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04.08.2010
 

Tastatur-Touchscreen-Blackberry

Fackel im Sturm

Von Matthias Kremp

Neues E-Mail-Smartphone: Blackberry Torch
Fotos
REUTERS

Ist das der Befreiungsschlag für die Blackberrys? Mit viel Brimborium hat der kanadische Hersteller RIM am Dienstag sein neues Vorzeige-Smartphone Torch vorgestellt, in dem Tastatur und Touchscreen mit einem neuen Betriebssystem vereint wurden. Endlich ein Blackberry für jedermann?

Research in Motion (RIM) will es jetzt allen Recht machen. Mit einem multimedial verbesserten Blackberry-Smartphone will das kanadische Unternehmen sowohl die Business-Stammkundschaft als auch neue Privatkunden locken. Weil das mit den bisherigen Blackberry-Smartphones nicht gelang, soll jetzt eine Hybrid-Lösung das Wunder schaffen: Der Blackberry Torch, zu deutsch Fackel. In ihm kombiniert RIM einen Touchscreen mit einer Tastatur zum Herausschieben, will so beide Kundengruppen zufriedenstellen.

Bisher waren RIMs Versuche, neben den Business-Kunden auch Privatanwender zu erreichen weitgehend gescheitert. Dabei ist gerade mit Privatkunden, die immer häufiger anstelle von Standard-Handys multimediale Smartphones kaufen wollen, derzeit ein gutes Geschäft zu machen. Davon profitieren aktuell aber in erster Linie Android-Handys und das iPhone, die vom Start weg als Endgeräte für Endnutzer konzipiert wurden. Das Resultat: RIM verliert kontinuierlich Marktanteile an die neue Konkurrenz.

Nur eines, aber ein wichtiges, Problem war dabei, dass RIM die Touchscreen-Technik jahrelang ignoriert hat. Traditionell sind Blackberrys eben mit einer Volltastatur in Kleinformat ausgestattet, auf der sich E-Mails schnell und zuverlässig tippen lassen. Mit dem iPhone aber wurden berührungsempfindliche Bildschirme zum Markenzeichen populärer Smartphones und gelten seither bei vielen Anwendern als unverzichtbarer Bestandteil eines modernen Mobiltelefons.

Storm im Wasserglas

RIM versuchte sich diesem Trend mit dem Blackberry Storm anzuschließen, erfand hierfür aber eine ganz eigene Touch-Technik. Die basierte darauf die Tastendrücke auf dem Bildschirm fühlbar zu machen, indem man das Display für jeden Tastendruck ein wenig herunterdrücken musste. Das hört sich gut an, wurde aber von manchen Nutzern in der Praxis als eher hinderlich und den Schreibfluss störend empfunden. Ein großer Erfolg jedenfalls war der Storm nicht.

Diese Scharte soll jetzt offenbar der Torch auswetzen, der auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches zu bieten hat, zumindest aus technischer Sicht. So kann man die Auflösung des 3,2-Zoll-Bildschirms mit 360 x 480 Bildpunkten ebenso als Mittelmaß verbuchen wie die Fünf-Megapixel-Kamera. Vier Gigabyte Speicher sind ab Werk eingebaut und werden durch eine beigelegte 4-GB-Speicherkarte ergänzt. Immerhin: Da Speicherkarten bis zu 32 GB unterstützt werden, kann man den Torch auf stattliche 36 GB aufrüsten. Dass er alle aktuellen W-Lan-Protokolle, HSDPA und Musik-Streaming per Bluetooth unterstützt und außerdem einen GPS-Empfänger hat, ist schön, sollte für eine besseres Smartphone aber auch selbstverständlich sein.

Was den aber von seinen älteren Blackberry-Kollegen und von der Konkurrenz abhebt, ist das neue Betriebssystem Blackberry 6, das mit etlichen Neuerungen aufwartet. So sind damit alle installierten Apps über den Homescreen erreichbar. Ähnlich wie bei iPhone und Android gelangt man durch seitliches Wischen zu weiteren Seiten, auf denen Apps abgelegt werden können. Bisher waren auf dem Startbildschirm nur wenige Apps erreichbar, der Rest wurde in Sub-Menüs und Unterordner wegsortiert. Außerdem gibt es eine akkumulierte Ansicht aller neuen Nachrichten und verpasster Anrufe. Außerdem hat man sich bemüht Social Networks zu integrieren. So kann man Status-Updates gleichzeitig an Facebook und Twitter senden.

Drahtlos mit iTunes verbandelt

Grundsätzlich überarbeitet wurde der Webbrowser. Er basiert auf der Webkit-Technik, die beispielsweise auch in Apples Safari steckt. Genau wie der Apple-Browser beherrscht er auch den Trick, Textspalten auf einen Doppeltipp hin auf die Bildschirmbreite zu vergrößern. Außerdem kann er mehrere Websites gleichzeitig öffnen und in Tabs hinterlegen.

Viel Arbeit ist offenbar auch in die Multimediafähigkeiten des neuen Systems geflossen. Das Highlight ist dabei die Wi-Fi-Music-Sync-Funktion. Sie soll es ermöglichen, Musik Fotos und Videos drahtlos per W-Lan mit dem Computer abzugleichen. Das sonst nötige USB-Kabel würde damit obsolet. Neben dem Windows Media Player soll das System auch Multimediadaten mit Apples iTunes austauschen können, eine Fähigkeit, die Nicht-Apple-Geräten sonst verschlossen bleibt. Welche Technik RIM nutzt, um mit der Apple-Software zu kommunizieren, ist noch nicht bekannt.

Ebenso wenig hat der Hersteller bisher bekanntgegeben wann der Blackberry Torch in Deutschland verfügbar werden wird. Bislang ist das Gerät nur für die USA angekündigt, wo es ab dem 12. August exklusiv von AT&T angeboten wird. Ebenso ist unklar, wann und für welche Blackberry-Smartphones es ein Update auf die Betriebssystemversion 6 geben wird. In einer Pressemitteilung hat das Unternehmen angekündigt, es werde solche Updates für den Bold 9700, Bold 9650 und Pearl 3G "sowie für weitere Modelle" geben, sobald diese Updates von den Netzbetreibern zertifiziert worden sind.

Ein Vorgang, der erfahrungsgemäß mehrere Monate dauern kann.

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insgesamt 19 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.08.2010 von blue0711: ..

Klar hab ich die gesehen, aber auch die Preise dafür. Wenn ich das vorlege, wird es abgelehnt, alleine des Preises wegen. Die Blackberry-Tarifoptionen hauen nämlich nochmal ordentlich auf die Tarife drauf. Implementierung und [...] mehr...

06.08.2010 von MayrCh: Wer das so sehen will...

So, sie haben noch nie RIM-Geschäftskundenlösungen für kleine und mittlere Unternehmen beispielsweise von O2 und Vodafone gesehen? In welchem "Bereich" sind Sie denn tätig, wenn ich fragen darf? Wie schon gesagt: [...] mehr...

05.08.2010 von the-caver: BIS und Kompression

Ich würde die Datenkompression nicht so negativ sehen: Sie bietet Vorteile, wenn man in schlechtversorgten Gebieten unterwegs ist, da geht dann wenigstens noch halbwegs was: Mein Arbeitsplatz liegt z.B. am Rande eines Funklochs [...] mehr...

05.08.2010 von the-caver: Bitte mal informieren

Und was lernen wir daraus? Auch bei O2 gibt es Verträge mit eingebauter Blackberry-OPtion... Aber bei soviel Lernresistenz sind weitere Diskussionen wohl überflüssig - der Rest der Leser hat es sicherlich verstanden. mehr...

05.08.2010 von Jakob.Butler: Doch, es stimmt: Ohne BIS ist der BlackBerry nur ein SMS-Handy

Doch, es stimmt leider, was die zwei Vorposter geschrieben haben: Bisher - über das BlackBery OS 6 kann ich dahingehend noch nichts sagen - gab es nur zwei Möglichkeiten, wenn man mit einem BlackBerry mehr als nur [...] mehr...

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