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01.07.2010
 

Internet-Fernseher

Ebay will niemand gucken, HD-Filme jeder

Von Frank Patalong

TV und Internet: Das Web kommt ins Wohnzimmer
Fotos
Matthias Kremp

Rund 20 Prozent aller in diesem Jahr verkauften Fernseher, behaupten Marktforscher, haben Schnittstellen für das Internet. Bis 2015, prognostiziert die Firma Goldmedia, sollen dann schon über 60 Prozent aller Haushalte via TV im Web surfen. Warum das so ist, traut sich kaum jemand zu sagen.

Web und TV, darüber herrschte lange Zeit Konsens, mögen zwar beide Monitor-Medien sein, unterscheiden sich aber ganz erheblich in ihrer Nutzung. Das Web nutzt man bisher vorzugsweise am Rechner: Man sitzt mehr oder weniger aufrecht davor, man sucht nach Inhalten und konsumiert diese aktiv. Das Fernsehen hingegen, so die über Jahre gepflegte Legende, sei ein Entspannungsmedium, von dem wir uns gern berieseln ließen, oft in der Horizontalen.

Unsere geistige Haltung vor der Glotze sei also eher passiv: Dem TV-Genuss liegt ein nur grob strukturierter Auswahlprozess zugrunde. Findet sich nichts wirklich Befriedigendes, wechselt der Nutzer allenfalls in den Zapping-Modus. Letztlich wolle der Zuschauer gar nicht aktiv sein. Genau aus diesem Grund seien all die Versuche seit Ende der Neunziger gescheitert, das Web, in dem man erst einmal suchend und oft mühselig stochern muss, auf den Fernseher zu bringen.

So ganz stimmt das alles wohl nicht mehr. Das Web ist längst auch ein Berieselungskanal für Entertainment auf Abruf, und die Möglichkeiten des Fernsehers gehen über das bloße geistige Abschalten hinaus. Seit kurzem reden Marktforscher aus unerfindlichen Gründen sogar von "Hybrid TV", wahrscheinlich, weil auf dem Fernseher nun immer häufiger Inhalte aus zwei grundverschiedenen Informationsvertriebswegen landen. Der eine setzt auf das Prinzip Programm, eine zum Konsum zusammengestellte Inhalteauswahl. Der andere bietet eigentlich unüberschaubare Fülle und Kommunikation. "Hybride Endgeräte", heißt es in einer aktuellen Broschüre der Landesrundfunkanstalt für Medien NRW (LfM), ließen Fernsehen und Internet zusammenwachsen.

Surfer wissen natürlich, dass das so schlicht Unsinn ist: Das Internet ist kein Medium, sondern ein Vertriebsweg für Daten. Als solcher ergänzt es keine anderen Medien, er konvergiert nicht mit ihnen, er schafft nicht Crossmedia, sondern es ersetzt andere Vertriebswege und Präsentationsflächen für Daten. Das Internet substituiert prinzipiell jede denkbare Mediennutzung. Man kann es statt TV, Radio, Zeitung, Magazin oder Buch nutzen, ohne dabei Inhalte oder Medienkonsummöglichkeiten zu verlieren.

Das Internet ist der universelle Medienersatz

In Wahrheit ist da also nichts hybrid am TV, wenn man vom Monitor selbst absieht: Dem LCD ist es egal, ob er als Fernseher oder Monitor genutzt wird. Interessant aber ist, dass seit rund einem Jahr die Ermöglichung des Sofa-Surfens zu den neuen Standards eines guten TV-Gerätes zu werden scheint.

Schon jetzt, bestätigten in den letzten Wochen verschiedene Marktfoschungsunternehmen sowie der Branchenverband Bitkom, sei rund jeder sechste (laut GfK) oder sogar fünfte (laut Goldmedia) verkaufte neue Fernseher internetfähig. Nach rund einer halben Million verkaufter Internet-TV-Sets im letzten Jahr sollen es in diesem zwei Millionen werden. Daneben, sagt der Verband Bitkom, steige auch noch der Verkauf digitaler Settop-Boxen, die teils Internetzugang ermöglichen, merklich an.

Noch machen Firmen wie Yahoo oder Google Schlagzeilen, wenn sie TV-Angebote kreieren, noch schaffen es auch Gerätehersteller in die Presse, wenn sie ihre Web-Extras anpreisen. Schon bald aber könnte der Anschlusslose Fernseher zur Ausnahme werden: Bis 2015, erklärte das Marktforschungsunternehmen Goldmedia auf dem medienforum.nrw keck, werden 61 Prozent aller deutschen Haushalte über ein Web-fähiges TV-Gerät verfügen.

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insgesamt 24 Beiträge zum Forum...
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23.02.2011 von no_mainstream: Und was guckst du dann...?

Klingt eher als ob sie in Sachen Mediennutzung in der Steinzeit sind. Damit meine ich nicht ihre persönlichen Vorlieben sondern den Status Quo im Internet: wenig oder kaum interessante Inhalte! Ein paar interessante Streams a la [...] mehr...

05.08.2010 von Crom: ...

Ich hab auch so einen angeblichen internetfähigen Fernseher, nutze aber die Inhalte kaum bis gar nicht. Ich nutze eher die Möglichkeit, das TV-Gerät in mein privates LAN einzubinden und dann Inhalte von meinem PC dort [...] mehr...

03.07.2010 von John.Moredread: Erfasst nicht die ganze Problematik, Teil 2

Aus Verbrauchersicht gibt es nur eine Lösung: Fernseher mit integriertem Internet meiden. Wer auf seinem Fernseher surfen will, sollte sich dafür einen Rechenknecht holen. Wer es optisch hübsch mag und mit einfacher Bedienung, der [...] mehr...

03.07.2010 von John.Moredread: Erfasst nicht die ganze Problematik

Der Artikel erfasst nicht die ganze Problematik. Zum einen gibt es da ein altes, mittlerweile überstandenes Problem: Röhrenfernseher eigenen sich nicht für Internetinhalte. Zu unscharf, zu geringe Auflösung. Eine Qual, auf [...] mehr...

02.07.2010 von Delphianer: Definition "Widescreen "

Ich habe mich bei meinem Posting an den Wikipedia Artikel http://en.wikipedia.org/wiki/Widescreen orientiert: ---Zitat--- A widescreen image is a film, computer, or television image with a width to height aspect ratio [...] mehr...

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