 100 Millionen Euro weniger als 2009.
Der Umsatzeinbruch in Deutschland ist kein Einzelfall, sondern folgt einem allgemeinen Trend. So sinkt der Umsatz mit den Musikabnudlern in diesem Jahr laut Bitkom:
Als Grund dafür nannte der Verband die zunehmende Konvergenz: Das heißt immer mehr Geräte - vom Handy über den Tablet-PC bis hin zu Fernseher oder Autoradio - können mittlerweile MP3-Dateien abspielen. Für ein separaten Musikspieler sehen viele potentiellen Kunden daher keinen Grund mehr.
Dass sich der MP3-Player damit bereits deutlich auf dem Rückzug befindet, erscheint zwar überraschend, sei im Elektronikgeschäft jedoch üblich: "Produktzyklen ändern sich in der IT-Branche sehr schnell", notiert Bitkom dazu. Tatsächlich ist es nicht einmal zwölf Jahre her, dass der erste massenmarkttaugliche MP3-Player in den deutschen Handel kam: der "Rio Diamond PMP300", übrigens mit 32 MB internem Speicher ausgestattet.
Bald nach dessen Erscheinen kamen immer mehr Geräte dazu und der MP3-Player-Markt explodierte mit dreistelligen Wachstumsraten. 2005 schließlich erreichte er seinen Höhepunkt: Damals wurden 8,4 Millionen Geräte für knapp 700 Millionen Euro verkauft. Seitdem sinken die Verkäufe kontinuierlich.
jmö/afp/dpa
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